Impulse zum zwölften Sonntag im Jahreskreis | A

12. Sonntag im Jahreskreis  | Lesejahr A
Lektionar I/A, 272: Jer 20,10–13 | Röm 5,12–15 | Mt 10,26–33

“Ich versuche ehrlich meinen Glauben in der Welt zu leben, aber wenn Gott so mit seinen Freunden umgeht frage ich mich, ob es gut ist ein Freund Gottes zu sein!“ – Ein markanter Satz, den viele vielleicht schon so oder so ähnlich gedacht haben. Sollte Gott nicht denen, die an ihn glauben, uns, die wir uns hier zum Gottesdienst versammelt haben, besonders seine Nähe und Fürsorge zeigen? Haben wir nicht irgendwie einen Anspruch darauf?
Ja, es ist nicht ganz einfach diesem Gott zu vertrauen, der so anders ist als die Erfahrung unseres Alltags. Der uns immer wieder scheinbar so alleine lässt mit unseren Schwierigkeiten und Problemen. Der dem, der auch wegen seines Vertrauens auf Gott verfolgt oder beleidigt wird, nicht sofort hilft. Das sind Erfahrungen, die Menschen immer wieder machen. Doch Gott ist da, er ist nahe und steht dem bei, der ihm vertraut. Deshalb prei-sen wir Christus, unseren Herrn und Kyrios, für seine Güte und sein Erbarmen:

Kyrie | mit GL 156

Herr Jesus Christus,
Du sendest uns wie Schafe unter die Wölfe.
Du begleitest uns durch unser Leben.
Mit dir überwinden wir die Angst der Welt.

Gloria | Tagesgebet | MB 221

Heiliger Gott,
gib, dass wir deinen Namen allezeit
fürchten und lieben.
Denn du entziehst keinem deine väterliche Hand,
der fest in deiner Liebe verwurzelt ist.
Darum bitten wir durch Jesus Christus,
deinen Sohn; unseren Herrn und Erlöser,
der du in der Einheit des Heiligen Geistes
mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit. AMEN.

Fürbitten

Angst und Sorge bestimmen oft den Alltag auch der Gläubigen. Wenden wir uns an Gott und rufen ihn um seine Hilfe und seinen beistand an:

  • Die Schnelligkeit der Welt macht vielen Menschen Angst.
    Steh allen bei deine Gegenwart zu spüren
    und so Sicherheit zu erfahren.
  • Macht und Gewalt macht vielen Menschen Angst.
    Lass alle Menschen hinter die Fassaden der Macht blicken
    und weise die Mächtigen in ihre Grenzen.
  • Diagnosen oder Krankheiten machen vielen Menschen Angst.
    Steh allen bei, die mit Angst vor einer Diagnose stehen
    oder mit einer schweren Krankheit leben müssen.
  • Der Blick in die Zukunft macht vielen Menschen Angst.
    Lass alle zuversichtlich und vertrauensvoll in die Zukunft blicken
    und deiner Gegenwart vertrauen.
  • Wegen ihres Glaubens leben viele Christen in Angst.
    Steh ihnen bei, dass sie aus dem Glauben
    die Kraft bekommen das Leben zu gestalten.
  • Sieben Weihekandidaten bereiteten sich
    auf das Sakrament der Priesterweihe vor.
    Stärke sie in der Weihe für den Dienst
    vor Gott und mit den Menschen.

Wie immer sich unser Leben wenden wird, wir vertrauen immer auf deine Nähe und deinen Beistand, heute und bis in Ewigkeit. AMEN.

Schlussgebet | MB

Gütiger Gott,
du hast uns
durch den Leib und das Blut Christi gestärkt.
Gib, dass wir niemals verlieren,
was wir in jeder Feier der Eucharistie empfangen.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn. AMEN.

Hinführung zur ersten Lesung | Jer 20,10–13

Wer sich auf Gott verlässt,
kann auf ihn bauen.
Auch wenn man in der Welt dafür
nicht selten Spott und Hohn erntet.
In seinem Klagelied schreit der Prophet Jeremia
seine Einsamkeit und Verlassenheit
seinem Gott entgegen.
Dennoch bleibt er ihm und dem Auftrag treu,
denn Gott verlässt ihn nicht.

Hinführung zur zweiten Lesung | Röm 5,12–15

Mit dem wohl letzten Brief des Apostels Paulus
an die Christengemeinde in Rom
fasst er seinen Glauben zusammen.
Der Vergleich Adam mit Christus
zeigt, dass der Mensch in seiner Freiheit sündigen kann,
obwohl er in Christus schon erlöst ist.
.

Meditation

„Fürchtet euch nicht vor den Menschen.“
Aber wenn sie mich in die Enge treiben,
wenn ich keinen Weg mehr sehe
wie ich offen leben kann?

Fürchtet euch nicht, sagt Jesus.
Aber wenn es ganz konkret ist,
Vorwürfe und Schuldzuweisungen mich treffen
und ich nicht mehr ausweichen kann.

Fürchtet euch nicht, meint er,
weil die Furcht immer enger macht,
mich mehr und mehr
um mich selbst kreisen lässt.

Fürchtet euch vor Gott, zeigt ihm Ehrfurcht,
ermuntert Jesus seine Freunde.
Aus der Ehrfurcht vor Gott,
wächst neue Zuversicht.

Wer in der Ehrfurcht lebt,
kann den menschlichen Abgründen nicht entrinnen,
aber er weiß sich ausgerichtet
auf den lebendigen Gott.

⇒ Reinhard Röhrner

25. Juni 2017

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