Deus in adiutorium| Lektionar I/A, 303: Jes 55,1–3 | Röm 8,35.37–39 | Mt 14,13–21
Immer wieder kann man von Seiten der Politik hören, dass sich die Kirche nicht in die Tagespolitik einmischen soll. Vor allem, wenn sie aus der Überzeugung des Glaubens heraus zu Besonnenheit mahnt.
Aber der Glaube ist keine Wellnessoase für ein paar gemütliche Stunden, sondern er ist die Grundlage des Lebens und so eben auch ein Fundament unserer Gesellschaft, deren Zusammenspiel die Politik ordnen muss. Auch die Jünger Jesu haben zuerst ganz ähnlich gedacht. Jesus verkündet die Botschaft vom Reich Gottes, die Versorgung mit Essen, Trinken und Schlafgelegenheiten ist eine andere Sache. Jesus aber ermahnt, dass alles zusammenhängt, dass wir das Leben und den Glauben nicht trennen dürfen, sondern sich beides gegenseitig stärken kann.
Grüßen wir ihn, unseren Kyrios, der das Fundament unseres Lebens und Glaubens ist:
Kyrie | mit GL
Herr, Jesus Christus,
du sorgst dich um die Menschen. Kyrie eleison.
Dein Wort ist uns Nahrung. Christe eleison.
Du zeigst wie Leben und Glauben zusammengehören. Kyrie eleison.
Gloria | Tagesgebet | MB 228
Gott, unser Vater,
steh deinen Dienern bei
und erweise allen, die zu dir rufen,
Tag für Tag deine Liebe.
Du bist unser Schöpfer
und der Lenker unseres Lebens.
Erneuere deine Gnade in uns, damit wir dir gefallen,
und erhalte, was du erneuert hast.
Darum bitten wir durch Jesus Christus,
Deinen Sohn, unseren Herrn und Erlöser,
der in der Einheit des Heiligen Geistes
mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit. AMEN.
Fürbitten
Glaube und Leben gehören zusammen. In seiner Sorge um den Menschen ermuntert uns Jesus ihm unsere Sorgen und Nöte anzuvertrauen. Wir bitten ihn:
- Für die Menschen, die nicht genug haben zum Leben,
die sich nach einem Dach über dem Kopf, Nahrung,
Geborgenheit und Sicherheit sehnen.
Christus, du Brot des Lebens: Wir bitten dich, erhöre uns. - Für die Verantwortlichen in Politik und Gesellschaft,
dass sie die sozialen Nöte der Menschen sehen
und sich ihrer annehmen. - Für alle Gemeinschaft der Gläubigen,
dass sie aus der Feier der Eucharistie Kraft für den Alltag schöpft. - Für alle Patienten in Pflegeheimen und Krankenhäusern,
dass sie gute Pflege erfahren und wieder zu Kräften kommen. - Für alle unsere Verstorbenen,
dass sie die Freude des himmlischen Hochzeitsmahles erfahren.
Du, Jesus Christus, kennst unseren Hunger nach Leben. Sättige uns mit deinem Brot des Himmels, damit wir aus deiner Kraft leben. Dafür loben und preisen wir dich in Ewigkeit. AMEN.
Schlussgebet | MB
Barmherziger Gott,
in den heiligen Gaben empfangen wir neue Kraft.
Bleibe bei uns in aller Gefahr
und versage uns nie deine Hilfe,
damit wir der ewigen Erlösung würdig werden.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn. AMEN.
Hinführung zur ersten Lesung | Jes 55,1–3
Mitten im babylonischen Exil
verkündet der Prophet Jesaja,
dass Gott seine Gaben umsonst, gratis verschenkt,
wir müssen nicht darum kämpfen,
wir dürfen einfach empfangen.
seine Heilszusage zeigt sich im erfüllten Leben,
jenseits der Zerstreuung und Verwirrung der Sorge des Alltags.
Hinführung zur zweiten Lesung | Röm 8,35.37–39
Der Apostel Paulus lebt seinen Glauben
mit allen Fasern seines Lebens.
So ist er fähig im Brief an die Christen in Rom
ein ganz persönliches Glaubenszeugnis zu schreiben.
Gottes Liebe,
die er trotz Rück- und Niederschläge erfahren hat,
wird zum festen Fundament,
das andere ermutigt ihm im Glauben zu folgen.
Lesehinweis
Salomo – Betonung auf dem a
Meditation
Fünf Brote und zwei Fische,
das wird nicht reichen,
was ist das für so viele?
Nur fünf Minuten
und ein paar Augenblicke
mehr habe ich nicht mehr.
Jesus teilt aus,
er verschenkt und verschwendet
alles, was er hat
und alle werden satt,
ja es bleibt noch übrig
zwölf Körbe voll.
Bevor ich über die Zeit klage,
es mir und ich mir selber leid tue,
schaue ich den anderen an
schenke ihm meine Zeit,
bekomme seine Gegenwart geschenkt.
Die Zeit erfüllt sich,
es ist genug da,
wenn ich sie schenke und empfange.
Reinhard Röhrner
Meditation | Alternative
Nimm dein Leben in die Hand.
Arbeite, damit du etwas wirst,
damit andere dich wahrnehmen
und du geachtet wirst.
Gott schenkt mehr,
mehr als ich erreichen kann,
mehr als meine Kräfte schaffen,
mehr als ich erträume.
Er schenkt es mir
einfach so,
weil er mich liebt
und das Beste für mich will.
Wenn ich ihm Vertraue,
ist reichlich da:
Brot und Wasser,
mehr noch, er schenkt den Wein der Freude.
Gott ist einer,
der im Überfluss schenkt,
weil er ein Liebender ist,
so darf ich lieben um Gott nahe zu sein.
Reinhard Röhrner
Weitere Impulse
26 A Jahreskreis – Sonntag 18 – Deus in adiutorium
