Impulse zum 26. Sonntag im Jahreskreis C

Lektionar III/C, 358: Am 6,1a.4–7 | 1 Tim 6,11–16 | Lk 16,19–31     

Ein Blick in unsere Welt, wie wir ihn täglich durch die Medien vermittelt wagen können, offenbart uns ein wirres Durcheinander. Da herrschen Krieg und Bürgerkrieg, Terror und Angst, da gibt es Reiche, unsagbar Reiche und auch Menschen im Wohlstand wie wir und Arme, ja bitterarme Menschen, denen oft das Nötigste zum Leben fehlt.

Können wir da einfach so weiterleben? Geht uns das alles nichts an, weil wir die Welt sowieso nicht ändern werden? – Vielleicht ändern wir die Welt im Großen nicht, aber unsere Welt und die Art mit ihr umzugehen können wir ändern. Mit dem dankbaren Blick der Liebe auf unsere Welt und auf Gott, der uns hier in Frieden und Wohlstand leben lässt unseren Alltag prägen. Dankbar wahrnehmen, was mir alles geschenkt ist und was mir mein Leben vielfältig und schön macht.
In diesem Geist der Dankbarkeit preisen wir Jesus Christus als unseren Herrn und Kyrios:

Kyrie | oder GL 156

Herr Jesus Christus,
Du bist blühst in meinem Leben. Kyrie eleison.
Du bringst mich zum Reifen. Christe eleison.
Du willst in mir und durch mich Frucht werden. Kyrie eleison.

Gloria | Tagesgebet | MB 238

Großer Gott, du offenbarst deine Macht vor allem
im Erbarmen und im Verschonen.
Darum nimm uns in Gnaden auf,
wenn uns auch Schuld belastet.
Gib, dass wir unseren Lauf vollenden
und zur Herrlichkeit des Himmels gelangen.
Darum bitten wir durch Jesus Christus,
deinen Sohn, unseren Herrn und Erlöser,
der in der Einheit des Heiligen Geistes
mit dir lebt und wirkt in alle Ewigkeit. AMEN.

Fürbitten

Wir danken für die Ernte des Jahres, für die vielen kleinen Dinge in unserem Leben. Wir sehen aber auch noch viele Felder, die unbestellt sind in unserer Welt und kommen mit unseren Bitten zu Gott:

  • Viele Felder unserer Welt sind unbestellt,
    weil Krieg und Terror die Menschen vereinnahmt.
    Schenke Frieden und Versöhnung,
    der in den herzen der Menschen wachsen kann
  • Viele Felder unserer Welt sind unbestellt,
    weil sich Menschen nichts mehr zu sagen haben.
    Hilf allen die sprachlos geworden sind,
    Worte des Miteinanders und der Gemeinschaft zu finden
    und aus zu sprechen.
  • Viele Felder unserer Welt sind unbestellt, weil zu hohe Erwartungen und Forderungen Menschen zerbrechen lassen.
    Stärke alle Menschen, zuversichtlich ihren Weg im Leben zu gehen.
  • Viele Felder unserer Welt sind unbestellt,
    weil Schicksalsschläge und Leid lähmen.
    Befreie alle, die sich eingeengt und gelähmt fühlen,
    dass sie von neuem ins Leben gehen.
  • Viele Felder unserer Welt sind unbestellt, weil die Besitzer nicht mehr unter uns sind. Nimm sie auf in deine Gegenwart.

Dir Vertrauen wir unseren Dank und unsere Bitte an, weil Du uns allezeit nahe bist, heute und bis in Ewigkeit. AMEN.

Schlussgebet

Allmächtiger Gott,
in der Feier der Eucharistie
haben wir den Tod des Herrn verkündet.
Dieses Sakrament stärke uns an Leib und Seele
und mache uns bereit, mit Christus zu leiden,
damit wir auch mit ihm zur Herrlichkeit gelangen,
der mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit. AMEN.

Hinführung zur ersten Lesung:  Am 6,1a.4–7

Wir haben längst das Ziel aus den Augen verloren,
dafür sind wir schneller dort,
könnte auch aus dem Munde des Propheten Amos kommen.
In einer Leichenrede führt er den Spitzen der Gesellschaft vor Augen,
dass sie selbst durch ihr Verhalten in den Untergang rennen.
Der Ackerbauer und Viehzüchter aus dem Südreich Juda,
wird zum eindringlichen Mahner
im Nordreich Israel des 8. Jahrhundert.

 

Hinführung zur zweiten Lesung: 1 Tim 6,11–16

Die Zeit, in der die Timotheusbriefe entstanden,
ist vom Umbruch geprägt.
Erwarteten die ersten Christen
die unmittelbare Wiederkunft des Herrn,
so etabliert sich im 2. Jahrhundert eine kirchliche Struktur.
Die Leiter der Gemeinden sollen Vorbilder für alle sein.

Nicht der einfach Weg der Erlösung steht im Mittelpunkt,
sondern das Einstehen für die Benachteiligten,
wie es Christus vorgelebt hat.

 

Lesehinweis

Bei Timotheus wird das o betont
und e-us getrennt gesprochen.

Meditation

Danken, ja danken möchte ich,
aber habe ich nicht alles selbst erreicht,
war nicht ich es, der sich anstrengte,
der Ideen entwickelte und alles durchzog?
Wem also danken?

Danken, ja danken möchte ich,
aber ist es nicht selbstverständlich,
das ich die Sachen, die ich zum Leben brauche kaufen kann,
wächst nicht alles sowieso in der Natur?
Wem also danken?

Danken, ja danken möchte ich,
aber ich habe doch ein Recht darauf,
wenn ich arbeite, soll ich doch auch belohnt werden,
wer dankt mir schon dafür!
Warum also danken?

Danken, ist ein Geschenk an mich!
Wo ich meinen Stolz, die Selbstverständlichkeit
und das Anspruchsdenken überwinde,
werde ich dankbar
reich beschenkt mit den vielen kleinen Gaben des Lebens

Danke Gott,
dass Du für mich sorgst
und mir so viele Gelegenheiten zum Danken schenkst.

⇒ Reinhard Röhrner

 

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