Impulse zum 30. Sonntag im Jahreskreis B

Lektionar II/B, 364: Jer 31,7–9; Hebr 5,1–6; Mk 10,46–52

#läuft! – Kann man junge Menschen sagen hören und sie meinen es geht gut. Indirekt sagen sie freilich mehr. Es bewegt sich, es geht voran. Ich bleibe nicht stehen oder schlimmer noch ich stecke nicht fest oder falle zurück. Im Alltag müssen wir uns behaupten, einmal mehr und einmal weniger. Meist geht es darum, dass ich mich durchsetze.
Jesus macht sich selbst zum Diener, er stellt sich in den Dienst der Menschen, die ihn brauchen. So verkehrt er die Logik der Welt, weil er nicht bestimmt, sondern den Menschen, der Hilfe braucht, fragt, wie ihm geholfen werden soll. Eine spannende Idee für den Alltag, wenn wir anderen nicht mit fertigen Lösungen für ihre Fragen, Nöte und Sorgen begegneten, sondern nach der Sehnsucht und den Wünschen der anderen  fragten.

Auch uns stellt Jesus diese Frage und wir dürfen darauf vertrauen, dass er uns mit Güte und Erbarmen nahe ist:

Kyrie []

Herr Jesus Christus,
du willst unser Diener sein.
Du willst unsere Sehnsucht erfüllen.
Du willst Mitte und Ziel des Lebens sein.

Gloria * Tagesgebet [MB 243]

Allmächtiger, ewiger Gott
mehre in uns den Glauben,
die Hoffnung und die Liebe.
Gib uns die Gnade,
zu lieben, was du gebietest,
damit wir erlangen, was du verheißen hast.
Darum bitten wir durch Jesus Christus,
deinen Sohn, unseren Herrn und Erlöser,
der in der Einheit des Heiligen Geistes
mit dir lebt und liebt in alle Ewigkeit. AMEN.

Fürbitten

Wir beten zu unserem Herrn Jesus Christus, der auch unsere Sorgen und Nöte versteht und uns beistehen und helfen möchte:

  • Für die Christen in aller Welt,
    dass sie ihren Glauben leben können
    und so das Gesicht der Erde verändern.
    Christus höre uns. – [ALLE] Christus erhöre uns.
  • Für die Menschen in den Kriegs- und Krisengebieten,
    besonders die verfolgten Christen,
    dass sie Kraft und Mut aus dem Glauben schöpfen
    und sich für Frieden und Versöhnung einsetzen können.
    Christus höre uns. – [ALLE] Christus erhöre uns.
  • Für die Menschen, die blind sind,
    dass sie Hilfe und Wertschätzung erfahren.
    Christus höre uns. – [ALLE] Christus erhöre uns.
  • Für alle Menschen, deren Blickwinkel eng geworden ist,
    dass sie im Glauben die Weite der Güte Gottes erkennen.
    Christus höre uns. – [ALLE] Christus erhöre uns.
  • Für die Menschen, die uns zu Gott vorausgingen,
    nimm sie auf bei dir und tröste alle Trauernden.
    Christus höre uns. – [ALLE] Christus erhöre uns.

Du bist uns nahe und willst uns zur eigenen Fülle führen. Hilfs dir zu vertrauen und auf Dich zu setzen, heute und bis in Ewigkeit. AMEN.

Schlussgebet

Herr, unser Gott,
gib, dass deine Sakramente
in uns das Heil wirken, das sie enthalten,
damit wir einst
als unverhüllte Wirklichkeit empfangen,
was wir jetzt in heiligen Zeichen begehen.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn. AMEN.

Hinführung zur ersten Lesung: Jer 31,7–9

Flucht und Vertreibung begleiten uns täglich
in den Berichten der Presse und des Fernsehens.
Der Prophet Jeremia
der den Untergang der beiden Reiche
Israel und Juda ankündigte,
spricht auch von der Freude der Rückkehr,
unter Gottes Schutz und Leitung wieder in die Heimat
zurück kehren zu dürfen.
So nennt man diese beiden Kapitel auch das Trostbuch.

 

Hinführung zur zweiten Lesung: Hebr 5,1–6

Mach es wie Gott, werde Mensch!
In Jesus Christus ist er ganz Mensch geworden,
um uns gerade in der Schwäche nahe zu sein,
er durchlebt die Ohnmacht
und Hinfälligkeit des Menschen bis zum Tod
und bleibt ganz treu.
So eröffnet er uns die Perspektive
aus unserer Hinfälligkeit zu Gottes Pracht zu gelangen.

 

Meditation

 

Ein Blinder kann wieder sehen,
die dunkle Nacht ist durchbrochen,
das licht und die Farben
werden deutlich.

Er, Bartimäus, kann wieder sehen,
weil Jesus ihn geheilt hat,
weil er offen ausspricht,
was er erhofft und ersehnt.

Sehen im Glauben
heißt nicht sich von der Oberfläche
blenden und ablenken lassen.

Im Glauben Sehen
bedeutet vielmehr
die Weite des Menschen
und seines Zieles in Gott zu erahnen.

„Dein Glaube hat dir geholfen!“,
sagt Jesus auch zu mir,
wenn ich mit Glauben und Vertrauen
in meine Welt blicke
und sie im neuen Licht des Glaubens sehe.

ð Reinhard Röhrner

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