Impulse zum 21. Sonntag im Jahreskreis B

Lektionar II/B, 329: Jos 24,1–2a.15–17.18b; Eph 5,21–32; Joh 6,60–69

Warum glauben sie an Gott? – Keine ganz einfache Frage. Vielleicht sollten wir vorher danach fragen, was glauben überhaupt heißt und woran ich glau-ben muss, wenn ich mich als gläubigen Christen bezeichne.
Die Texte des heutigen Sonntags fordern uns geradezu heraus, klar Stellung zu beziehen. Gläubig ist man nicht nur nebenbei, sondern es ist eine Grundent-scheidung des Lebens, eine Entscheidung, die Grundlage für die weiteren Ent-scheidungen ist. Das Volk Israel erlebte das beim Einzug ins „Gelobte Land“, die Jünger Jesu in der Konsequenz der Brotrede von Kapharnaum.
Die Entscheidung für Christus mag schwer erscheinen, den Weg mit und auf Jesus Christus zu zugehen trägt den Einzelnen jedoch durch die vielen Ent-scheidungen des Lebens. Deshalb preisen wir unseren Herrn und Kyrios:

Kyrie []

Herr Jesus Christus,
deine Worte sind Geist und Leben.
Du hast Worte ewigen Lebens.
Du bist der Heilige Gottes.

Gloria * Tagesgebet [MB 232]

Gott, unser Herr,
du verbindest alle, die an dich glauben,
zum gemeinsamen Streben.
Gib, dass wir lieben, was du befiehlst,
und ersehnen, was du uns verheißen hast,
damit in der Unbeständigkeit dieses Lebens
unsere Herzen dort verankert seien,
wo die wahren Freuden sind.
Darum bitten wir durch Jesus Christus,
deinen Sohn, unseren Herrn und Erlöser,
der in der Einheit des Heiligen Geistes
mit dir lebt und liebt in alle Ewigkeit. AMEN.

Fürbitten

„Du bist der Heilige Gottes“ sagt Petrus zu Jesus und betont so, dass er sich ganz auf Gott verlassen will. So rufen auch wir in unseren Sorgen und Nöten zu Gott:

  • Für die Menschen die in der Kirche den Glauben leben und verkünden.
    Lass sie überzeugend und mitreißend vom Reich Gottes reden
    und nach deinen Worten handeln.
  • Für die Menschen, die auf der Suche nach dem Sinn in ihrem Leben sind.
    Schicke ihnen Menschen,
    die ihnen von dir und der Liebe Gottes erzählen.
  • Für die Menschen, die sich verloren haben
    in Süchten oder der Vielfalt der Angebote und Möglichkeiten.
    Führe sie aus ihrer Enge in die Weite deiner Liebe.
  • Für die Menschen, die auf der Flucht sind vor Terror und Krieg.
    Lass Frieden und Versöhnung wachsen
    und die Flüchtenden einen Ort der Ruhe finden.
  • Für uns selbst.
    Hilf uns aus dem Glauben an dich zu leben
    und Sinn in unserem Tun zu erfahren.
  • Wo wir nur Ende sehen, schenkt dein Wort neue Kraft und neues Leben, dafür danken wir dir jetzt und alle Tage unseres Lebens bis in Ewigkeit. AMEN.

Schlussgebet

Herr, unser Gott,
schenke uns durch dieses Sakrament
die Fülle deines Erbarmens und mache uns heil.
Gewähre uns deine Hilfe,
damit wir so vor dir leben können,
wie es dir gefällt.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn. AMEN

Hinführung zur ersten Lesung: Jos 24,1–2a.15–17.18b

Nach dem Tod des Mose
führt Josua das Volk hinein in das verheißene „Land der Ruhe“.
Die Menschen damals wie heute
scheuen aber die klare und eindeutige Entscheidung für Gott,
wollen sich lieber alle Möglichkeiten offen halten.
Josua versammelt die Ältesten,
die ihre Fehler einsehen.
Alle Beziehungen, zu Gott oder Mitmenschen
brauchen eine klare Entscheidung dafür,
sonst sind sie nicht tragfähig.

Hinführung zur zweiten Lesung: Eph 5,21–32

Manche Worte verstören uns auf den ersten Blick,
weil sich unsere Wahrnehmung verändert hat.
Bei genauem Hinhören erschließt sich jedoch
die tiefere Wahrheit, die auch heute gültig ist.
Wo Menschen einander in Liebe begegnen,
sehen sie das, was hinter der Oberfläche ist.
Gott selbst ermutigt sie, in gegenseitiger Achtung und Liebe
miteinander umzugehen.

Meditation

„Herr, wohin sollten wir gehen?“,
sagt Petrus im Evangelium.
Er spricht mir aus der Seele,
wohin sollte ich gehen?
Hinein in die Welt?
Hinein in den Konsum,
in den Rausch von Macht und Gewalt?
Mich verlieren in die wechselnden Ziele der Zeit?
Ich möchte dir folgen,
deinen Weg für mich entdecken
und mich nicht mehr verrückt machen lassen,
von meinem Ich.
„Du bist der Heilige Gottes!“,
sagt Petrus im Evangelium
und ich möchte ihm zustimmen
mit meinem Leben und Handeln.
Bei dir komme ich zur Ruhe,
bei dir finde ich Frieden,
du machst mich heil,
ja bei dir erfahre ich Heiligkeit.
 Reinhard Röhrner

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