Impulse zu Allerheiligen

 Lektionar II/B, 424: Offb 7,2–4.9–14; 1 Joh 3,1–3; Mt 5,1–12a   

Es gibt viele Spezialisten in unserer Gesellschaft und die Spezialisierungen werden immer feiner und abgegrenzter. Andererseits sehnen wir uns nach Menschen, die sich nicht in die Details verlieren, sondern vielmehr den Überblick behalten in dem Abenteuer, das Leben heißt.
Heute feiern wir alle Heiligen, die großen und verehrten ebenso wie die namenlosen und vor allem alle jene, die unser Herz berührt haben. Die für uns wertvoll sind, weil sie in einer Welt von Spezialiserung und Vereinzelung, von Selbstsucht und Machtspielen unser Inneres berührt haben. Die wertvollsten Erfahrungen sind immer jene, denen wir ganz sein dürfen, wo wir uns als geliebt erfahren. Geleibt werden heißt, ganz sein, von Innen und Außen des Menschen, ganz sein in der Welt und vor Gott, den wir als Herrn und Kyrios preisen:

Kyrie []

Herr Jesus Christus,
du preist selig, wer sich nach dir sehnt.
Du versprichst uns Fülle, wo wir nur Teile sehen.
Du preist selig, wer sein Ziel in Gott hat.

Gloria * Tagesgebet [MB 823]

Allmächtiger, ewiger Gott,
du schenkst uns die Freude,
am heutigen Fest
die Verdienste aller deiner Heiligen zu feiern.
Erfülle auf die Bitten so vieler Fürsprecher
unsere Hoffnung
und schenke uns dein Erbarmen.
Darum bitten wir durch Jesus Christus,
deinen Sohn, unseren Herrn und Erlöser,
der in der Einheit des Heiligen Geistes
mit dir lebt und liebt in alle Ewigkeit. AMEN.

Fürbitten

Unser Herr Jesus Christus preist die selig, die ihr Herz für Gott öffnen und versuchen daraus ihr Leben und ihre Welt zu gestalten. Zu ihm wollen wir beten:

  • Für alle, die in materieller oder sozialer Armut leben.
    Schenke ihnen das Lebensnotwendige
    und Menschen, die sie begleiten und fördern.
    Christus höre uns. – [ALLE] Christus erhöre uns.
  • Für alle, die sich für Versöhnung einsetzen.
    Lass das Mühen um Versöhnung und Frieden erfolgreich sein
    und alle Hetzer verstummen.
    Christus höre uns. – [ALLE] Christus erhöre uns.
  • Für alle, die sich nach deiner Gerechtigkeit sehnen.
    Gib deinem Wirken Raum
    und lass dein Reich in unserer Welt anfanghaft erfahrbar werden
    Christus höre uns. – [ALLE] Christus erhöre uns.
  • Für alle, die verfolgt werden. Schenke Ruhe und einen Ort
    zum Ankommen und menschenwürdigem Leben.
    Christus höre uns. – [ALLE] Christus erhöre uns.
  • Für alle Trauernden. Nimm unsere Verstorbenen auf in deine Liebe
    und tröste alle Trauernden mit der Hoffnung auf Gemeinschaft.
    Christus höre uns. – [ALLE] Christus erhöre uns.

Auch uns preist du selig, glücklich, wo es uns gelingt mit dem Herzen und unserem ganzen Leben auf Dich einzulassen, jetzt und bis in Ewigkeit. AMEN.

Schlussgebet

Gott du allein bist heilig,
dich ehren wir, wenn wir der Heiligen gedenken.
Stärke durch dein Sakrament in uns das Leben der Gnade
und führe uns auf dem Weg der Pilgerschaft
zum ewigen Gastmahl,
wo du selbst die Vollendung der Heiligen bist.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn. AMEN.

Hinführung zur ersten Lesung: Offb 7,2–4.9–14

Glücksratgeber, Erfolgsrezepte,
ja scheinbar grenzenloses Glück ist machbar,
zumindest scheint es der Werbung nach so zu sein.
Im letzten Buch des Neuen Testaments
schenkt der Seher Johannes in seiner Offenbarung
einen anderen Trost.
Nicht, dass der Gläubigen von Leid und Tod verschont ist,
aber dass sein Ziel in Gott liegt
und er so der Spitze des Leids,
ja sogar des Todes, die Schärfe nimmt.

 

Hinführung zur zweiten Lesung: 1 Joh 3,1–3

Kinder versuchen oft bewusst oder unbewusst
den Eltern nachzueifern.
Johannes betont in der heutigen Lesung,
dass wir Kinder Gottes sind
und so in unserem Ursprung von Gott stammen
und unsere Zukunft sich dort vollenden wird,
so können wir jetzt in Zuversicht
seine Liebe, die wir erfahren, weiterschenken.

 

Meditation

Ich feiere Allerheiligen,
alle Heiligen, ja alle Seelen,
die mir in Güte und Liebe begegnet sind,
die mein Herz berührt haben.

Ich feiere mein Allerheiligen der Freude,
auch wenn sich Trauer einmischt,
weil ich so manchen noch gerne bei mir hätte,
den ich feiere, weil er bei Gott lebt.

Ich feiere ein Allerheiligen der Stille,
stiller Anbetung und stiller Freude.
Nicht der lauten Töne,
sondern der Regungen meines Innern.

Ich feiere ein Allerheiligen des Glaubens,
das die Grenzen überwindet,
die ich nicht sprengen kann
und mir so ein Vorgeschmack
meiner Erlösung wird.

ð Reinhard Röhrner

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