Impulse zum 25. Sonntag im Jahreskreis | Salus populi | C

Salus populi | Lektionar III/C, 361: Am 8,4–7 | 1 Tim 2,1–8 | Lk 16,1–13 (oder 16,10–13)

Die Angst vor hohen Preisen prägt viele Diskussionen, wie sollen wir all das bezahlen können? Werde ich weiter Arbeit haben, oder bricht die Wirtschaft ein und viele Menschen werden arbeitslos?
Der Umgang mit Geld und Reichtum gehört zu den schwierigen Fragen der christlichen Lebenseinstellung. Muss ich in franziskanischer Armut leben, um ehrlich Christ sein zu können? Darf ich Kompromisse im Umgang mit dem Geld eingehen, ohne meine Überzeugung zu verraten?

Schon der sozialkritische Prophet Amos, der vor rund 2800 Jahren auftrat und zugleich höchst aktuell ist, hat dies in eine deutliche Sprache gefasst. Papst Franziskus wiederholt die Frage immer wieder, die zur Nagelprobe des Glaubens wird, und macht sie damit auch zur Frage nach unserem persönlichen Glauben.

So rufen wir zu unserem Herrn, dem Kyrios, der einen inneren Reichtum schenkt, der uns tragen kann:

Kyrie

Herr, Jesus Christus,
Du Gott von Gott, Gott für uns. Kyrie eleison.
Mittler zwischen Gott und den Menschen. Christe eleison.
Mensch wie wir, Mensch für uns. Kyrie eleison..

Gloria | Tagesgebet | MB 237

Heiliger Gott,
du hast uns das Gebot der Liebe
zu dir und zu unserem Nächsten aufgetragen
als die Erfüllung des ganzen Gesetzes.
Gib uns die Kraft,
dieses Gebot treu zu befolgen,
damit wir das ewige Leben erlangen.
Darum bitten wir durch Jesus Christus,
deinen Sohn, unseren Herrn und Erlöser,
der in der Einheit des Heiligen Geistes
mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit. AMEN

Fürbitten

In der Not und Sorge der Welt kommen wir zu unserem Herrn, der die Welt erschuf und um die Erlösungsbedürftigkeit weiß. In diesem Geist rufen wir:

  • Viele Menschen sehnen sich so sehr nach Erfolg und Reichtum,
    dass sie dabei vergessen zu leben
    und die wirklich wertvollen Dinge im Leben übersehen.
    Hilf Ihnen zur Mitte ihres Lebens zu finden.
  • Viele Menschen leiden unter Terror und Krieg,
    in der Ukraine, in Syrien, im ganzen Nahen Osten
    und vielen weiteren Orten auf unserer Welt.
    Steh ihnen bei und schenke den ersehnten Frieden.
  • Viele Menschen wissen nicht,
    wie sie ihre Fähigkeiten und Chancen nutzen sollen und können.
    Zeige ihnen Wege erfüllt zu leben.
  • Viele Menschen sind verantwortlich
    für das Leben anderer Menschen und soziale Gerechtigkeit.
    Begleite sie die richtigen Entscheidungen zu treffen.
  • Für den jungen Mann, der letzten Sonntag schwer verunglückte,
    um gute Genesung und Kraft für die Familie und alle Angehörigen,
    die in diesen Tagen bangen und hoffen.
  • Viele sind uns in die Ewigkeit vorausgegangen.
    Lass sie deine Pracht und Gegenwart unmittelbar erfahren.

Denn Du begleitest uns auf allen unseren Wegen, heute und morgen und bis wir alle in deiner Ewigkeit vereint sind. AMEN.

Schlussgebet | MB

Allmächtiger Gott,
du erneuerst uns durch deine Sakramente.
Gewähre uns deine Hilfe
und mache das Werk der Erlösung,
das wir gefeiert haben,
auch in unserem Leben wirksam.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn. AMEN.

Hinführung zur ersten Lesung | Am 8,4–7

Soziale Ungerechtigkeit, Machtspiele, grenzenlose Gier
auf Kosten der kleinen Leute
rufen den Propheten Amos auf den Plan.

Ein Bauer aus dem Südreich Juda
prangert die Ungerechtigkeit im Nordreich Israel
im 8. Jahrhundert vor Christus an.

Im Namen Gottes warnt er vor drohendem Unheil,
zu dem die Ungerechtigkeit führt.
Der gerechte Gott steht immer auf der Seite
der zu kurz Gekommenen und Habenichtse.

Hinführung zur zweiten Lesung | 1 Tim 2,1–8

In der Feier des Gottesdienstes
wissen wir uns mit Gott und allen Menschen verbunden.
Der Brief an Timotheus ist an einen Gemeindeleiter gerichtet.
Im Geiste des Apostels Paulus
wird betont, wie Gottesdienste sein sollen,
einschließlich dem Gebet für alle Menschen,
egal woher sie kommen,
ob mächtig oder machtlos,
ob Frau oder Mann,
sowie der einzelnen Rollen im Gottesdienst.

Lesehinweis

Timo the us | Betonung auf dem O, e und u werden getrennt gesprochen

Meditation

Du selbst, Jesus,
lobst die Klugheit
des ungerechten Verwalters.

Heiligt der Zweck doch die Mittel?
Kann man den loben,
der doch offenbar Unrecht tut?

Mit Leidenschaft
alles für das Leben in die Waagschale werfen,
das macht mir der Verwalter vor.

Mutig immer wieder
neue Wege suchen und gehen
um den Menschen deine Botschaft zu verkünden.

Immer unterwegs sein,
das Heil den Menschen
nahe zu bringen.

Reinhard Röhrner

Meditation | Alternative

Jesus lobt die Klugheit des ungerechten Verwalters,
lobt er also die Ungerechtigkeit?
Es bleibt eine Stolperschwelle in dieser Gleichnisrede Jesu,
weil doch Ungerechtigkeit nicht einfach gut sein kann.

Ist es nicht Gott selbst,
der für Recht und Gerechtigkeit steht
und immer wieder gegen Willkür aufsteht,
der in weltlicher Ungerechtigkeit sein Heil zusagt?

Die Klugheit des Mannes besteht darin,
dass er Schuld vergibt,
nicht nur die Schuld ihm gegenüber,
sondern auch gegenüber dem Gutsherrn.

Ein Weg auch für uns und unser Leben,
anderen Schuld vergeben,
denen, die uns gegenüber schuldig wurden,
und allen, die sich Gott gegenüber versündigt haben.

Wer Schuld vergibt, wird barmherzig,
mit sich selbst und den anderen Menschen.
So wird das Leben leichter und erfüllter,
so komme ich auch Gott selbst näher.

Reinhard Röhrner

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