Impulse zum 22. Sonntag im Jahreskreis | A

22. Sonntag im Jahreskreis | Jahreskreis A | Lesejahr A
Miserere
Lektionar I/A, 316: Jer 20,7–9 | Röm 12,1–2 | Mt 16,21–27

„Im Leben ist es wie in der Musik, Kreuze erhöhen!“ So fasst Ludwig van Beethoven einmal seine Erfahrungen mit dem Kreuz in seinem Leben zusammen. Es kommt darauf an wie wir mit dem Kreuz und Leiden im Leben umgehen.
Das Kreuz, mit dem wir uns zu Beginn des Gottesdienstes bezeichnet haben, begleitet unser christliches Leben. Oft mehr oder weniger unbewusst. Manchmal wird es uns aber in seiner tiefen Bedeutung bewusst. Heute werden wir im Evangelium mit dem Kreuz konfrontiert, das uns früher oder später im Leben begegnet. Kaum jemand kann ihm entgehen. Gewiss sind auch jetzt genügend Menschen unter uns, die ein Lied von ihrem Kreuz, das sie tragen müssen, singen könnten. Weichen wir dem Kreuz nicht aus, rufen wir zu unserem Herrn, der für uns das Kreuz mitträgt.

Kyrie

Herr Jesus Christus,
du hast das Kreuz auf dich genommen zu unsrem Heil. Kyrie eleison.
Du hast dich als heiliges Opfer dargebracht. Christe eleison
Du hast am Kreuz den Tod in Leben verwandelt. Kyrie eleison.

Gloria | Tagesgebet | MB 233

Allmächtiger Gott,
von dir kommt alles Gute.
Pflanze in unser Herz
die Liebe zu deinem Namen ein.
Binde uns immer mehr an dich,
damit in uns wächst, was gut und heilig ist.
Wache über uns und erhalte, was du gewirkt hast.
Darum bitten wir durch Jesus Christus,
deinen Sohn, unseren Herrn und Erlöser,
der in der Einheit des Heiligen Geistes
mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit. AMEN

Fürbitten

Wir wenden uns an Jesus Christus, der sein Kreuz auf sich nahm und uns das Heil brachte. Wir bitten ihn:

  • Herr Jesus Christus, gib Kraft und Mut allen,
    die ihr Kreuz im Glauben an dich
    auf sich nehmen und dir nachfolgen.
  • Schenke den Kranken und Leidenden
    Kraft und Zuversicht im Blick auf dein Kreuz.
  • Sei denen nahe, die in den Hospizen oder anderswo
    die letzte Phase ihres Lebens verbringen.
  • Stärke alle, die anderen helfen,
    ihr Kreuz zu tragen und schwere Wege mitgehen.
  • Lass Menschen, die ein schweres Leid zu tragen haben,
    erkennen, dass im Kreuz Heil ist.
  • Tröste die Trauernden
    durch den Glauben an die Auferstehung.

Herr, du kennst Freud und Leid unseres Lebens und verstehst unsere Anliegen. Wir danken dir, dass du uns hörst und erhörst. AMEN

Schlussgebet | MB

Allmächtiger Gott,
du hast uns gestärkt durch das lebendige Brot,
das vom Himmel kommt.
Deine Liebe,
die wir im Sakrament empfangen haben,
mache uns bereit,
dir in unseren Schwestern und Brüdern zu dienen.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn. Amen

Hinführung zur ersten Lesung | Jer 20,7–9

Im 6. Jahrhundert vor Christus,
kurz vor dem Untergang des Reiches Juda
trat der Prophet Jeremia im Namen Gottes auf
kündete vom Unheil,
das über das Volk kommen würde,
wenn es sich nicht bekehrt. Die Warnungen werden selbstgerecht ignoriert
und der Prophet ausgegrenzt, er hadert mit seinem Schicksal
und spürt doch das Feuer Gottes in ihm brennen.

Hinführung zur zweiten Lesung | Röm 12,1–2

In seinem Brief an die Christen in Rom,
versucht der Apostel Paulus
den Wert des Glaubens zu betonen.
Das ganze Leben kann zu einem Gottesdienst werden,
wenn wir uns vom Denken Gottes
durchdringen lassen.
Gott selbst ist der Maßstab des Handelns für uns.

Lesehinweis

Meditation

Warum Herr, soll ich mich verleugnen?
Warst Du es nicht,
der mich geschaffen hat,
der mich so wollte wie ich bin?

Warum Herr, soll ich mich verleugnen?
Soll mich nicht annehmen
mein Leben gestalten,
schaffen, was möglich ist?

Sich selbst verleugnen,
heißt mich nicht absolut zu setzen,
mich nicht als die Mitte
der Welt und des Lebens zu sehen.

Nur wenn ich diesen Weg gehe,
finde ich zu mir selbst
und kann so anderen begegnen,
Reichtum und Vielfalt erleben.

Das Kreuz auf sich nehmen,
heißt auch die Grenzen annehmen
und nicht meine Kraft verwenden
gegen sie anzurennen.

Gott schenkt mir mein Selbst,
das frei von Egoismus
von Liebe und Größe
Zeugnis gibt.

Reinhard Röhrner, vgl. Nikolaus von Kues

oder Alternative

Mach etwas aus dir!
Du hast Chancen und Möglichkeiten!
Ergreife sie und mach was draus!
Du kannst gewinnen,
wenn du nur willst!

Ja, es gibt viele Chancen
und noch mehr Möglichkeiten.
So vieles ist möglich,
so vieles könnte ich machen
mein Leben gestalten.

Wo bleibe ich bei all dem selbst?
Heißt Selbstverwirklichung nicht,
dass ich zuerst zu mir komme
ohne mich
in alles Mögliche hinein zu verlieren?

Ich nehme mir Ruhe und Stille,
ich schenke mir meine Zeit,
die Gott mir gibt,
um zu mir und zu Gott zu kommen. Mögen andere alles Mögliche tun,
mögen sie sich in den vielen Dingen verwirklichen.
Ich muss es nicht beweisen,
weil ich weiß,
dass er mich erlöst hat.

Reinhard Röhrner

Weitere Impulse
Meditation
20 Lj A Jahreskreis – Sonntag 22 – Miserere
20 Lj A Jahreskreis – Sonntag 22 – Hinführung und Meditation

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