Impulse zum 3. Fastensonntag | Oculi | C

Oculi | Lektionar III/C, 74: Ex 3,1–8a.13–15 | 1 Kor 10,1–6.10–12 | Lk 13,1–9

Was ist das für ein Gott, der das Morden und Töten zulässt? Warum greift er nicht ein und beendet den Krieg? Fragen, die sich viele in diesen Wochen stellen. Der Philosoph Friedrich Nietzsche nannte das Leid und Scheitern in der Welt den Fels des Atheismus, also der Gottesleugnung.
Was ist das für ein Gott, von dem wir sagen, dass er barmherzig und gut sei und der scheinbar ohnmächtig ist, wie wir im Angesicht von Gewalt und Brutalität wie sie uns in diesen Tagen aus der Ukraine vermittelt wird. Keine einfache Antwort, aber eine Antwort, die er vor Jahrtausenden gab, kann auch heute tragen: Ich bin da. – So erscheint er dem Mose im brennenden Dornbusch. Er trägt mit uns das Leid, er ist sich nicht zu schade sich für uns die Hände schmutzig zu machen wie damals, als der die Kreuzbalken unter Spott und Hohn durch die Straßen Jerusalems schleppte. So schleppt er sich auch mit uns durch diese Tage. Zu ihm, unserem Herrn, dem Kyrios rufen wir:

Kyrie

Herr, Jesus Christus,
du bist uns nahe. Kyrie eleison.
Du unerkannt mitten unter uns. Christe eleison.
Du in den Herzen deiner Gläubigen. Kyrie eleison.

KEIN Gloria | Tagesgebet | MB 103

Gott, unser Vater,
du bist der Quell des Erbarmens und der Güte,
wir stehen als Sünder vor dir,
und unser Gewissen klagt uns an.
Sieh auf unsere Not und lass uns Vergebung finden
durch Fasten, Gebet und Werke der Liebe.
Darum bitten wir durch Jesus Christus,
deinen Sohn, unseren Herrn und Erlöser,
der in der Einheit des Heiligen Geistes
mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit. AMEN.

Fürbitten

Gott ist da. In der Leere und Aussichtslosigkeit des Lebens zeigt er uns seine Nähe und ermuntert uns mit den Sorgen und Nöten zu ihm zu kommen:

  • Wir bitten um Frieden für die Ukraine
    und Rettung für die vielen Menschen
    in den belagerten Städten und Ortschaften.
    Christus höre uns | Christus erhöre uns
  • Wir bitten für die Mächtigen,
    um mutige und beherzte Schritte
    zu Frieden und Versöhnung zwischen Menschen und Nationen.
  • Wir bitten für die Schwachen in der Welt,
    die immer am meisten leiden und oft übersehen werden.
  • Wir bitten für die Menschen, die Gott suchen,
    um Menschen, die ihren Glauben überzeugend vorleben
    und andere dafür begeistern können.
  • Wir bitten dich für alle Verstorbenen,
    die Opfer von Krieg und Gewalt, Opfer der Pandemie
    und alle die von uns gingen, um die Erfahrung deiner Gegenwart.

Unbegreiflich bist du da. Lass uns deine Gegenwart erahnen und so der Aussichtslosigkeit der Welt die Zuversicht deiner Nähe entgegensetzen bis in Ewigkeit. AMEN

Schlussgebet | MB

Herr und Gott,
du hast uns mit dem Brot des Himmels gesättigt
und uns in dieser Speise
ein Unterpfand dessen gegeben,
was unseren Augen noch verborgen ist.
Lass in unserem Leben sichtbar werden,
was wir im Sakrament empfangen haben.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn. AMEN..

Hinführung zur ersten Lesung | Ex 3,1–8a.10.13–15

Versöhnung ist eine Grundaufgabe des Menschen,
mit sich und der Welt, ja mit Gott.
In den Fragmenten des eigenen Lebens
das Ganze zu erkennen
und sich von Gott getragen wissen.
Das erfährt Mose am Sinai,
denn Gott ist der, der da ist.

Hinführung zur zweiten Lesung | 1 Kor 10,1–6.10–12

In vielen Bereichen des öffentlichen Lebens
erfahren wir, dass Glaube und Kirche
zurück gedrängt wird.
Eine Erfahrung die auch schon in Korinth
manche im Glauben hat müde werden lassen.
Das Bild vom Auszug aus Ägypten
nutzt Paulus um das Feuer des Glaubens
neu in den Herzen der Menschen zu entfachen.

Lesehinweis

Sinai | das a und i am Ende werden getrennt gesprochen

Meditation

Große Geduld hast du, Herr,
mit diesem Feigenbaum,
der Jahr für Jahr wächst
und seine Chance nicht nutzt
Früchte zu bringen.

Geduld und Zuversicht zeigst du,
weil du ihn wachsen lässt,
ja sogar das Erdreich bearbeitest,
damit er besser wachsen kann.
Ob er schließlich Frucht bringen wird?

Mit mir, Herr, brauchst du Geduld,
weil ich viele gute Ideen habe,
oft mit guten Vorsätzen beginne,
meine Kraft zum Guten einsetze
und doch oft so wenig dabei herauskommt.

Geduld brauchst du mit mir, Herr,
weil meine Früchte oft auf sich warten lassen
und ich dich vertrösten muss.

Hilf mir, dass ich die Zeit nutze
Frucht zu bringen
für mich und meine Welt.

Reinhard Röhrner

Meditation | Alternative

Ein Dornbusch brennt
und verbrennt dennoch nicht,
ein Bild meines Lebens.

Oft brennt es in meinem Leben,
gehen Ideen und Pläne
in lodernden Flammen auf.

Ich stehe vor Bruchstücken
und Fragmenten meines Lebens
und weiß nicht weiter.

Mose begegnet
im brennenden Dornbusch
Gott selbst.

Hinter den Brüchen meines Lebens,
der Zaghaftigkeit und Unzulänglichkeit
ist Gott für mich da.

Er lädt mich ein
ihm zu vertrauen,
dass er mich ganz und heil macht
und so mein Leben vor ihm sinnvoll ist.

Reinhard Röhrner

Weitere Impulse
22 C Fastenzeit – Sonntag 3 – Oculi
22 C Fastenzeit – Sonntag 3 – Hinführung und Meditation

%d Bloggern gefällt das: