Impulse zum 17. Sonntag im Jahreskreis

Lektionar III/C, 317: Gen 18,20–32 | Kol 2,12–14 | Lk 11,1–13  

„Da hilft nur noch beten!“ – Der Terroranschlag vom Freitag in München lässt viele fassungslos zurück. Gewalt zerstört Leben. Bricht unvermittelt ein und verändert die Welt vieler Menschen. – Da hilft nur noch beten, sagen wir. Aber hilft das wirklich? Verändern wir die Welt mit unserem Gebet oder verändern die Menschen mit Gewalt, Krieg und Terror die Welt?

Beten hat viele Formen, vielleicht so viele wie Menschen, die im Gebet Schutz und Hilfe suchen, Bitte und Dank aussprechen und Freude teilen. Die Schule des Lebens kann zu einer Schule des Gebetes werden, wenn wir uns ganz auf Gott ein einlassen. Dann spüren wir die Kraft des Gebetes, die ganz anders daher kommt, als die Halbstarken der Welt, die mit Gewalt dreinschlagen.

Preisen wir Jesus Christus als Herrn und Kyrios:

Kyrie | oder GL 155

Herr Jesus Christus,
du lebst ganz aus der Verbindung mit dem Vater im Himmel.
Dein Gebet stärkt dich für dein Wirken.
Du lehrst auch deine Freunde zu beten wie du..

Gloria | Tagesgebet | MB 227

Gott, du Beschützer aller, die auf dich hoffen,
ohne dich ist nichts gesund und nichts heilig.
Führe uns in deinem Erbarmen den rechten Weg
und hilf uns,
die vergänglichen Güter so zu gebrauchen,
dass wir die ewigen nicht verlieren.
Darum bitten wir durch Jesus Christus,
deinen Sohn, unseren Herrn und Erlöser,
der in der Einheit des Heiligen Geistes
mit dir lebt und wirkt in alle Ewigkeit. AMEN.

Fürbitten

Herr, Jesus Christus, du machst uns Mut mit Sorge und Leid, mit Bitte, Freude und Dank zu dir zu kommen. Im Gebet bist du uns nahe und auch wir dürfen die Kraft deiner Gegenwart spüren. So rufen wir:

  • Macht und Gewalt verändert das Leben brutal.
    Stärke alle die auf das Gebet vertrauen
    und so in der Welt mehr und mehr dein Reich aufscheinen lassen.
  • Beten scheint vielen Menschen unserer Tage sehr schwer zu fallen. Gib allen Suchenden gute Begleiter und Lehrer des Gebetes, damit sie so eine lebendige Gottesbeziehung aufbauen können.
  • Umbrüche und Veränderung erfahren Menschen als Bedrohung. Hilf allen, die sich neuen Ziele zuwenden oder keinen Weg mehr im Leben sehen dich durch liebevolle Menschen zu finden.
  • In diesen Tagen sind viele Menschen unterwegs oder brechen in die Ferien auf. Lass alle sicher an ihr Ziel und wieder nach Hause kommen.
  • Im Beten lernen wir in der Gemeinschaft mit Gott unser Leben zu meistern. Nimm unsere Verstorbenen, besonders die Opfer des Terroranschlags von München auf in die volle Gemeinschaft mit Dir.

Im Gebet erfahren wir die Gemeinschaft mit dir und können so neue Kraft und Zuversicht für den Alltag finden. Dafür danken wir von ganzem Herzen, heute und bis in Ewigkeit. AMEN.

Schlussgebet

Herr, unser Gott,
wir haben
das Gedächtnis des Leidens Christi gefeiert
und das heilige Sakrament empfangen.
Was uns dein Sohn
in unergründlicher Liebe geschenkt hat,
das werde uns nicht zum Gericht,
sondern bringe uns das ewige Heil.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn. AMEN.

 

Hinführung zur ersten Lesung: Gen 18,20–32

Wie soll man mit Gott reden?
Abraham verhandelt
wie auf einem orientalischen Basar mit Gott.
Dabei wird deutlich,
dass Gottes Größe sich nicht in Gewalt zeigt,
sondern in dem Mut den Gerechten zu retten.
Es macht uns Mut,
auch mit unseren Sorgen
mit Gott zu verhandeln und offen zu sein
für ungewöhnliche Lösungen.

Hinführung zur zweiten Lesung: Kol 2,12–14

In der Umwelt des Paulus,
waren die Götter für Willkür bekannt.
Durch Jesus Christus
sind Sünde und Tod für immer überwunden,
Auferstehung und Leben prägen den Glauben.

Diese Zuversicht darf nicht
durch Irrlehren verschleiert werden,
damit sie das Leben schon jetzt erfüllen kann.

 

Meditation

Der Philosoph Søren Kierkegaard sschreibt:

Als mein Gebet
immer andächtiger und innerlicher wurde,
da hatte ich immer weniger und weniger zu sagen.

Zuletzt wurde ich ganz still.
Ich wurde,
was womöglich noch ein größerer Gegensatz
zum Reden ist,
ich wurde ein Hörer.

Ich meinte erst, Beten sei Reden,
ich lernte aber,
dass Beten nicht bloß Schweigen ist,
sondern Hören.

So ist es; Beten heißt:
Still werden
und still sein
und warten,
bis der Betende Gott hört.

⇒ Søren Kierkegaard

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