Impulse zum 3. Fastensonntag | Oculi | C

Was ist da für ein Gott, der das Morden und Töten zulässt? Warum greift er nicht ein und beendet den Krieg? Fragen, die sich viele in diesen Wo-chen stellen. Der Philosoph Friedrich Nietzsche nannte das Leid und Schei-tern in der Welt den Fels des Atheismus, also der Gottesleugnung.
Was ist das für ein Gott, von dem wir sagen, dass er barmherzig und gut sei und der scheinbar ohnmächtig ist wie wir im Angesicht von Gewalt und Brutalität wie sie uns in diesen tagen aus der Ukraine vermittelt wird. Keine einfache Antwort, aber eine Antwort, die er vor Jahrtausenden gab, kann auch heute tragen: Ich bin da. – So erscheint er dem Mose im bren-nenden Dornbusch. Er trägt mit uns das Leid, er ist sich nicht zu schade sich für uns die Hände schmutzig zu machen wie damals, als der die Kreuzbalken unter Spott und Hohn durch die Straßen Jerusalems schleppte. Weiterlesen

Impulse zum 2. Fastensonntag | Reminiscere | C

Immer wieder werden wir mit der Brutalität der Macht konfrontiert. Ohnmächtig sehen wir gerade in diesen Tagen wie ein Gewaltherrscher unzählige Menschen für seine Machtgelüste leiden und sterben lässt. Wie er auch vor Kliniken und Einrichtungen für Kinder nicht zurückschreckt. Übermenschlich groß und mächtig erscheint uns da jemand.
In der Lesung auf dem Buch Genesis führt Gott Abraham in die Nacht hinaus, um ihm angesichts des gestirnten Himmels eine Verheißung auf viele Generationen hin zu geben. Da kann der Mensch klein und demütig werden, ohne klein gemacht und erniedrigt zu werden. Wer schon einmal staunend in den Sternenhimmel geblickt hat, weiß, dass solche Erfahrun-gen auch in den Herausforderungen des Alltags tragen können. Weiterlesen

Impulse zum 1. Fastensonntag | Invocabit | C

Wir erleben gerade, dass die großen menschlichen Versuchungen Macht Reichtum und Eitelkeit auch in unserer Zeit im Kleinen wie im Großen das Handeln bestimmen. Viele haben Angst vor dem Krieg, manche verborge-ne und seit Jahrzehnten überwundene Ängste brechen wieder hervor. Gleichzeitig erleben wir uns ohnmächtig dem Handeln Weniger ausgelie-fert.
In dieser Erfahrung trifft uns die Botschaft Gottes, dass er an unserer Sei-te ist und die Ohnmacht aushält. Das ist keine Vertröstung, sondern Bei-stand im Leid und Ermutigung den eigenen Handlungsspielraum zum Gu-ten zu nutzen.
Mit dieser Motivation gehen wir in diese österliche Bußzeit und vertiefen die Erfahrungen aus dem Glauben, um in den Herausforderungen des All-tags nicht unterzugehen.
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Impulse zum Aschermittwoch | Dies Cinerum | C

Wenn ich an einem Gemüsefach vorbeigehe, beschleicht mich immer wie-der ein komisches Gefühl. Da liegen glänzende Früchte, Handelsklasse 1, makellos liegen sie da, um gekauft zu werden, manchmal noch mit Cello-phan umwickelt, damit sie noch einladender aussehen.
Ein Sinnbild unserer Zeit und des Menschen, nur keinen Fehler und keine Dellen nach außen zeigen. Leistungsfähig und erfolgreich wollen wir vor anderen dastehen. Und heute? Heute feiern wir, dass das alles nicht so ist. Als Christen müssen wir nicht makellos sein, wir dürfen Fehler machen und scheitern. Ja, es gehört zu unserem Menschsein. Gott ermutigt uns auch die krummen Seiten an uns anzunehmen und sie zu ihm zu bringen um so Versöhnung und Heil zu erfahren. So beginnen wir diese österliche Bußzeit im Blick auf uns und unseren Weg zu Gott. Weiterlesen

Impulse zum 8. Sonntag im Jahreskreis | Factus est | C

Fassungslos haben uns die Nachrichten aus der Ukraine gemacht. Unwirklich und doch bedrohlich sind die Bilder und Stimmen, die uns über die Medien erreichen. Mit einem Mal wirkt die Welt verändert, nicht nur in den unmittelbaren Kriegsgebieten in der Ukraine, auch bis zu uns weht der Hauch des Todes und der Vernichtung.

Krieg kennt nur Verlierer und doch halten sich manche in ihrer Überheblichkeit für so mächtig dies zu widerlegen. Wieder sind es die zahllosen Menschen, die ins Verderben und den Tod gestürzt werden, um Machtphantasien weniger zu bedienen. Das Gespenst des Krieges

So beten wir in dieser Messfeier besonders auch um den Frieden in der Ukraine und die Versöhnung der Völker Weiterlesen

Impulse zum 7. Sonntag im Jahreskreis | Domine in tua | C

Es liegt an uns wie wir unser Leben gestalten. Freilich können wir die Rahmenbedingungen im Großen nicht ändern, aber wir haben immer die Freiheit zur Entscheidung, das Gute zu tun und das Böse zu lassen.
Oft ist diese Entscheidung nicht einfach, weil nicht klar ist, was langfristig gut ist. Der heilige Ignatius von Loyola schlägt in seinem Exerzitienbuch vor, danach zu fragen, was langfristig den größeren Trost bringt. Mit wel-cher Entscheidung kann ich besser schlafen.
Dazu braucht es immer wieder Mut, nicht einfach nur das scheinbar Of-fensichtliche zu tun, sondern nach dem größeren Trost zu fragen. Nicht immer schätzen wir die Situationen und Entscheidungsmöglichkeiten richtig ein. Weiterlesen

Impulse zum 6. Sonntag im Jahreskreis | Esto mihi | C

Wie ein Brennglas zeigt die Entwicklung der Pandemie die gesellschaftlichen Verwerfungen und Entfremdungen. Vieles, was für selbstverständlich gehalten wurde, zeigt sich oft genug als unbeständig oder gar entbehrlich. Welche alltäglichen Verhaltensweisen sind wirklich systemrelevant oder systemkritisch?
Diese Fragen könnten wir auch mit den Klagereden des Propheten Jeremia stellen und dabei auf ganz spannende Antworten stoßen. Wer sich auf Gott verlässt und von ihm alles Glück erwartet, wird nie enttäuscht werden, anders die Menschen, die meinen selbst die Macht über das Leben in der Hand zu haben oder mit klugem Taktieren sich die Welt nach eigenem Gusto gestalten zu können. Dabei ist es egal, ob man einfacher Mensch ist oder zur Führungsschicht oder Priesterschaft gehört. Weiterlesen

Impulse zum 5. Sonntag im Jahreskreis | Venite adoremus | C

Unsere Kirche als Gemeinschaft der Glaubenden ist immer eine sündige Kirche. Ganz egal ob man sich als einfacher Gläubiger oder auch als öffentlicher Vertreter der Kirche versteht. Das scheint manchmal in den Hintergrund zu geraten, von innen wie von außen.
Gläubige sind Menschen, die auf das Wort Gottes hören und in den Sakramenten die Begegnung mit Gott suchen. Menschen, die um die eigene Fehlbarkeit wissen und deshalb so leben, dass sie alle Erlösung von Gott erwarten. Davon berichtet uns Paulus in der heutigen Epistellesung.
Wer den Reichtum entdeckt hat, der uns in der Feier der Glaubensgeheimnisse geschenkt ist, wird sich immer wieder neu der Mühe, die damit verbunden ist, unterziehen und sich so von Gott beschenken lassen.
Am Beginn dieser Feier treten wir vor den Herrn hin und erkennen in ihm den, der allein unseren Lebenshunger sättigen kann. Weiterlesen

Impulse zum 4. Sonntag im Jahreskreis | Salvos nos | C

Wie schnell und radikal sich Stimmungen ändern können, erleben wir immer wieder. Die Situation gleitet uns aus den Händen. Wir erleben gerade wie viele Menschen sich in der Kirche verloren und ungeachtet fühlen, wo die Kirche doch im Auftrag Jesu schützend für die Würde des Menschen da sein sollte.
Die Botschaft Jesu fordert auf zu einer Entscheidung: dass wir uns zu ihm bekennen und ihm nachfolgen – oder uns seinem Anspruch versagen. Jesus erntet in der Synagoge seiner Vaterstadt Nazareth mit seiner Botschaft, dass in ihm die Verheißungen der Propheten ihre Erfüllung gefunden haben, Widerspruch und Widerstand. Ja, ihm wird der Tod angedroht. Wie verhalten wir uns gegenüber Jesu Botschaft, dass er der Gottgesandte, der Messias ist? Nehmen wir sein Wort an? Folgen wir ihm nach? Weiterlesen

Impulse zum 3. Sonntag im Jahreskreis | Cantate Domino | C

Es ist in diesen Tagen nicht einfach sich zur katholischen Kirche offen zu bekennen. Das Bild unserer Kirche in der Öffentlichkeit zeigt ein Zerrbild des Glaubens. Der dunkle Schatten des Mißbrauchs, der jeden von uns mit Abscheu und wohl auch Unverständnis zurück lässt, scheint alles zu ver-decken.
Wir leben in einer Zeit, in der die Frage nach Gott und seinem Wesen ent-weder kaum gestellt oder deren Beantwortung verweigert wird. Gott ist auch für manche Christen zum „Irgendwas-wird-es-schon-geben“ ge-worden. Solche Krisenzeiten gab es in der Geschichte immer wieder und es braucht Mut und Kreativität aus dem Glauben neue Hoffnung zu schenken. Dazu braucht es die persönliche Frage: An wen glaube ich ei-gentlich? Was oder wie ist Gott in meinem Leben? Wo erfahre ich ihn? Was hat er schon bewirkt? Gebe ich ihm überhaupt Raum in meinem All-tag?
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