Impulse zum 34. Sonntag Jahreskreis | dignus est agnus | B

Christkönig | Dignus est agnus | Lektionar II/B, 381: Dan 7,2a.13b–14 | Offb 1,5b–8 | Joh 18,33b–37

Wem soll ich noch glauben? Jeder verdreht die Tatsachen so, dass es zu seiner Weltsicht passt! Diese Erfahrung machen wir nicht erst seit die Pandemie immer bedrängender wird, oft genug erleben wir es in Diskussionen. Aus verschiedenen Perspektiven ergeben sich oft unterschiedliche Blickwinkel auf die Wahrheit und jeder nimmt gern für sich in Anspruch die ganze Wahrheit zu besitzen.

Mit dem letzten Sonntag im Kirchenjahr feiern wir Jesus Christus als König, als einen, der für die Wahrheit Zeugnis ablegt. Das ist verblüffend anders, als wir es gewohnt sind, weil er es in Demut und Offenheit für den anderen tut und uns damit einlädt auf seine Weise nach der Wahrheit im Leben zu suchen, die in den Herausforderungen tragen kann.

Rufen wir zu unserem Herrn, dem Kyrios:

Kyrie

Herr, Jesus Christus,
du bist unser König.
Du bist unser Herr.
Du führst uns zur Herrlichkeit.

Gloria | Tagesgebet | MB 261

Allmächtiger, ewiger Gott,
du hast deinem geliebten Sohn
alle Gewalt gegeben im Himmel und auf Erden
und ihn zum Haupt der neuen Schöpfung gemacht.
Befreie alle Geschöpfe von der Macht des Bösen,
damit sie allein dir dienen
und dich in Ewigkeit rühmen.
Darum bitten wir durch Jesus Christus,
deinen Sohn, unseren Herrn und Erlöser,
der in der Einheit des Heiligen Geistes
mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit. AMEN.

Fürbitten

Du König auf dem Kreuzesthron, Herrscher, der sich erniedrigt um uns den Weg zu Gott zu eröffnen, wir rufen in den Nöten unserer Zeit zu dir:

  • Wir beten für die Suchenden Menschen unserer Zeit,
    dass sie aus dem Glauben und überzeugenden Vorbildern
    Sinn in den Fragen des Lebens erfahren.
    Christkönig: Wir bitten dich, erhöre uns.
  • Wir beten für die Mächtigen unserer Zeit,
    dass sie sich an Jesus Christus orientieren
    und zum Wohl aller Menschen handeln.
  • Wir beten für die Menschen am Ende der Kraft,
    in Krankheit oder den Sorgen des Alltags,
    dass sie im Glauben Kraft und Zuversicht finden.
  • Wir beten für die Einflussreichen der Gesellschaft,
    dass sie sich für Verständigung und Versöhnung
    unterschiedlicher Gruppen einsetzen.
  • Wir beten für unsere Verstorbenen,
    dass sie in Gottes Herrlichkeit sein dürfen
    und alle Trauernden in der Hoffnung getröstet werden.

Du bist Anfang und Ende, Alpha und Omega. Begleite uns in diesen herausfordernden Zeiten und stärke den Glauben. Heute und in alle Ewigkeit. AMEN.

Schlussgebet | MB

Allmächtiger Gott,
du hast uns berufen,
Christus, dem König der ganzen Schöpfung, zu dienen.
Stärke uns durch diese Speise,
die uns Unsterblichkeit verheißt,
damit wir Anteil erhalten
an seiner Herrschaft und am ewigen Leben.
Darum bitten wir durch ihn, Christus, unseren Herrn. AMEN.

Hinführung zur ersten Lesung | Dan 7,2a.13b–14

Eine Zeit, die geprägt ist von Wirren, Krieg und Terror,
Ohnmacht der Mächtigen,
die diese mit Brutalität überspielen möchten.

Das 2. Jahrhundert vor Christus
ist unserer Erfahrung vielfach ähnlich Mehr als Gewalt mit neuer Gewalt,
Leid mit immer neuem Leid zu beantworten
sehnen sich die Menschen nach Frieden und Versöhnung,
Daniels Vision ist ein Ausdruck dieser Hoffnung.

Hinführung zur zweiten Lesung | Offb 1,5b–8

Die Offenbarung des Johannes ist keine Träumerei,
es ist die Vision einer Zukunft,
die Mensch und Schöpfung
im Blick auf Gott gerecht wird.
Keine Vertröstung
oder innerweltliche Erlösungsphantasie,
in Jesus Christus
wird jeder Einzelne in seiner persönlichen Not erlöst.

Lesehinweis

Omega – Betonung auf dem O

Meditation

Herr Jesus Christus,
du sagst uns:
“Mein Königtum
ist nicht von dieser Welt.“ (Joh 18,36)

In der Messfeier schenkst du uns Anteil
an deiner Welt,
an deinem Leben,
an deiner Liebe.

Wir wollen dir danken,
für die Kraft,
die du uns immer wieder schenkst
den Weg durch diese Welt zu gehen,
für den Mut immer wieder anzufangen.

Denn „in der Welt werdet ihr von allen Seiten bedrängt;
aber lasst euch nicht entmutigen
und vertraut darauf:
Ich habe die Welt besiegt!“ (Joh 16,33)

So gehen wir zuversichtlich
in diese Tage
im Glauben und Vertrauen,
dass du unser Herr und König bist.

Reinhard Röhrner

Meditation | Alternative

Als König feiern wir dich,
einen der über den Königen der Welt steht,
der sich doch zum Diener und Spielball
von allen macht.

Warum setzt sich dein Königtum nicht durch?
Warum setzt du den Kriegen und dem Terror kein Ende?
Warum bringst du die Menschen nicht zur Vernunft?
Warum spüren wir so wenig von dieser Macht?

Als König feiern wir dich,
aber ganz anders als sich die Welt das denkt,
anders als ich es mir so denke,
denn du gehst den Weg auf der Seite der Leidenden.

Du bist mein König,
wenn ich an meine Grenzen stoße,
wenn ich nicht mehr weiter weiß,
wenn Angst und Unsicherheit mich bestimmen.

Du bist König aller,
weil du nicht aus der Liebe zur Macht,
sondern ganz und gar
aus der Macht der Liebe lebst.

Reinhard Röhrner

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