Impulse zum 4. Ostersonntag | miseridordia domini | C

iubilate | Lektionar III/C, 191: Apg 5,12–16 | Offb 1,9–11a.12–13.17–19 | Joh 20,19–31

Die Stimmlage und der Tonfall sind wichtig für die Schafe, erzählte mir ein Schäfer. Die Schafe sind vertraut mit den Klängen und den Bewegungen des Hirten. Vielleicht gibt es deshalb so viele Bilder vom Hirten, wenn von der Sorge Gottes um die Menschen die Rede ist.

Nicht nur ein Wort oder eine Vorschrift, gar eine moralische Mahnrede, sondern mit der ganzen Persönlichkeit sollen und dürfen wir Zeugnis geben von Gott, der sich um uns sorgt uns zu unserer Fülle führen möchte. Diese Fülle muss ich nicht aus mir schaffen, ich darf ihn als Gottes Geschenk für mich entdecken.

Rufen wir zu unserem guten Hirten Jesus Christus:

Kyrie

Herr, Jesus Christus,
du bist der gute Hirte. Kyrie eleison.
Du führst uns in der Hektik zu Ruhe. Christe eleison.
Du erfüllst unser Leben. Kyrie eleison

Gloria | Tagesgebet | MB 161

Allmächtiger, ewiger Gott,
dein Sohn ist der Kirche siegreich vorausgegangen
als der Gute Hirt.
Geleite auch die Herde,
für die er sein Leben dahingab,
aus aller Not zur ewigen Freude.
Darum bitten wir durch Jesus Christus,
deinen Sohn, unseren Herrn und Erlöser,
der in der Einheit des Heiligen Geistes
mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit. AMEN.

Fürbitten

Herr Jesus Christus, du bist der gute Hirt, der uns als seine Herde zur Fülle im Leben führen wird. So rufen wir zu dir:

  • Führe die Kirche in unserer Zeit,
    dass sie deine Frohbotschaft zu den Menschen bringt,
    die sich nach Fülle und Erfüllung sehnen.
  • Leite alle, die in der Kirche arbeiten,
    dass sie ihren Dienst immer im Blick auf Dich
    und deine liebende Gegenwart erfüllen.
  • Stärke die Menschen, die nach einem Weg für ihr Leben suchen
    und schenke ihnen gute und ermutigende Wegbegleiter.
  • Steh den Opfer von Krieg, Terror und Gewalt bei,
    lass Frieden und Versöhnung wachsen.
  • Nimm die Verstorbenen auf in deine Liebe
    und tröste die Trauernden.

Herr, unser Gott, wir vertrauen auf deine Nähe und Liebe. Erhöre unsere Bitten, die wir durch deinen geliebten Sohn an dich gerichtet haben, der mit dir lebt und herrscht in Ewigkeit. AMEN.

Schlussgebet | MB

Gott, du Hirt deines Volkes,
sieh voll Huld auf deine Herde,
die durch das kostbare Blut deines Sohnes erkauft ist;
bleibe bei ihr
und führe sie auf die Weide des ewigen Lebens.
Darum bitten wir durch ihn, Christus, unseren Herrn. AMEN.

Hinführung zur ersten Lesung | Apg 13,14.43b–52

Wie gehen wir mit Meinungen um,
die uns nicht gefallen oder unserer widersprechen?
In der großen Predigt des Apostels Paulus
aus der wir heute Ausschnitte hören
werden die frommen Juden herausgefordert.
Paulus spricht im Geist der Liebe und Freiheit,
die nicht alle ertragen können.
Alle Menschen sind berufen
in Jesus Christus den Erlöser zu finden
und das eigene Heil zu erlangen.

Hinführung zur zweiten Lesung | Offb 7,9.14b–17

Unverstanden, ausgegrenzt und verfolgt
erleben sich Christen in Kleinasien Ende des 1. Jahrhunderts.
Zu ihnen spricht Johannes in seiner Vision
einer himmlischen Liturgie.
Auch wenn ich mich selbst
verloren, ohnmächtig oder sogar gescheitert sehe
ist Gott dennoch treu.
Sein Wort, dass er zu mir steht,
gilt über die Grenzen irdischer Erfahrung hinaus.

Lesehinweis

Meditation

Jesus ist der gute Hirte,
wir alle sind die Schafe,
so sagt es uns das Bild,
das Jesus im Evangelium erzählt.

Das Glück, die Erfüllung und der Sinn,
wonach ich mich zutiefst sehne,
kann ich mir nicht selbst geben.
Ich kann mich darum bemühen,
aber ich kann es nicht einfach machen.

Viele möchten mich verführen,
wollen meine Sehnsucht ausnützen
für ihre eigenen Ziele.

Doch auch Jesus
begegnet mir in meiner Sehnsucht,
spricht mich dort an,
wo meine Sehnsucht liegt.
Als guter Hirte führt er mich
behutsam,
sorgsam,
zärtlich 
zur Erfüllung
bis zu meiner vollen Erfüllung.

Erfüllung durch Gott
ist Geschenk,
er schenkt sich mir,
damit ich zur Fülle gelange.

Reinhard Röhrner

Meditation | Alternative

Ich bin der gute Hirte,
sagt Jesus zu den Menschen,
die ihm zuhören,
er sagt aus auch zu mir.

Auch für mich will er Hirte sein,
auch wenn mir der Glaube schwer wird,
wenn mich Gottes Nähe
eher bedrängt und einengt.

Für mich will er Hirte sein,
wenn ich allein und hilflos bin,
wenn Ohnmacht und Angst
sich über mich hermachen.

Für mich will er Hirte sein,
wenn ich meinen Weg suche
inmitten so vieler Möglichkeiten
meine Erfüllung finden will.

Für mich ist er Hirte,
wenn ich scheitere und am Ende bin,
ja über das irdische Ende, den Tod hinaus,
ist er da und führt mich
in seine liebende Gegenwart.

Mein Herr und mein Gott.

Reinhard Röhrner

Weitere Impulse
22 C Ostern – Sonntag 4 – misericordia domini
22 C Ostern – Sonntag 4 – Hinführung und Meditation

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