Deus in loco | Lektionar I/A, 299: 1 Kön 3,5.7–12 | Röm 8,28–30 | Mt 13,44–52 (oder 13,44–46)
Empathie beschreibt die Fähigkeit des Menschen, sich in die Gefühle, Gedanken und Motive anderer Menschen hineinzuversetzen. Wir unterscheiden dabei kognitive, emotionale und soziale Empathie. Einerseits das reine intellektuelle Verstehen und Nachvollziehen der Perspektive und der Gedankenwelt einer anderen Person, oder das unmittelbare Miterleben und Nachempfinden der Gefühle des Gegenübers, als wären es die eigenen und natürlich die Fähigkeit, soziale Zusammenhänge zu überblicken und die Auswirkungen des eigenen Handelns auf andere einzuschätzen.
Das ist ein wichtiger Baustein für das Zusammenleben in der Gesellschaft. Heute werden wir in der ersten Lesung hören, dass genau diese Fähigkeit zum Grundstein der Weisheit des Königs Salomo wurde, um die er auf seiner Wallfahrt nach Gibeon am Anfang seiner Regierungszeit bittet.
Rufen wir zu Christus, der unseren Herzen begegnen will:
Kyrie | mit GL
Herr, Jesus Christus,
du öffnest die Herzen der Gläubigen. Kyrie eleison.
Du schenkst den Menschen Sicherheit. Christe eleison.
Du zeigst uns den Weg zur Fülle. Kyrie eleison.
Gloria | Tagesgebet | MB 227
Gott, du Beschützer aller,
die auf dich hoffen,
ohne dich ist nichts gesund und nichts heilig.
Führe uns in deinem Erbarmen den rechten Weg
und hilf uns,
die vergänglichen Güter so zu gebrauchen,
dass wir die ewigen nicht verlieren.
Darum bitten wir durch Jesus Christus,
Deinen Sohn, unseren Herrn und Erlöser,
der in der Einheit des Heiligen Geistes
mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit. AMEN.
Fürbitten
Rufen wir zu Gott, der uns die Perspektive auf sein himmlisches Reich schenkt und vertrauen wir ihm an, was uns bewegt:
- Für alle Menschen, die Verantwortung tragen.
Schenke ein hörendes Herz, damit sie erkennen, was recht ist.
Herr, unser Gott, höre uns. | Herr, unser Gott, erhöre uns. - Für alle Großeltern und Senioren,
die unsere Gesellschaft mit Herz, Erfahrung und Empathie bereichern.
Schenke ein hörendes Herz
und lass sie Dankbarkeit und Frieden spüren. - Für alle, die mit der Macht spielen.
Schenke ein hörendes Herz und lass sie Wege des Verstehens gehen
und so für alle ein gelingendes Miteinander entstehen. - Für die Menschen, die unter Krieg und Terror leiden.
Schenke ein hörendes Herz,
dass Friede und Versöhnung wachsen kann. - Für unsere Verstorbenen und alle Trauernden.
Schenke ein hörendes Herz,
das sie in der Hoffnung auf ein Wiedersehen bei Gott bestärkt.
Du allein bist der Herr unseres Lebens, wir legen alles in deine guten Hände. Dir sei Lobpreis und Ehre dargebracht in Ewigkeit. AMEN.
Schlussgebet | MB
Herr, unser Gott, wir haben
das Gedächtnis des Leidens Christi gefeiert
und das heilige Sakrament empfangen.
Was uns dein Sohn in unergründlicher Liebe geschenkt hat,
das werde uns nicht zum Gericht,
sondern bringe uns das ewige Heil.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn. AMEN.
Hinführung zur ersten Lesung | 1 Kön 3,5.7–12
Was ist das Wichtigste im Leben?
Was würden wir uns wünschen,
wenn wir einen Wunsch frei hätten?
Heute hören wir vom jungen König Salomo,
der sich ein hörendes Herz wünscht,
dass er die anvertraute Macht
verantwortlich im Geist Gottes nutzt.
Hinführung zur zweiten Lesung | Röm 8,28–30
Geschichten von enttäuschter Liebe
können wir immer wieder im Leben
hören oder selbst erfahren.
Für den Apostel Paulus ist das kein Grund
den Kopf hängen zu lassen,
alle irdische Enttäuschung
weist hin auf die Erlösung in Jesus Christus.
Lesehinweis
Salomo – Betonung auf dem a
Meditation
Ich suche nach Glück
und doch
finde ich oft nur Enttäuschung.
Der Mann am Pflug
im heutigen Evangelium suchte nicht
und hat doch alles gefunden.
Wie der Kaufmann,
der nach Perlen suchte
und ebenso alles fand.
Beide waren offen für Gott,
für sein Wirken
in ihrem Alltag.
Ich möchte offen sein wie sie,
mich von Gott beschenken lassen
und die Fülle finden.
Reinhard Röhrner
Meditation | Alternative
Luft und Leben,
Wolken am Himmel, die sich bewegen.
Ich im Gras zwischen Gräsern und Blüten.
Über mir ziehen im unendlichen Blau Wolken.
Jede ist anders.
Ich schaue,
lasse meine Gedanken spielen.
Es ist ein Kommen und Gehen
von Wolken und Gedanken.
Meine Gedanken sind wie Wolken –
nicht haltbar,
nicht zu begreifen:
Bewegung, Wandlung, Freiheit. –
Gott, ich danke dir
für diese Wolken,
die ich beobachte,
ich – ein Mensch, der deine Größe und Güte
nicht erfassen kann.
Ich bin dankbar für die Wolken
und für die Schöpfung,
die über aller Hektik des Alltags
Ruhe und Dankbarkeit schenkt.
Reinhard Röhrner
Meditation | Alternative II
Nach der Tiefe sehne ich mich
in meinem Leben.
Nach der Tiefe,
die hinter der Oberflächlichkeit des Alltags liegt,
die nicht nur für den Augenblick taugt,
sondern mehr verspricht,
als jedes schnelle Glück.
Zur Tiefe aufbrechen
heißt Vieles zurücklassen,
abtauchen bedeutet
sich auf das Wesentliche beschränken
und sich dessen bewusst sein.
Der Weg in die Tiefe
ist ein Abschied
von Bequemlichkeit und Oberflächlichkeit
eine Herausforderung und Überwindung.
Ein Weg, der aber selbst tragen kann,
der zu mir und zu Gott führt.
Aus der Tiefe
der Erfahrung mit mir selbst und Gott
das eigene Leben erfüllter erfahren
anderen Mut machen
sich auf diesen Gott einzulassen,
der Leben schenkt.
Reinhard Röhrner
