Impulse zum 2. Advent | A

 Populus Sion | Lektionar I/A, 10: Jes 11,1–10 | Röm 15,4–9 | Mt 3,1–12

Wir haben gelernt uns immer schneller fort zu bewegen und müssen wohl manchmal eingestehen, dass wir immer schneller am Ziel sein können, oft aber nicht wissen, wo wir wirklich hin wollen. Wer das jedoch nicht weiß, der kann sich zwar nicht verlaufen, aber auch nie ankommen.

Heute hören wir im Evangelium den Täufer Johannes verkünden: „Kehrt um, denn das Himmelreich ist nahe!“ –  im Griechischen Original steht hier Metanoeite, also wörtlich „ändert euer Denken“. Ein Aufruf nicht im Rausch der Geschwindigkeit zu schwelgen, sondern aus der Orientierung am Äußerlichen mehr und mehr ins Innerliche zu kommen. Nicht schneller, sondern bewusster zu leben und das anbrechende Gottesreich wahr zu nehmen. Die Zeugen Gottes in der Welt zu erkennen und sich von ihnen Mut machen lassen neu auf Gott zu zugehen.

Kyrie | oder GL 158 Tau aus Himmelshöhn

Herr Jesus Christus,
wir bereiten uns vor auf das Fest deiner Geburt. Kyrie eleison.
wir erwarten dein Kommen in die Welt. Christe eleison.
wir wissen, dass du kommen wirst. Kyrie eleison.

Kein Gloria | Tagesgebet | MB 10

Allmächtiger und barmherziger Gott,
deine Weisheit allein zeigt uns den rechten Weg.
Lass nicht zu,
dass irdische Aufgaben und Sorgen uns hindern,
deinem Sohn entgegenzugehen.
Führe uns durch dein Wort und deine Gnade
zur Gemeinschaft mit ihm,
der in der Einheit des Heiligen Geistes
mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit. AMEN.

Fürbitten

Denkt um, denn das Himmelreich ist nahe, verkündet Johannes den Menschen seiner Zeit. Auch wir sehnen uns nach dem himmlischen Reich und rufen in den Nöten der Welt zu Gott:

  • Im Trubel der Zeit, verlieren viele ihr Ziel.
    Hilf allen Menschen Dich als Mitte und Ziel des Lebens zu finden.
    Komm, Jesus, erfülle unsere Herzen! –
    ALLE Komm, Jesus, erfülle unsere Herzen!
  • Bürgerkrieg, Hass, Terror und Neid vergiften das Miteinander.
    Lass Frieden werden zwischen den Menschen
    und in den Herzen aller.
  • Familien und Einzelne bereiten sich vor auf Weihnachten.
    Lass den Frieden in den Herzen der Menschen einziehen,
    dass sie ganz bereit sind deine Ankunft zu feiern.
  • Alter, Krankheit und Einsamkeit verdunkeln das Reich Gottes.
    Stärke alle Pflegenden und Heilenden und alle die für andere da sind,
    Boten des Lichtes deiner Liebe zu sein.
  • Für unsere Verstorbenen ist deine Verheißung Wirklichkeit geworden.
    Nimm alle Verstorbenen auf in deine Liebe
    und tröste die Trauernden mit der Hoffnung.

Du willst uns immer neu die Zeichen des anbrechenden Gottesreiches zeigen. Hilf allen Christen sie zu erkennen und dir immer bewusster nachzufolgen bis in alle Ewigkeit. AMEN.

Schlussgebet

Herr, unser Gott
im heiligen Mahl
hast du uns mit deinem Geist erfüllt.
Lehre uns durch die Teilnahme an diesem Geheimnis,
die Welt im Licht deiner Weisheit zu sehen
und das Unvergängliche mehr zu lieben
als das Vergängliche.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn. AMEN.

Hinführung zur ersten Lesung:  Jes 11,1–10

Leidvolle Erfahrungen im Alltag
lassen die Hoffnung auf eine Heilgestalt wachsen.
Das Volk Israel nach dem babylonischen Exil
sehnt sich deshalb nach einem Messias.

Der Baumstumpf erinnert an das Paradies
und weist für Christen voraus auf das Kreuz.
Gleichzeitig sind Bäume immer wieder
Bilder für Gottes Größe und Stärke.
Jesaja macht Mut darauf zu vertrauen,
dass sich Gott zeigen wird
und die Kraft hat alle zu erlösen.

Hinführung zur zweiten Lesung: Röm 15,4–9

Wie oft erleben wir im Alltag,
dass Menschen nur auf sich selbst schauen
und alles nur für ihren eigenen Vorteil tun.
Im Geiste Jesus Christi
ruft uns der Apostel Paulus am Ende des Römerbriefes auf
Einheit und Gemeinschaft zu leben,
die Starken sollen Rücksicht auf die Schwachen nehmen,
Judenchristen und Heidenchristen
aus der gemeinsamen Wurzel erfüllt leben

Meditation

Ich träume vom Friedensreich
das uns Jesaja ankündigt,
wo der Wolf beim Lamm liegt
und man nichts Böses tut.

Ich träume davon,
dass ich ernst- und angenommen werde.
Mir nicht erst das Recht auf Leben
und meine Gefühle erkämpfen muss.

Ich träume davon,
dass das Oben und Unten nicht mehr zählt,
weil das Miteinander
alles Gegeneinander vertrieben hat.

Ich träume davon,
dass nicht Macht und Gewalt
den Alltag der Menschen bestimmen,
sondern Offenheit und Liebe.

Ich will mein Denken ändern,
dass ich Gottes Zeichen
in unserer Welt erkenne
und andere auf sie aufmerksam mache.

⇒ Reinhard Röhrner

Segen | oder MB 532

Verborgen bleibt Gott
Wenn du ihn suchst
In Lärm und Geschäftigkeit
In den leisen Tönen des Lebens
Wird er dir begegnen.

Überraschend
Unaufdringlich
Und voller Zärtlichkeit

Darum schaffe Raum
Für Ruhe und Stille

Öffne dich
Damit er dich finden kann
In den Tiefen deiner Sehnsucht. AMEN.

So segne und stärke euch der dreieine Herr,
der + Vater und
der + Sohn und
der Heilige + Geist. AMEN

Weitere Impulse
Meditation
16 Lj A Advent Sonntag 2 – vollständige liturgische Hilfe
16 Lj A Advent Sonntag 2 – Hinführungen und Meditation

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