Impulse zum 6. Ostersonntag

Rogate | Lektionar I/A, 196: Apg 8,5–8.14–17 | 1 Petr 3,15–18 | Joh 14,15–21

Wenn ein Mensch stirbt, bleibt bei den trauernden Angehörigen eine Leere zurück. Gerade beim Tod einer Mutter, höre ich oft, dass sie der Mittel-punkt der Familie war, oft ohne es zu wollen. Einfach durch die Art und Weise wie sie da war und oft im Hintergrund die Lebensfäden der Famili-enmitglieder zusammenhielt.
Friedrich Nietzsche warnt uns, dass wir nicht zu lange in die Leere blicken sollen, sonst würde die Leere in uns blicken, uns ganz ausfüllen. Es ist also entscheidend, wie wir mit diesen Erfahrungen umgehen. Uns besinnen und dankbar wahrnehmen, was da ist und uns geschenkt wurde. In den Worten des ersten Petrusbriefes ist es die Einladung von der Hoffnung Rechenschaft abzulegen, die uns erfüllt und trägt. (1 Petr 3,15)
Das ist es auch, was Jesus seinen Freunden in den Abschiedsreden versucht zu vermitteln für die Zeit, in der er nicht mehr sichtbar als Mensch bei ihnen sein wird.
Preisen wir Jesus Christus, unsern Herrn, den Kyrios:

Kyrie | mit GL

Herr, Jesus Christus,
du sprichst uns den Beistand des Vaters zu. Kyrie eleison.
Du bist uns im Heiligen Geist nahe. Christe eleison.
In der Liebe sind wir mit dir verbunden. Kyrie eleison

Gloria | Tagesgebet | MB 179

Allmächtiger Gott,
 lass uns die österliche Zeit
in herzlicher Freude begehen
und die Auferstehung unseres Herrn preisen,
damit das Ostergeheimnis,
das wir in diesen fünfzig Tagen feiern,
unser ganzes Leben prägt und verwandelt.
Darum bitten wir durch Jesus Christus,
deinen Sohn, unseren Herrn und Erlöser,
der in der Einheit des Heiligen Geistes
mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit. AMEN.

Fürbitten

In den Unsicherheiten der Welt rufen wir zu Gott, der uns seinen Beistand, den Heiligen Geist, versprochen hat. So rufen wir zu ihm:

  • Leere und die Erfahrung der Sinnlosigkeit
    lässt Menschen am Leben verzweifeln.
    Sende ihnen den Geist der Kraft, der neuen Mut schenkt.
    Gott, unser Vater: | Wir bitten dich erhöre uns.
  • Streit und Auseinandersetzung zerstört Gemeinschaft.
    Schenke den Mut Wege der Versöhnung und des Friedens zu gehen,
    besonders in den Kriegsgebieten unserer Tage.
  • Überforderung in Beruf und Familie
    bringt Menschen an den Rand ihrer Möglichkeiten.
    Lass sie Kraft aus dem Glauben und neue Zuversicht gewinnen.
  • In der Sorge füreinander wird deine Liebe sichtbar.
    Begleite alle Mütter und Väter in der Sorge und Liebe
    zu Gott, sich selbst und besonders allen, die ihnen anvertraut sind.
  • Trauer und Todeserfahrungen lassen uns ohnmächtig zurück.
    Tröste die Trauernden in ihrem Leid
    und nimm die Verstorbenen auf in deine Gegenwart.

Denn im Heiligen Geist bist du uns alle Tage unseres Lebens nahe und begleitest uns, bis wir einst bei dir sein werden in Ewigkeit. AMEN.

Schlussgebet | MB

Allmächtiger Gott,
du hast uns durch die Auferstehung Christi
neu geschaffen für das ewige Leben.
Erfülle uns mit der Kraft dieser heilbringenden Speise,
damit das österliche Geheimnis
in uns reiche Frucht bringt.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn. AMEN.

Hinführung zur ersten Lesung | Apg 8,5–8.14–17

Was bringt mir der Glaube?
Eine moderne Frage,
auf die die heutige Lesung eine Antwort gibt.
Wo Glaube erfüllend gelebt und verkündet wird
kann er heilend und befreiend sein,
ja er kann begeisternd und mitreißend werden.
Lassen wir uns von den ersten Christen ermuntern
auch heute den Glauben
so zu leben zu und zu verkünden.

Hinführung zur zweiten Lesung | 1 Petr 3,15–18

Was ist mir heilig?
Was ist mir so wichtig,
dass ich mein Leben darauf gründen möchte?
Christus im Herzen heilig zu halten,
heißt den Versuch des Lebens mit Christus zu wagen,
aus der Gemeinschaft mit ihm zu leben.
Dazu macht uns der Apostel Petrus Mut.

Lesehinweis

Samárien – Betonung auf dem zweiten A

Meditation

„Ich werde den Vater bitten,
und er wird euch einen anderen Beistand geben,
der für immer bei euch bleiben soll.“ (Joh 14,16)
sagt Jesus seinen Freunden.

In seinem Geist,
will Gott bei uns sein,
mehr noch,
er will in uns sein
uns ganz und gar durchdringen.

Aus dem Vater und dem Sohn geht der Geist aus;
hinein in die Welt,
in die Herzen der Menschen,
die offen sind für ihn.

Auch ich darf diesen Beistand spüren,
kann erleben, wie er mich erfüllt,
wenn ich mich einlasse auf ihn,
wenn es mir gelingt,
ihm in mein Leben ganz zu vertrauen.

Reinhard Röhrner

Meditation | Alternative

Komm, Heiliger Geist,
erleuchte die Herzen der Menschen,
erfülle sie mit der Liebe des Vaters und des Sohnes,
schenke ihnen Glauben und Hoffnung.

Komm, Heiliger Geist,
bewege die Herzen der Menschen,
öffne sie durch die Liebe des Vaters und des Sohnes,
gib ihnen Mut zum Frieden.

Komm, Heiliger Geist,
belebe den Geist der Menschen,
weite sie durch die Liebe des Vaters und des Sohnes,
bewahre sie vor Irrtum und Enge.

Komm, Heiliger Geist,
stärke die Schritte der Menschen,
begleite sie in der Liebe des Vaters und des Sohnes,
mache sie zu Botinnen und Boten des Lebens.

Reinhard Röhrner

Weitere Impulse
26 A Ostern – Sonntag 6 – rogate

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