Impulse zum 5. Ostersonntag

Cantate | Lektionar I/A, 192: Apg 6,1–7 | 1 Petr 2,4–9 | Joh 14,1–12

Mit meinem Vater durfte ich als Kind und Jugendlicher zahlreiche Berge besteigen und auf Hütten in den Bergen einkehren. Anstrengende und mühsame Aufstiege aber auch erlebnisreiche und vielfältige Begegnungen kann man auf solchen Bergtouren sammeln.
Als Kind war ich immer sicher, mein Vater kennt den Weg, wenn ich mit ihm gehe, kann ich mich nicht verlaufen. Daher konnte ich den Weg, den Auf- und Abstieg genießen und Steine, Gräßer, Blüten und Baumformationen entdecken und immer wieder mit ihm den Blick in die Weite genießen.
Der Glaube ist für mich auch so ein Ort, unterwegs sein mit dem himmlischen Vater, das Leben im Hier und Jetzt, die Weite, die sich dem wachen Auge zeigt, genießen dürfen. Da spürt man das Leben erfrischend und ermunternd, da wird Jesu Wort von Weg, Wahrheit und Leben für mich Wirklichkeit.
Rufen wir zu Jesus Christus, der uns durch diese schöne Welt begleitet

Kyrie | mit GL

Herr, Jesus Christus,
du bist der Weg, der uns nicht irren lässt. Kyrie eleison.
Du bist die Wahrheit, die frei macht. Christe eleison.
Du bist das Leben, die Fülle des Lebens. Kyrie eleison.

Gloria | Tagesgebet | MB 170

Gott, unser Vater,
du hast uns durch deinen Sohn erlöst
und als deine geliebten Kinder angenommen.
Sieh voll Güte auf alle, die an Christus glauben,
und schenke ihnen die wahre Freiheit
und das ewige Erbe.
Darum bitten wir durch Jesus Christus,
deinen Sohn, unseren Herrn und Erlöser,
der in der Einheit des Heiligen Geistes
mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit. AMEN.

Fürbitten

Mit Jesus unterwegs finden Wahrheit und Leben. Zu ihm rufen wir in den Nöten unserer Tage:

  • Öffne denen das Herz, die nach Wahrheit suchen,
    und unterstütze sie, dass sie nicht müde werden auf ihrem Weg.
    Christus, höre uns. | Christus erhöre uns.
  • Schenke den Verkünderinnen und Verkündern
    deiner Frohen Botschaft innere Freude,
    damit sie dein Wort überzeugend weitertragen.
  • Steh den Verantwortlichen
    in Gesellschaft und Politik zur Seite,
    besonders jenen, die in unserer Stadt neue Ämter übernehmen,
    und hilf ihnen bei ihrem Bemühen um Gerechtigkeit und Frieden.
  • Stärke alle Suchenden,
    dass sie Menschen finden, die begleiten
    und die Perspektive auf deine Füle zeigen.
  • Sei den Menschen nahe, die heute sterben,
    und zeige den Verstorbenen das Angesicht des Vaters.

Wir danken dir, Herr Jesus Christus, dass du immer an unserer Seite bist und uns begleitest, heute und in Ewigkeit. AMEN.

Schlussgebet | MB

Barmherziger Gott, höre unser Gebet.
Du hast uns im Sakrament
das Brot des Himmels gegeben,
damit wir an Leib und Seele gesunden.
Gib, dass wir
die Gewohnheiten des alten Menschen ablegen
und als neue Menschen leben.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn. AMEN.

Hinführung zur ersten Lesung | Apg 6,1–7

In der Jerusalemer Urgemeinde
zeigt sich, was überall zu Tage treten kann:
Spannungen zwischen Menschen
unterschiedlicher Herkunft,
unterschiedlichen Standes.
Im Geiste Jesu an die Probleme zu gehen,
aus dem Gebet heraus
den Geist des Miteinanders zu suchen
und so Gemeinschaft zu stärken.

Hinführung zur zweiten Lesung | 1 Petr 2,4–9

Der Glaube an Jesus Christus
kann alles auf den Kopf stellen.
Wer sich darauf einlässt ist berufen
lebendiger Stein in der Kirche zu sein.
Das Priestertum jeder Frau und jedes Mannes
ist untrügliches Zeichen und Beleg dafür.
Wo wir Leben und Glauben,
ja Kirche gestalten,
geben wir davon Zeugnis.

Lesehinweis

Betonung auf dem Akzent:
Stéphanus, Philíppus, Próchorus, Nikánor, Tímon, Parménas
Proselýten – Betonung auf y, gesprochen wie ü
Antióchia – Betonung auf kurzem o

Meditation

Im Tohuwabohu der Welt,
in den alltäglichen Verwirrungen
endlich ankommen an einem Ort,
der für mich gemacht ist.

Nicht irgendwann
werde ich ihn finden,
ich darf schon
hier und jetzt da sein.

Jesus ist für mich
der Weg, den er mir zeigt
durch diese Welt
in seiner Liebe.

Seine Wahrheit
ermutigt mich
in der Offenheit der Liebe
der Welt gegenüberzutreten.

So spüre ich in mir
die Freude über das Leben,
die mich erfüllt und begeistert
und andere dazu einlädt.

Reinhard Röhrner

Meditation | Alternative nach Joh 14,6b

Philippus spricht aus,
was vielen Menschen
am Herzen liegt:
„Herr, zeig uns den Vater“

In den Wirren der Welt,
in aller Not und Bedrängnis,
in Krieg und Terror,
in Neid und Streit,
in Scheitern und Verzweiflung,
in der Ohnmacht des Menschen
wollen auf wir rufen:
„Herr, zeig uns den Vater“

In der Stille des Gebetes,
in der Feier des Gottesdienstes,
im Dasein für Andere,
in der Hilfe für den Notleidenden,
im Verzeihen von Schuld,
in der Offenheit für den Anderen
wird er spürbar, da erfahren wir:

Gott ist in der Welt erfahrbar!

Reinhard Röhrner

Meditation | Alternative II nach Joh 14,6b

Ich bin der Weg
und die Wahrheit
und das Leben;
sagt Jesus zu seinen Freunden.

Im Durcheinander des Lebens,
in den Herausforderungen und Zweifeln,
suche ich einen Weg,
der mein Weg werden kann,
den ich gehen möchte.

In der Vielfalt
von Meinungen und Möglichkeiten,
von Wort und Gerede
suche ich die Wahrheit,
die leben lässt,
die nicht nur für den Augenblick gilt,
sondern ihre Gültigkeit entfaltet.

Auf meiner Suche
nach Sinn und Erfüllung
suche ich das Leben,
das bleibende und glückende Leben,
das mehr ist als ein schöner Augenblick,
sondern meine Erfüllung ahnen lässt.

Reinhard Röhrner

Weitere Impulse
26 A Ostern – Sonntag 5 – Cantate

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