Impulse zum 20 Sonntag im Jahreskreis C

Lektionar III/C, 333: Jer 38,4–6.8–10 | Hebr 12,1–4 | Lk 12,49–53

Wir sehnen uns nach Frieden, gerade angesichts der immer näher kommenden Bedrohung durch Terror und Gewalt. Die Sicherheit und der Friede, der unser Leben und unsere Gesellschaft seit Jahrzehnten prägt, scheint in Frage gestellt zu sein.
Da kann uns das Jesuswort im Evangelium verunsichern. Sollte es auch im Glauben keinen Frieden geben? – Solange der Friede nur ein schlauer Austausch von Egoismen ist, ein kalkulierter Friede, ist er nicht ein Friede des Herzens und läuft Gefahr zu brechen. Natürlich ist ein solcher Friede besser als eine offene Auseinandersetzung, aber eben noch nicht das Ziel.
Ein Friede der aus dem herzen kommt und das Herz verwandelt, reicht über unseren Horizont hinaus und kann auch in stürmischen Zeiten inneren Frieden schenken.
Diesen Frieden verspricht uns Gott, wenn wir ganz auf ihn vertrauen, so preisen wir Jesus Christus als unseren Herrn und Kyrios:

Kyrie | oder GL 155

Herr Jesus Christus,
du bringst einen Frieden, wie ihn die Welt nicht kennt.
Du bist Mitte und Ziel des Lebens.
Dein Friede lebt aus der Liebe.

Gloria | Tagesgebet | MB 231

Barmherziger Gott,
was kein Auge geschaut und kein Ohr gehört hat,
das hast du denen bereitet, die dich lieben.
Gib uns ein Herz,
das dich in allem und über alles liebt,
damit wir
den Reichtum deiner Verheißungen erlangen,
der alles übersteigt, was wir ersehnen.
Darum bitten wir durch Jesus Christus,
deinen Sohn, unseren Herrn und Erlöser,
der in der Einheit des Heiligen Geistes
mit dir lebt und wirkt in alle Ewigkeit. AMEN.

Fürbitten

Der Glaube schenkt mehr als wir erwarten, er fordert aber zur Entscheidung und zum klaren Bekenntnis auf. So bitten wir Gott um Geist und Kraft für ihn einzutreten:

  • Leid und Unfrieden lassen Menschen an deiner Botschaft zweifeln.
    Lenke den Blick auf deine Botschaft
    und stärke sie von neuem im Glauben an dich.
  • Die Aufgaben des Alltags drängen den Glauben
    an den Rand und lassen ihn klein werden.
    Hilf allen Christen ihren Glauben im Alltag zu leben
    und deine Botschaft weiter zu erzählen.
  • Missverständnis und Ablehnung erfährt immer wieder,
    wer seinen Glauben im Alltag lebt.
    Stärke alle, die aus dem Glauben zu leben versuchen.
  • Unsicherheit und die Vielfalt der Meinungen
    lässt Menschen an deiner Botschaft unsicher werden.
    Schicke begeisterte und begeisternde Verkünder
    des Glaubens in unsere Welt.
  • Das Sterben vertrauter Menschen fordert den Glauben heraus.
    Gib allen Trauernden die Gewissheit,
    dass die Verstorbenen in deiner Liebe geborgen sind.

Komm heiliger Geist und erfülle die Herzen deiner Gläubigen. AMEN.

Schlussgebet

Barmherziger Gott,
im heiligen Mahl
schenkst du uns Anteil am Leben deines Sohnes.
Dieses Sakrament
mache uns auf Erden Christus ähnlich,
damit wir im Himmel
zur vollen Gemeinschaft mit ihm gelangen,
der mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit. AMEN.

Hinführung zur ersten Lesung: Jer 38,4–6.8–10

Unrecht sehen und klar benennen
ist eigentlich die Aufgabe eines jeden.
Aber auch heute macht man sich damit oft keine Freunde,
ganz im Gegenteil,
man muss mit Nachteilen und Verfolgung rechnen.
Der Prophet Jeremia erlebt das
im 6. Jahrhundert vor Christus,
als er die Mißstände anprangert,
die schließlich zur Katastrophe
der Verschleppung nach Babylon führen.
Gott ruft und drängt ihn,
das Wort für die ihn und die Gerechtigkeit zu erheben.

Hinführung zur zweiten Lesung: Hebr 12,1–4

Der Hebräerbrief wurde wohl
zwischen 80 und 90 nach Christus geschrieben.
Hörten wir letzten Sonntag
von den großen des Glaubens vor uns,
betont der Verfasser im heutigen Abschnitt,
dass uns das Vorbild Ansporn sein soll,
selbst aus dem Glauben zu leben.

 

Meditation

„In Dir muss brennen,
was Du in anderen entzünden willst.“,
ruft der Kirchenlehrer Augustinus.

Ja brennen, aber wie?
Wo doch so vieles andere mich lähmt,
die alltäglichen Geschäfte mich anfüllen,
das Gerede das Wort verbirgt,
das Getue die Tat verdrängt.

Ja brennen, ganz gewiss!
Nicht überall, aber in meiner Welt,
brennen für den Glauben,
der Mut macht,
aus ihm heraus zu handeln
in seinem Geist zu reden.

Brenne auf in mir,
Geist Gottes,
dass ich in meiner Welt
deine große Botschaft verkünde.

⇒ Reinhard Röhrner

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