Impulse zum Hirtenamt | in nativitate Domini | C

Wir feiern Weihnachten, wir feiern, dass Gott Mensch wurde, einst in Bethlehem, einem verschlafenen Hirtendorf nahe Jerusalems im Bergland Judäas, wie es uns der Evangelist Lukas berichtet.

Warum so armselig? Musste das sein? Und dann unter diesen Umständen? Muss man alles immer aufs Äußerste, auf die Spitze treiben? – Ja, weil Gott ganz einer von uns werden wollte.

Mitten in der Ohnmacht des Einzelnen, der sich damals wie heute immer wieder wie ein Spielball zwischen den Mächtigen der Welt vorkommen mag. Gott lässt sich auf das Menschsein ein, um uns einen Weg zur Fülle des Lebens zu eröffnen. Einen Weg, der die widrigen Umstände und die persönliche Schuld überwindet und uns so befreit. Dieser Gott wurde Mensch, er ist es auch für uns geblieben.

Doch nicht unnahbar, abgeschottet von Menschen und der Welt, sondern als Neugeborener in einem Stall kommt er zu uns. Ich darf zu ihm kommen, so wie ich bin. Arme Hirten und mächtige Fremde werden ihn besuchen. Dazwischen darf auch ich sein. Ihn, auf dem alle unsere Hoffnung ruht, preisen wir in unserer Mitte:

Kyrie

Herr, Jesus Christus,
geboren aus der Jungfrau Maria. Kyrie eleison.
Sohn Gottes aus Davids Stamm. Christe eleison.
Herr und Erlöser aller Menschen. Kyrie eleison.

Gloria | Tagesgebet | MB 39

Allmächtiger Gott,
dein ewiges Wort ist Fleisch geworden,
um uns mit dem Glanz deines Lichtes zu erfüllen.
Gib, dass in unseren Werken widerstrahlt,
was durch den Glauben in unserem Herzen leuchtet.
Darum bitten wir durch ihn, Jesus Christus,
deinen Sohn, unseren Herrn und Erlöser,
der in der Einheit des Heiligen Geistes
mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit. AMEN.

Fürbitten

Das Wort ist Fleisch geworden, Gott wurde Mensch, Gottes Liebe kam in einem kleinen Kind in unsere Mitte in Jesus Christus. Ihn bitten wir voll Vertrauen:

  • Dass das Licht der Weihnacht strahlt
    in alle Dunkelheiten unseres Lebens und unserer Welt,
    lasset zum Herrn uns beten: Herr, erbarme dich.
  • Dass der Frieden der Heiligen Nacht
    fortwirkt in den Herzen der Menschen, lasset zum Herrn …
  • Dass die Ehrfurcht der Hirten vor dem neugeborenen Kind
    auch das Denken der Verantwortlichen
    in Staat und Gesellschaft lenkt.
  • Dass die Liebe Gottes auch in uns Gestalt annimmt
    zum Segen füreinander und der ganzen Schöpfung.
  • Dass die Kälte in den Herzen der Menschen
    von der Wärme der Heiligen Nacht vertrieben wird.
  • Dass die Verstorbenen geborgen sind
    in Gottes übergroßer Liebe zu uns Menschen.

Allmächtiger Gott. Nicht im Großen und Starken, sondern im Kleinen und Schwachen gibst du dich uns zu erkennen, in einem Kind, deinem Sohn, unserem Bruder und Herrn. AMEN.

Schlussgebet | MB

Herr, unser Gott,
die Menschwerdung deines Sohnes
erfülle uns mit Freude und Dank.
Lass uns dieses unergründliche Geheimnis
im Glauben erfassen und in tätiger Liebe bekennen.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn. AMEN.

Hinführung zur ersten Lesung | Jes 62, 11-12

Über alle vier Adventssonntage
hat uns der alttestamentliche Prophet Jesaja begleitet.
Er hat uns auf die bevorstehende Ankunft
eines Friedensreiches und seines Königs vorbereitet.

Heute kommt dieser Weg nun an sein Ziel:
Der Herr kehrt nach Jerusalem zurück
und bringt Trost und Erlösung für sein Volk.

Der Advent, die Ankunft des Herrn, ist endlich geschehen!

Hinführung zur zweiten Lesung | Tit 3, 4-7

Bewusst oder unbewusst
geht es im Leben immer wieder darum,
dass wir uns etwas verdienen müssen,
wenn wir etwas erreichen wollen.
Gottes Logik ist völlig anders,
er verschenkt sich in seinem Sohn an die Menschen,
das versucht Paulus
seinem Schüler Titus klar zu machen.

Lesehinweis

Meditation

Ein Kind kommt zur Welt

Ich bin deine Freude –
fürchte dich also nicht,
froh zu sein!

Ich bin in deiner Not;
denn ich habe sie selbst erlitten.
Ich bin in deinem Tod;
denn heute, als ich geboren wurde,
begann ich mit dir zu sterben.

Ich gehe nicht mehr weg von dir.
Was immer dir geschieht,
durch welches Dunkel dein Weg
dich auch führen mag –
glaube, dass ich da bin!

Glaube,
dass meine Liebe unbesiegbar ist!
Dann ist auch deine Nacht
Heilige Nacht.

Dann zünde getrost die Kerzen an –
sie haben mehr recht
als alle Finsternis.

Reinhard Röhrner

Meditation | Alternative

Ein Kind kommt zur Welt
und der Welt geht ein Licht auf
Gott kommt zur Welt
als kleines Kind
in wehrloser Liebe
ein Kind das die Welt
verwandelt!

Ein Kind kommt zur Welt
Gottes Wort bekommt
Hand und Fuß
bekommt ein Gesicht
Gottes Wort
das die Welt
verwandelt!

Ein Kind kommt zur Welt
die Nacht wird hell
ein neuer Tag
bricht an
heiliger Tag
der die Welt
verwandelt.

Reinhard Röhrner

Weitere Impulse
21 C Weihnachten – Hirtenamt
21 C Weihnachten – Hirtenamt – Hinführungen und Meditation


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