Impulse zum 6. Ostersonntag

Lektionar III/C, 206: Apg 15,1–2.22–29 | Offb 21,10–14.22–23 | Joh 14,23–29

Liebende geben einander oft ein Liebespfand, das sie an den Anderen erinnert, wenn er nicht das ist. So bildet sich innerlich eine Verbindung, ja in gewisser Weise ist er da in dem, was er zum Pfand gab.

Im Glauben gibt es so etwas ähnliches. Im Abendmahlssaal versucht Jesus in den Abschiedsreden das noch einmal deutlich zu machen. Die Erlösung als erfüllte und bleibende Gottesbeziehung kommt aus dem Herzen des Menschen. Das Herz für diese bleibende Gottesbegegnung zu bereiten ist der Weg des Christen, den die Apostel und zahlreiche Menschen immer wieder gegangen sind. Ein Weg, der auch uns zur eigenen Fülle und bleibenden Gottesbeziehung führen kann. So preisen wir Jesus Christus als Herrn und Kyrios in unserer Mitte:

Kyrie []

Herr Jesus Christus,
du willst bei uns wohnen. Kyrie eleison.
Dich lieben heißt deine Worte bewahren. Christe eleison.
In deiner Liebe bist du uns nahe. Kyrie eleison.

Gloria * Tagesgebet (MB 170)

Allmächtiger Gott,
lass uns die österliche Zeit
in herzlicher Freude begehen
und die Auferstehung unseres Herrn preisen,
damit das Ostergeheimnis,
das wir in diesen fünfzig Tagen feiern,
unser ganzes Leben prägt und verwandelt.
Darum bitten wir durch Jesus Christus,
deinen Sohn, unseren Herrn und Erlöser,
der in der Einheit des Heiligen Geistes
mit dir lebt und wirkt in alle Ewigkeit. AMEN.

Fürbitten

Herr, Jesus Christus, du hast deinen Freunden versprochen immer bei ihnen zu sein. Nöte und Sorgen verdecken im Alltag oft den Blick auf dich. So bitten wir:

  • Wir beten für alle Menschen, deren Leben ohne Halt ist,
    die nicht wissen, woran sie sich halten können.
    Zeige ihnen Wege zum Vertrauen in dich.
  • Wir beten für die Menschen, deren Beziehungen zerbrochen sind,
    zwischen Partnern, Eltern und Kindern oder Freunden.
    Eröffne ihnen Wege zu- und miteinander.
  • Wir beten für die Suchenden,
    die Sicherheit und Geborgenheit suchen.
    Lass einen Ort der Ruhe und des Friedens finden.
  • Wir beten für die Menschen in den Kriegs- und Krisengebieten
    und für alle, die aus ihrer Heimat fliehen müssen.
    Schenke ihnen einen Ort der Sicherheit und Geborgenheit.
  • Wir beten für alle Verstorbenen,
    dass sie mit ganzem Herzen bei Gottes sein dürfen
    und alle Trauernden in der Hoffnung und Liebe gestärkt werden.

Denn du bist uns immer nahe und schenkst uns Zeichen deiner Nähe. Hilf uns immer mehr aus dem Frieden zu leben, den du uns schenken willst bis einmal ganz bei dir sein werden in Ewigkeit AMEN.

Schlussgebet

Allmächtiger Gott,
du hast uns durch die Auferstehung Christi
neu geschaffen für das ewige Leben.
Erfülle uns mit der Kraft dieser heilbringenden Speise,
damit das österliche Geheimnis
in uns reiche Frucht bringt.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn. AMEN.

 

Hinführung zur ersten Lesung: Apg 15,1–2.22–29

Es ist oft schwer im Leben
das wirklich Wichtige und Entscheidende
unter allem Möglichen heraus zu finden.
Die Apostel finden auf dem sogenannten Apostelkonzil
einen guten Weg
im Gebet und Hören auf Gottes Geist
eigene Grenzen zu überwinden.
So öffnet sich die Kirche
und diese Zusammenkunft bleibt prägend
für das Suchen nach Antworten im Glauben
für jede Zeit.

 

Hinführung zur zweiten Lesung: 21,10–14.22–23

Keine Zeit zu haben
erscheint vielen als Krankheit unserer Zeit.
Keine Zeit mehr wahr zu nehmen
ist im biblischen Bild
des himmlischen Jerusalems
zum Zeichen der Fülle geworden.
Die wertvollsten Zeiten für Menschen
erleben wir dort, wo die Zeit unwichtig wird
und wir ganz da sein können.

Meditation

Lieben und Festhalten,
zwei Worte, die einander entgegen stehen,
ja sich scheinbar ausschließen.

Lieben und Festhalten
ein Auftrag Jesu
an seine Freunde.

Liebe braucht Freiheit
will sich selbst entfalten
und dabei den Anderen unterstützen.

Wo Liebe und Freiheit zusammen finden,
werden sie die Grundlage bewahren,
die sie tragen.

Lieben und Festhalten
in der Liebe bewahren und tragen
heißt die eigene Fülle zu finden.

In Liebe fest zu halten,
heißt nicht einengen und begrenzen,
sondern mich in meine Weite führen.

⇒ Reinhard Röhrner

 

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