Impulse zum Fest Allerheiligen

Omnium sanctorum sollemnitas| Lektionar II/B, 430: Offb 7,2–4.9–14 | 1 Joh 3,1–3 | Mt 5,1–12a

Was ist uns heilig? Eine spannende Frage, die gerade in diesen Zeiten zwischen Beschränkung und Lockdown bzw. Öffnung und Lockerung nach Antworten sucht. Ist uns der Mensch in seiner Beziehung zu Gott und zur Welt heilig oder ist es doch der Konsum?
Die Hinweise auf sind ziemlich deutlich, wenn der stille Tag Allerheiligen in Frage gestellt wird, weil man so lange wegen der Pandemie nicht feiern konnte oder auch bei erster Gelegenheit die Mahnung zur Vorsicht im Umgang in den Wind geblasen wird.

Wir feiern Allerheiligen und fragen uns wer und was uns alles heilig ist, was uns über den Augenblick hinausführt und der Erlösung näherbringt.

Rufen wir zu Jesus Christus, unserem Herrn dem Kyrios:

Kyrie

Herr, Jesus Christus
Du bist der Heilige.

Du hast uns zu Kindern Gottes gemacht
Du willst uns zur Herrlichkeit beim Vater führen

.

Gloria | Tagesgebet | MB 823

Allmächtiger, ewiger Gott

du schenkst uns die Freude,

am heutigen Fest

die Verdienste aller deiner Heiligen zu feiern.

Erfülle auf die Bitten so vieler Fürsprecher

unsere Hoffnung und schenke uns dein Erbarmen.
Darum bitten wir durch Jesus Christus,
deinen Sohn, unseren Herrn und Erlöser,
der in der Einheit des Heiligen Geistes
mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit. AMEN.

Fürbitten

Gott, unser Vater, hat uns durch Jesus Christus, seinen Sohn, geheiligt und zur Gemeinschaft der Heiligen berufen. Im Vertrauen darauf beten wir:

  • Für die pilgernde Kirche auf Erden,
    dass sie ihren Weg in Demut und Liebe vollende
    und so Anteil erhalte an der Freude deiner Heiligen.
  • Für alle Menschen,
    dass sie trotz aller Enttäuschungen sich nicht entmutigen lassen,
    Frieden und Versöhnung zu stiften.
  • Für alle Getauften,
    dass du den Müden und Suchenden Vertrauen schenkst,
    und die Verirrten sich von deiner Liebe finden lassen.
  • Für unsere Gemeinde, dass wir nach dem Vorbild der Heiligen
    das Ziel nicht aus den Augen verlieren
    und im Glauben und in der Liebe voranschreiten.
  • Für unsere Verstorbenen,
    dass sie nach allem Kampf des Lebens erfahren dürfen,
    was du denen bereitet hast, die dich lieben.

Herr, unser Gott, du bist der Ursprung und das Ziel unserer Liebe. Dir sei der Dank und der Lobpreis durch Jesus Christus im Heiligen Geist in alle Ewigkeit. AMEN.

Schlussgebet | MB

Gott du allein bist heilig,dich ehren wir, wenn wir der Heiligen gedenken.

Stärke durch dein Sakrament in uns das Leben der Gnade

und führe uns auf dem Weg der Pilgerschaft

zum ewigen Gastmahl, wo du selbst die Vollendung der Heiligen bist.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn. AMEN.

Hinführung zur ersten Lesung | Offb 7,2–4.9–14

Glücksratgeber, Erfolgsrezepte,
ja scheinbar grenzenloses Glück ist machbar,
zumindest scheint es der Werbung nach so zu sein.
Im letzten Buch des Neuen Testaments
schenkt der Seher Johannes in seiner Offenbarung
einen anderen Trost.
Nicht, dass der Gläubigen von Leid und Tod verschont ist,
aber dass sein Ziel in Gott liegt
und er so der Spitze des Leids,
ja sogar des Todes, die Schärfe nimmt.

Hinführung zur zweiten Lesung | 1 Joh 3,1–3

Kinder versuchen oft bewusst oder unbewusst
den Eltern nachzueifern.
Johannes betont in der heutigen Lesung,
dass wir Kinder Gottes sind
und so in unserem Ursprung von Gott stammen
und unsere Zukunft sich dort vollenden wird,
so können wir jetzt in Zuversicht
seine Liebe, die wir erfahren, weiterschenken.

Lesehinweis

…  

Meditation

Ich feiere Allerheiligen,
alle Heiligen, ja alle Seelen,
die mir in Güte und Liebe begegnet sind,
die mein Herz berührt haben.

Ich feiere mein Allerheiligen der Freude,
auch wenn sich Trauer einmischt,
weil ich so manchen noch gerne bei mir hätte,
den ich feiere, weil er bei Gott lebt.

Ich feiere ein Allerheiligen der Stille,
stiller Anbetung und stiller Freude.
Nicht der lauten Töne,
sondern der Regungen meines Innern.

Ich feiere ein Allerheiligen des Glaubens,
das die Grenzen überwindet,
die ich nicht sprengen kann
und mir so ein Vorgeschmack
meiner Erlösung wird.

Reinhard Röhrner

Meditation | Alternative

Ich suche allerlanden eine Stadt,
Die einen Engel vor der Pforte hat.
Ich trage seinen großen Flügel
Gebrochen schwer am Schulterblatt
Und in der Stirne seinen Stern als Siegel.

Und wandele immer in die Nacht …
Ich habe Liebe in die Welt gebracht –
Daß blau zu blühen jedes Herz vermag,
Und hab ein Leben müde mich gewacht,
In Gott gehüllt den dunklen Atemschlag.

O Gott, schließ um mich
Deinen Mantel fest;
Ich weiß, ich bin im Kugelglas der Rest,
Und wenn der letzte Mensch die Welt vergießt
Du mich nicht wieder aus der Allmacht läßt,
Und sich ein neuer Erdball um mich schließt.

Else Lasker-Schüler, Werke und Briefe

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21 B Jahreskreis – Allerheiligen – Hinführung und Meditation


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