Misericordias Domini | Lektionar I/A, 188: Apg 2,14a.36–41 | 1 Petr 2,20b–25 | Joh 10,1–10
Wir kennen Worte oder Sätze, die uns unmittelbar ansprechen, die in uns ein e Vertrautheit oder ein Gefühl von Sicherheit hervorrufen. Für den Philosophen Immanuel Kant, den wir auf den ersten Blick als einen nüch-ternen und vergeistigten Menschen kennen, war der 23. Psalm, der Gute-Hirte-Psalm, besonders wertvoll und darin vor allem der Satz: „Ich bin bei dir“. – Im Blick auf sein Leben war es wohl ein Satz, der ein tiefes Bedürf-nis bei ihm ansprach, das wir vermutlich mit ihm teilen. Sicherheit und Geborgenheit bei Gott, gerade wenn wir uns der Welt mit ihrer Brutalität konfrontiert sehen.
Der gute Hirte, Jesus Christus, sorgt für die Schafe, er führt mit Überzeu-gung und Weitsicht, aus aller Enge dieser Welt in die Weite seiner Liebe.
Preisen wir unseren Herrn, den Kyrios:
Kyrie | mit GL
Herr, Jesus Christus,
Du bist der gute Hirte. Kyrie eleison.
Du bist immer bei uns. Christe eleison.
Du führst uns durch die Zeit in deine Ewigkeit. Kyrie eleison.
Gloria | Tagesgebet | MB 161
Allmächtiger, ewiger Gott,
dein Sohn ist der Kirche siegreich vorausgegangen
als der Gute Hirt.
Geleite auch die Herde,
für die er sein Leben dahingab,
aus aller Not zur ewigen Freude.
Darum bitten wir durch Jesus Christus,
deinen Sohn, unseren Herrn und Erlöser,
der in der Einheit des Heiligen Geistes
mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit. AMEN.
Fürbitten
Herr, Jesus Christus, guter Hirte, du bist gekommen ums zur Fülle im Leben zu führen. In unseren Nöten rufen wir voll Vertrauen zu dir und bitten dich:
- Die Dunkelheit der Welt liegt über allen Menschen.
Hilf allen Menschen aus dem Vertrauen auf dich zu leben
und diese Zuversicht an andere weiter zu schenken.
CHRISTUS, HÖRE UNS. | CHRISTUS ERHÖRE UNS. - Die Angst vor Terror und Krieg bedroht viele Menschen, besonders denken wir an die Ukraine und den Nahen Osten.
Lass Frieden werden und Versöhnung wachsen. - Der Glaube lebt vom Zeugnis einzelner.
Ermutige die Christen im Alltag Zeugen deiner Liebe zu sein
und so anderen Menschen Mut zu machen. - Schenke in aller Hektik des Alltags
Zeiten der Stille und des Gebetes,
in denen wir uns neu ausrichten und Kraft finden. - Berufe junge Christen, dir in den Ordensgemeinschaften,
als Diakone, Priester und anderen kirchlichen Berufen
nachzufolgen und in deiner Kirche zu dienen. - Nimm unsere Verstorbenen auf in deine Herrlichkeit
und tröste die Trauernden mit deiner Hoffnung.
Du bist bei uns, in den Höhen und Tiefen des Lebens, im Scheitern und Gelingen. Dafür danken wir dir jetzt und alle Tage bis in Ewigkeit. AMEN.
Schlussgebet | MB
Gott, du Hirt deines Volkes,
sieh voll Huld auf deine Herde,
die durch das kostbare Blut deines Sohnes erkauft ist;
bleibe bei ihr und führe sie auf die Weide des ewigen Lebens.
Darum bitten wir durch ihn, Christus, unseren Herrn. AMEN.
Hinführung zur ersten Lesung | Apg 2,14a.36–41
Es ist unglaublich,
dass einer der am Kreuz vor aller Augen gehenkt wurde,
wieder leben soll,
dass sein offensichtliches Scheitern nicht das Ende,
sondern der Anfang neuen Lebens sein soll.
Petrus macht uns Mut
uns auf das Abenteuer des Glaubens
an den Auferstandenen einzulassen
und so aus der Fülle leben zu können.
Hinführung zur zweiten Lesung | 1 Petr 2,20b–25
Mit dem Tod und der Auferstehung Jesu
ist das Leid aus dieser Welt nicht verschwunden,
auch Hass und Willkür können uns treffen.
Im Blick auf Jesus Christus,
ermutigt uns der zweite Petrusbrief
uns dem Leben mit Christus zuzuwenden,
der uns erlöst hat
und uns ewiges Leben schenkt.
Lesehinweis
…
Meditation
Wer leben will
braucht Vertrauen,
auf Menschen, auf das Leben und auf Gott.
Wer leben will
braucht Mut,
sein Leben anzupacken.
Vertrauen und Mut
öffnen die Perspektive
für ein gelingendes Leben.
Wo wir vertrauensvoll
und mutig auf das Leben schauen,
beginnen wir zu leben.
So überwinden wir die Enge der Welt,
die Ohnmacht des Menschen
die Ziellosigkeit unseres Handelns.
Wenn Vertrauen und Mut
zueinander finden und einander tragen
beginnen wir zu lieben,
wo wir lieben,
nähern wir uns Gott.
Reinhard Röhrner
Meditation | Alternative
Du bist die Tür zu den Schafen,
die führst uns hinaus
zu den guten Weidegründen,
den Orten, die unser Leben schön und wertvoll machen.
Du bist der gute Hirte
wir dürfen deine Schafe sein,
du wirst uns führen
zur Fülle unseres Lebens.
Tür und Hirte
zwei Bilder, die aufeinander bezogen sind,
die tief in unserer Erfahrung gründen
und in uns Erfahrungen aufstrahlen lassen:
Wärme,
Geborgenheit
und Liebe,
Freiheit und Licht –
und das Vertrauen zu Ihm,
zu unseren Mitmenschen
und zu uns selbst.
Sei unsere Tür zu Gott und Menschen,
sei unser Hirte auf unseren Wegen
und lass uns ankommen bei dir.
Reinhard Röhrner
