Statuit ei | Lektionar I/A, 322: Ez 33,7–9 | Röm 13,8–10 | Mt 18,15–20
Am Freitag jährte sich zum 25. Mal der Anschlag auf die Türme des World-Trade-Centers in New York. Eine bis dahin ungeahnte Eskalation terroristischen Handelns mit unzähligen Opfern unmittelbar und mittelbar Betroffene, Angehörige und Freunde.
Die Antwort war der Krieg gegen den Terrorismus, der – wie alle Kriege – sein Ziel nicht erreichen konnte, den Terror kann man nicht mit Gewalt besiegen, das machte der Psychologe Victor Frankl, ein KZ-Überlebender, eindrucksvoll in seiner Psychologie von Gewalt und Gegengewalt deutlich.
Aus dem Glauben lädt uns Gott zu einem anderen Weg ein, einen Weg, den er selbst bis hinauf nach Golgota gegangen ist. Den Weg der Barmherzigkeit und Vergebung, ein Weg, der zuerst mich selbst frei macht vom Hass des Anderen, dass ich mich nicht von ihm in eine Spirale der Gewalt und des Hassens ziehen lasse. Gott macht mir Mut diesen Weg zu versuchen.
Rufen wir zu Christus, dem Kyrios, unserem Erlöser:
Kyrie | mit GL
Herr, Jesus Christus,
du hast Hass und Spott ertragen. Kyrie eleison.
Du vergibst die Schuld. Christe eleison.
Deine Vergebung lässt uns leben. Kyrie eleison.
Gloria | Tagesgebet | MB 236
Gott, du Schöpfer und Lenker aller Dinge,
sieh gnädig auf uns.
Gib, dass wir dir mit ganzem Herzen dienen
und die Macht deiner Liebe an uns erfahren.
Darum bitten wir durch Jesus Christus,
Deinen Sohn, unseren Herrn und Erlöser,
der in der Einheit des Heiligen Geistes
mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit. AMEN.
Fürbitten
In einer Welt mit Hass und Gewalt, mit Angst und Not, rufen wir zu Gott, der uns mit Güte und Barmherzigkeit entgegenkommt. So beten wir:
- Für alle, die unter Terror und Krieg leiden,
die unschuldig verfolgt und gequält werden
und sich nach Frieden sehnen.
Christus, höre uns. | Christus, erhöre uns. - Für die Mächtigen, in Politik und Wirtschaft,
dass sie Wege des Friedens und der Versöhnung gehen. - Für die Menschen, denen schweres Unrecht geschehen ist
und die sich mühen, zu vergeben;
für alle Betrogenen; für die im Stich gelassenen Kinder. - Für die Kinder und Jugendlichen, die in ein neues Schuljahr gehen
oder eine andere Ausbildung beginnen oder fortsetzen,
dass sie ihre Ziele erreichen und in Frieden lernen können. - Für alle unsere Verstorbenen um das ewige Leben
und Trost für alle Trauernden.
Gott, du bist für uns wie ein guter Vater. Dafür danken wir und preisen dich jetzt, unser Leben lang und bis in Ewigkeit. AMEN.
Schlussgebet | MB
Herr, unser Gott,
wir danken dir, dass du uns Anteil
am Leib und Blut Christi gegeben hast.
Lass nicht unser eigenes Streben
Macht über uns gewinnen,
sondern gib, dass die Wirkung dieses Sakramentes
unser Leben bestimmt.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn. AMEN.
Hinführung zur ersten Lesung | Sir 27,30 – 28,7
Vergebung schenken zählt vielleicht
zu den großen Herausforderungen im Leben,
doch ist jede Gemeinschaft darauf angewiesen.
Der Weisheitslehrer Jesus Sirach,
betont, dass der Zorn gegenüber dem Anderen
den Menschen auch mit Gott unversöhnt zurück lässt.
Versöhnung ist also auch ein Dienst an Gott.
Hinführung zur zweiten Lesung | Röm 14,7–9
Woran erkenne ich eine
christliche Gemeinde? –
An der Orientierung an Christus.
Das klingt einfach
und ist manchmal im Alltag doch so schwer.
Paulus erinnert uns daran,
dass wir alle zu Christus gehören.
Lesehinweis
Jesus Sírach | Betonung auf dem i
Meditation
Vergeben,
vergessen,
vorbei.
So einfach geht es nicht,
es ist eine Aufgabe, ja Herausforderung
dem Anderen zu vergeben.
Aber es befreit,
weil ich dem Anderen
seine Schuld nicht mehr nachtrage.
Wo es mir gelingt
von ganzem Herzen zu vergeben
werde ich frei.
Gott macht mir Mut,
den Vergebung zu wagen,
damit ich ihm auf der Spur bleibe.
Reinhard Röhrner
Meditation | Alternative
Warum Herr,
tragen mir andere meine Schuld nach,
warum können sie nicht einfach darüber hinwegsehen
es einfach vergessen machen?
Bist du, Herr, etwa auch so,
handelst so wie die Menschen um mich?
Ja, ich bin bereit zu vergeben,
ich lasse anderen Schuld nach,
aber sie daran erinnern,
was einmal war und dass alle Nachsicht Grenzen hat,
das darf man doch noch, oder?
Du sagst mir, Herr,
dass du mein Handeln zum Maßstab machst,
wie ich meinen Schuldnern vergebe,
so vergibst auch du mir.
Einander vergeben heißt,
die Schuld nicht anrechnen,
miteinander Schritte
zum Leben wagen.
Reinhard Röhrner
