Impuls zum 3. Fastensonntag oculi | A

Oculi | Lektionar I/A, 70: Ex 17,3–7 | Röm 5,1–2.5–8 | Joh 4,5–42

Was brauche ich wirklich zum Leben? – Eine ganze Menge könnte man meinen, wenn wir auf unseren Alltag blicken. Wie selbstverständlich wir viele Dinge in unserem Alltag verwenden, ja wie wir stillschweigend davon ausgehen, das alles zu brauchen ist erstaunlich. Ein junges Paar, das für rund ein Jahr auf einer Reise um die Welt war, erzählte mir, dass es eine wertvolle Erfahrung war mit wie wenig Dingen man auskommen kann.

Die Fastenzeit kann eine Zeit für uns sein in der wir uns auf das Wesentliche besinnen. Was ist wirklich notwendig und notwendend im Leben? Was scheint zwar angenehm auf den ersten Blick und ist bei näherer Betrachtung doch eher eine Fessel für mein Leben? Im heutigen Introitus heißt es aus dem Psalm 25: „Meine Augen schauen stets auf den Herrn; denn er befreit meine Füße aus dem Netz.“ (Ps 25,15)

Auch aus den Netzen unserer Zeit will mich Gott herausführen und in die Freiheit seiner Gegenwart geleiten, zu ihm rufen wir, unserem Herrn und Kyrios:

Kyrie | mit GL

Herr Jesus Christus,
du hast einen Blick für die Menschen. Kyrie eleison.
Du zeigst mir das Wesentliche im Leben. Christe eleison.
Du willst mich Freiheit erleben lassen. Kyrie eleison.

Tagesgebet | MB 93

Gott, unser Vater,
du bist der Quell des Erbarmens und der Güte,
wir stehen als Sünder vor dir,
und unser Gewissen klagt uns an.
Sieh auf unsere Not und lass uns Vergebung finden
durch Fasten, Gebet und Werke der Liebe.
Darum bitten wir durch Jesus Christus,
deinen Sohn, unseren Herrn und Erlöser,
der in der Einheit des Heiligen Geistes
mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit. AMEN.

Fürbitten

Gott will uns aus den Fesseln des Alltags befreien und in die Freiheit führen. Rufen wir in den Zwängen unserer Zeit zu ihm:

  • Annehmlichkeiten und Bequemlichkeiten engen oft ein.
    Befreie die Menschen aus den verkehrten Bindungen
    und lass sie die Freiheit erleben.
  • Sorge um Grundlagen des Lebens, um Wasser und Nahrung
    engen die Lebensbedingungen ein.
    Lass alle Menschen Zugang zu sauberem Trinkwasser finden
    und den Hunger der Welt überwinden.
  • Politische Veränderungen und Einschränkung der Meinungsfreiheit
    lassen Menschen unsicher werden
    und rauben die Freiheit vieler Menschen.
    Hilf allen für eine offene und gerechte Gesellschaft einzustehen.
  • Streit und Neid trennen Menschen und lassen einsam werden.
    Stärke alle Bemühungen zu Versöhnung und Miteinander
    und lass die Gemeinschaften wachsen.
  • Tod und Sterben stehen wir ohnmächtig gegenüber.
    Nimm unsere Verstorbenen auf in deine Freiheit
    und tröste die Trauernden mit der Hoffnung.

Wir danken dir, Herr unser Gott, dass du uns nahe bist und unsere Not wenden kannst durch deine Liebe, heute und in Ewigkeit. AMEN.

Schlussgebet | MB

Herr und Gott,
du hast uns mit dem Brot des Himmels gesättigt
und uns in dieser Speise
ein Unterpfand dessen gegeben,
was unseren Augen noch verborgen ist.
Lass in unserem Leben sichtbar werden,
was wir im Sakrament empfangen haben.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn. AMEN.

Hinführung zur ersten Lesung | Ex 17,3–7

Die Kernerzählung
unseres jüdisch-christlichen Glaubens
ist die Exodusgeschichte.
Der Auszug aus der versklavenden Gegenwart
in eine heilvolle Zukunft mit Gott.
Das ist immer ein schwieriger Weg
auch wenn der Hunger und Durst nach Freiheit da ist,
muss der Mensch oft durch Wüstenerfahrungen
zu der Freiheit finden die Gott schenkt.

Hinführung zur zweiten Lesung | Röm 5,1–2.5–8

Die Größe des Glaubens
ist keine irdische Machtphantasie,
sondern die Sicherheit dessen,
der sich in Gottes Liebe geborgen weiß.
Paulus fasst das in seinem Brief
an die Christen in Rom zusammen.
Das Wesentliche des Lebens und Glaubens
ist Gnade, die uns von Gott geschenkt wird.

Meditation

Durst,
nach Leben,
nach Freiheit,
nach Erfüllung.

Jeder kennt diesen Durst
und diese Sehnsucht,
alles Lebendige
will leben, sich ausleben.

Erfüllung suchen wir
in den äußeren Dingen,
Freiheit
im Überwinden von Grenzen.

Und dann erleben wir
die Wüste des Alltags,
die Leere irdischer Versprechungen
und die Enge des Lebens.

Gott kommt mir entgegen
mit seiner Liebe
die alle Sehnsucht stillt
und den Durst löscht.

Gott kommt in der Liebe,
die Weite schenkt,
Horizonte aufbricht
und leben lässt.

⇒ Reinhard Röhrner

Weitere Impulse
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Inspirationstext von Rainer Maria Rilke
17 Lj A Fastenzeit – Sonntag 3 – oculi
17 Lj A Fastenzeit – Sonntag 3 – oculi – Meditation und Hinführungen

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