Impulse zum 15. Sonntag im Jahreskreis C

Lektionar III/C, 309: Dtn 30,10–14 | Kol 1,15–20 | Lk 10,25–37  

Wie lange dauert Ewigkeit? Unendliche Zeit? Zeit ohne Ende? – Sicher nicht, es wäre eine schreckliche Vorstellung: Zeit, die nicht endet, die nicht vorbei geht. All unser Erleben ist davon geprägt, dass es vergänglich ist, dass es nicht immer da ist. Die Begrenztheit macht es für uns Menschen erst spannend und interessant.

Wie ist das dann mit der Ewigkeit? Der Philosoph Ludwig Wittgenstein schrieb am 8. Juli 1916 in sein Tagebuch: „Nur wer nicht in der Zeit, sondern in der Gegenwart lebt, ist glücklich!“ – Wie recht er damit hat, nicht in der Zeit leben, sondern jetzt in der Gegenwart. So tief in dieser Gegenwart leben, dass es keine Zeit mehr gibt. Nur noch Momente der Ewigkeit. Darauf freuen wir uns, das hat Gott uns verheißen, den wir im Kyrie für seine Güte und sein Erbarmen preisen:

Kyrie [oder GL 164]

Herr Jesus Christus,
Gottes Sohn von Ewigkeit.
Du kamst in die Zeit um die Zeit zu heiliger Zeit zu machen.
Du öffnest uns den Blick für die Ewigkeit.

Gloria | Tagesgebet | MB 224

Gott, du bist unser Ziel,
du zeigst den Irrenden das Licht der Wahrheit
und führst sie auf den rechten Weg zurück.
Gib allen, die sich Christen nennen, die Kraft,
zu meiden, was diesem Namen widerspricht
und zu tun, was unserem Glauben entspricht.
Darum bitten wir durch Jesus Christus,
deinen Sohn, unseren Herrn und Erlöser,
der in der Einheit des Heiligen Geistes
mit dir lebt und wirkt in alle Ewigkeit. AMEN.

Fürbitten

Im Nächsten, der in Not ist begegnet uns Christus. So rufen wir in den Sorgen und Nöten unserer Zeit zu ihm:

  • Am Ende ihrer Kraft fühlen sich Menschen
    und sehen keinen Sinn und keinen Weg mehr im Leben.
    Hilf ihnen die Quellen des Lebens zu finden
    und begeisternde Zeugen deiner Liebe zu treffen.
  • Terror, Krieg und Verfolgung zerstört Leben.
    Stärke alle Verfolgten und Leidenden,
    nicht zu verzweifeln und Schritte in die Zukunft zu wagen.
  • Eigensinn und Selbstbezogenheit engen das Leben ein.
    Lass alle Menschen die Freude am Miteinander erleben
    und sich gegenseitig in deinem Geist unterstützen.
  • Unfälle, Krankheiten und Katastrophen kommen oft plötzlich.
    Begleite alle Rettungskräfte, Hilfsorganisationen
    Ärzte und Kranken- und Altenpfleger,
    dass sie gut helfen ohne sich zu überfordern.
  • Der Tod kommt unerwartet.
    Nimm unsere Verstorbenen auf in die Ewigkeit
    und tröste die Trauernden mit lebendiger Hoffnung.

Du Herr, bist bei uns, wo unsere Kräfte zu Ende sind. Wir vertrauen dir und danken dir heute bis in Ewigkeit. AMEN.

Schlussgebet

Herr, unser Gott,
wir danken dir für die heilige Gabe.
Lass deine Heilsgnade in uns wachsen,
sooft wir diese Speise empfangen.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn. AMEN.

Hinführung zur ersten Lesung: Dtn 30,10–14

Das Buch Deuteronomium
nennt man auch das fünfte Buch Mose.
Eine Gruppe von Theologen,
versuchen im Geist des Mose
die Freude an Gott und seiner Weisung zusammen zu fassen,
damit die Menschen erfüllt leben können.
Gott engt mit den Geboten nicht ein,
er öffnet Wege zum Leben.
Wie er uns liebt,
ermuntert er uns auch einander zu lieben.

Hinführung zur zweiten Lesung: Kol 1,15–20

Im Brief an die Christen von Kolossä
in Kleinasien, der heutigen Türkei,
zitiert Paulus einen Christushymnus.

Darin wird deutlich,
dass Christus die Mitte der Welt
und des Lebens ist.
Wer mit und aus Christus lebt,
lebt in der Mitte und aus ihr.

 

Meditation

Was muss ich tun um ewig zu leben?
Viele Jahre ansammeln
und alles tun um gesund zu leben?

Mir Sicherheiten verschaffen,
die in Notzeiten helfen
das Leben zu retten?

Grenzen setzen um mich zu bewahren
vor den vielen Einflüssen von außen,
die mich in Bedrängnis bringen könnten?

Oder ganz anders:
Leben im hier und jetzt,
vor Gott und der Welt
und Gott und Nächsten lieben.

Zeiten der Liebe sind es,
die alle Zeit vergessen lassen
eine Ahnung von Ewigkeit schenken.

Lieben und geliebt werden
ist die tiefste Form der Begegnung
mit Gott und Mensch.

Wo ich ganz offen bin
für Gott, der mich liebt,
kann ich in Liebe ihm und der Welt antworten,
ewig leben.

 

⇒ Reinhard Röhrner

Meditation
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