Impulse zum 5. Fastensonntag Iudica | A

5. Fastensonntag Iudica | Fastenzeit A | Lesejahr A
Lektionar I/A,88: Ez 37,12b–14 | Röm 8,8–11 |
Joh 11,1–45 (oder 11,3–7.17.20–27.33b–45)

Der Tod geht um in Europa. Gleichzeitig scheinen einige noch immer auf Party eingestellt zu sein. Die Ohnmacht des Menschen vor der Pandemie steht im krassen Widerspruch zu den Phantasien des menschlich Machbaren. Wir hören heute vom Tod des Lazarus‘, des Bruders der beiden Schwestern Marta und Maria. Marta weiß, von wem sie allein noch Heil und Leben erwarten kann: von Jesus Christus. Alles, worum er Gott bittet, wird Gott ihm geben. Es gibt aber nicht nur den leiblichen Tod, sondern auch den Tod der Seele in der Sünde. Diesen Tod sollen wir noch mehr fürchten als den Tod des Leibes, sagt Christus einmal (Mt 10,28). Auch in unserer seelischen Todesnot dürfen wir zu Christus rufen, der uns durch sein Leiden und Sterben erlöst hat:

Kyrie | oder Gl 163

Herr Jesus Christus,
du Sieger über Sünde und Tod. Kyrie eleison.
Du schenkst Leben in Fülle. Christe eleison.
Du hast auch unseren Tod überwunden. Kyrie eleison.

KEIN Gloria | Tagesgebet | MB 129

Herr, unser Gott,
dein Sohn hat sich aus Liebe zur Welt
dem Tod überliefert.
Lass uns in seiner Liebe bleiben
und mit deiner Gnade aus ihr leben.
Darum bitten wir durch Jesus Christus,
deinen Sohn, unseren Herrn und Erlöser,
der in der Einheit des Heiligen Geistes
mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit. AMEN.

Fürbitten

Jesus Christus ist selbst die Auferstehung und das Leben. In Glauben und Vertrauen tragen wir unsere Bitten vor ihn:

  • Wir beten für die Menschen, die unter der Coronakrise leiden,
    dass sie gute Helferinnen und Helfer finden
    und nicht an der Krankheit oder den Einschränkungen verzweifeln.
  • Schenke uns die Aufmerksamkeit für deine Gegenwart
    in der Geschichte und in unserem Leben und lass das Oster-Geheimnis auch für uns Wirklichkeit werden.
  • Befreie die Menschen von aller Angst vor dem Tod und erfülle sie mit Sehnsucht nach dem Leben, das du schenkst.
  • Gib uns die Bereitschaft, jeden Tag unseren Egoismus und unseren Kleinglauben sterben zu lassen, damit das Gute in uns entstehen und wachsen kann.
  • Stärke alle Menschen, die in dieser Welt gegen die Macht des Todes und der Ungerechtigkeit kämpfen und deine Botschaft den Völkern verkünden.
  • Rufe unsere Verstorbenen zu dir und gib ihnen von deiner Fülle.

Herr, unser Gott, ohne dich sind wir dem Tod verfallen. Reiche uns deine Hand und schenke uns Leben von deinem Leben. Darum bitten wir durch Christus unseren Herrn. Amen.

Schlussgebet

Allmächtiger Gott,
du hast uns
das Sakrament der Einheit geschenkt.
Lass uns immer lebendige Glieder Christi bleiben,
dessen Leib und Blut wir empfangen haben.
Darum bitten wir durch ihn, Christus, unseren Herrn. AMEN.

Hinführung zur ersten Lesung | Ez 37,12b–14

Der Prophet Ezechiel
spricht zu den enttäuschten Menschen im babylonischen Exil.
Sie haben alle ihre Hoffnungen begraben.
Sie erwarten nichts mehr.
Sie halten sich für verloren.
Der Prophet versucht, ihren Blick auf Gott zu richten.
Wo menschlich gesehen alles zu Ende ist,
kann Gott neues Leben schaffen,
über alles menschliche Erwarten hinaus.

Hinführung zur zweiten Lesung | Röm 8,8–11

Paulus spricht die Christen in Rom
auf den Geist Gottes an, der in ihnen wohnt.
Der Geist Gottes ist für ihn eine lebendige Wirklichkeit:
Er ist die Gegenwart Gottes,
der jedem Menschen ganz nahe ist,
der in ihm ist, der ihn anstößt,
Gott zu suchen,
der ihn zum Tun des Guten bewegt

.

Lesehinweis

babylonisch | offenes A, y wie i

Meditation

Christus rief einst
den Lazarus aus dem Grab.
Er ruft auch uns
aus dem Tod zum Leben,
aus der Sünde ins Leben mit ihm.

Die heilige Eucharistie,
das Brot des Lebens,
ist uns Garant dafür.

Es war unmöglich,
dass Tote wieder leben,
unmöglich war Gott im Fleisch erfahrbar,
ehe sein Wort Fleisch wurde,
damit unser Fleisch in ihm lebt.

Wo ich am Ende bin,
wo ich nur noch tot bin,
dort überall spüre ich Leben
von neuem knospen und aufblühen,
ich höre
wie er auch mich ruft.

Reinhard Röhrner

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