Impulse zum Heiligen Abend | hodie scietis | A

hodie scietis | Lektionar I/A, 29: Jes 9,1–6 | Tit 2,11–14 | Lk 2,1–14  

Endlich ist der Abend da, den wir seit Wochen erwarten, vier ganze Wochen hatten wir Zeit und vielen ist es doch wieder kurz vor dem Fest knapp geworden. Doch nun ist es soweit: Wir feiern Weihnachten. Wir feiern, dass Jesus in Bethlehem geboren ist. Er ist das Licht für die ganze Welt, für alle Menschen. Er macht unsere Welt hell und unser Leben froh. Nicht wie ein Schweinwerfer von außen, sondern aus im Innersten des Menschen, weil er selbst als Mensch ganz an unserer Seite sein will.

So wollen wir jetzt miteinander in diese heilige Nacht hinein feiern, den Stern, den schon der Seher Bileam vorhersagte, auch für uns als Wegweiser zur Fülle des Lebens erkennen und ihm in diesen Tagen folgen.
So preisen wir Jesus Christus, den Mensch gewordenen Gottessohn als unseren Herrn und Kyrios:

Kyrie

Herr, Jesus Christus,
geboren aus der Jungfrau Maria. Kyrie eleison.
Stern, der über Jakob aufgeht. Christe eleison.
Herr und Erlöser aller Menschen. Kyrie eleison.

Gloria | Tagesgebet | MB 38

Herr, unser Gott,
in dieser hochheiligen Nacht
ist uns das wahre Licht aufgestrahlt.
Lass uns dieses Geheimnis
im Glauben erfassen und bewahren,
bis wir im Himmel den unverhüllten Glanz
deiner Herrlichkeit schauen.
Darum bitten wir durch Jesus Christus,
deinen Sohn, unseren Herrn und Erlöser,
der in der Einheit des Heiligen Geistes
mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit. AMEN

Fürbitten

Gott hat seinen Sohn Jesus Christus zu uns Menschen gesandt. Er bringt uns die Frohe Botschaft und macht unser Leben hell:

  •  Mitten in der Nacht sandte Gott seinen Sohn,
    er kam als das Licht der Welt zu uns.

    Für alle die in der Dunkelheit leben müssen,
    in Einsamkeit, Krieg und Terror.
  • ‚ Den Hirten wurde die Frohbotschaft von den Engeln verkündet.
    Für alle am Rande der Gesellschaft,
    für die Traurigen und für jene, die trösten;
    für die Kranken und für jene, die heilen und pflegen.
  • ƒ Maria und Josef suchten nach einem Ort, um bleiben zu können.
    Für alle, die unterwegs sein müssen,
    für Flüchtlinge und Obdachlose und alle, die kein Zuhause haben.
  • „ Heute ist euch der Retter geboren.
    Für alle, die wie Maria die gute Nachricht hören und darüber staunen,
    für uns und unsere Pfarrei, für Groß und Klein.
  • … Die Hirten kehrten zurück und priesen Gott.
    Für alle, die durch uns von Gott hören,
    für unsere Freunde und Nachbarn.
  • † Maria bewahrte alle Worte im Herzen und erwog sie.
    Für alle an die wir jetzt besonders denken, die uns fehlen
    und alle, die sich nach der Freude der Heiligen Nacht sehnen.

Durch dein Licht wird auch unser Leben hell und klar. Du bist bei uns in aller Dunkelheit und führst uns einst zu deinem großen Licht in Christus, unserm Herrn. AMEN.

Schlussgebet | MB

Herr, unser Gott, in der Freude über die Geburt unseres Erlösers
bitten wir dich:
Gib uns die Gnade, ihm unser ganzes Leben zu weihen,
damit wir einst Anteil erhalten
an der ewigen Herrlichkeit deines Sohnes,
Darum bitten wir durch ihn, Christus, unseren Herrn. AMEN.

Hinführung zur ersten Lesung |

Jes 9,1–6

Ein Leben im Finstern,
drückende Lasten auf den Schultern
und mit dem Stock des Treibers angetrieben wie ein Lasttier,
den Klang dröhnender Soldatenstiefel in den Ohren
und blutbefleckte Mäntel vor Augen.

Die Worte Jesajas
gehen noch immer unter die Haut.
Sein visionärer Traum vom Frieden,
der kein Ende nimmt,
ist geprägt von großem Gottvertrauen –
allem Augenschein, aller Realität zum Trotz.
Es ist Wirklichkeit:
Gott wird Mensch!

Hinführung zur zweiten Lesung | Tit 2,11–14

Was Jesaja erhofft
– das Ende von Unterdrückung und Unfrieden –
wird nicht ohne uns Wirklichkeit.
Die Gnade Gottes will uns bewegen,
besonnen, gerecht und fromm zu leben.
„Wär‘ Christus tausendmal in Bethlehem geboren,
aber nicht in dir –
du wärest ewiglich verloren.“

Lesehinweis

Meditation

Mitten hinein
in die Dunkelheit der Welt,
der Verlorenheit der Menschen
kommt Gottes Sohn.

Er spricht sich aus,
sein Wort vertreibt
das lähmende Schweigen,
die Sprachlosigkeit der Welt.

Ein Kind ist uns geboren,
ein Sohn ist uns geschenkt,
der Stern, der über Jakob aufgeht,
leuchtet bis in unsere Tage.

Sein Licht strahlt
um uns den Weg
zu den Menschen unserer Tage
und uns selbst zu zeigen. Die Heilige Nacht
verändert die Welt
und die Herzen der Menschen,
bereitet sie für die Begegnung
mit Gott und Menschen.

Reinhard Röhrner

Meditation | Alternative

Wir gehen hinein
in die Heilige Nacht,
in die Geborgenheit des Dunkels.

Die Nacht als Zeit der Gottesbegegnung,
als Ort der Ruhe und Sicherheit,
als Erfüllung der Sehnsucht.

Mehr noch ist es für uns
die Gewissheit der Erlösung,
dass die Dunkelheit der Welt
überwunden ist.

Inmitten der Dunkelheit
strahlt sein Licht auf,
leuchtet er bis hinein in das Dunkel
das es auch in meinem Leben gibt

Es ist Heilige Nacht,
bergende Nacht der Gottesbegegnung,
die mich aus meiner Enge
in die Weite seiner Liebe ruft.

Reinhard Röhrner

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