Omnes gentes | Lektionar I/A, 281: 2 Kön 4,8–11.14–16a | Röm 6,3–4.8–11 | Mt 10,37–42
„Die Kirche muss mehr auf die Menschen zugehen, sonst werden sich immer Menschen abwenden“, sagte kürzlich ein Mann in einer Diskussion über die Werte unserer Gesellschaft. Damit die Kirche ihre Wertvorstellungen in die Gesellschaft einbringen kann, müsse sie sich der Gesellschaft anpassen. Der Regisseur und Theologe August Everding mahnte hingegen einmal: „Wer sich mit dem Zeitgeist vermählt, wird bald verwitwet sein.“
Zwei konträre, ja entgegengesetzte Aussagen. Vielleicht müssen wir wie so oft einen Mittelweg finden, um ehrlich und offen zu sein und zugleich die Botschaft Gottes in die Welt tragen.
Preisen wir unseren Erlöser, den Kyrios, in unserer Mitte:
Kyrie | mit GL
Herr, Jesus Christus,
du öffnest Wege zum Leben. Kyrie eleison.
Du stellst klare Forderungen. Christe eleison.
Du schenkst Liebe und Erfüllung. Kyrie eleison
Gloria | Tagesgebet | MB 222
Gott, unser Vater,
du hast uns in der Taufe
zu Kindern des Lichtes gemacht.
Lass nicht zu,
dass die Finsternis des Irrtums
über uns Macht gewinnt,
sondern hilf uns,
im Licht deiner Wahrheit zu bleiben.
Darum bitten wir durch Jesus Christus,
deinen Sohn, unseren Herrn und Erlöser,
der in der Einheit des Heiligen Geistes
mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit. AMEN.
Fürbitten
Wir folgen Jesus nach und rufen zu Gott, der uns Leben verheißt. Sich auf ihn einzulassen, schenkt Freiheit und Fülle:
- Stärke alle, die sich für das Miteinander einsetzen
in Kirche und Gesellschaft,
damit wir gemeinsam die Zukunft mit Gott gestalten. - Führe die Starken zur Umkehr,
die ihre Macht und ihren Einfluss dazu missbrauchen,
Schwächeren ihre Rechte vorzuenthalten. - Lass Frieden werden auf der Erde,
besonders in der Ukraine, im Sudan und im Nahen Osten. - Steh denen bei, andere unterstützen
Wege zum eigenen Leben zu finden. - Hilf den Menschen,
die unter dem Erdbeben in Venezuela leiden
mit schneller und nachhaltiger Hilfe. - Nimm unsere Verstorbenen auf in deine Liebe
und bestärke alle Trauernden in der Hoffnung.
Guter Gott, wir danken dir, dass du uns nahe bist in deinem Sohn Jesus Christus, heute und in alle Ewigkeit. AMEN.
Schlussgebet | MB
Gütiger Gott,
die heilige Opfergabe,
die wir dargebracht und empfangen haben,
schenke uns neues Leben.
Lass uns Frucht bringen in Beharrlichkeit
und dir auf immer verbunden bleiben.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn. AMEN.
Hinführung zur ersten Lesung | 2 Kön 4,8–11.14–16a
Das Leben jedes Menschen
ist geprägt von seinen Beziehungen
zu Gott, den Menschen und zur Welt.
Für den Propheten Elischa, dem Schüler des Elija
ist es nicht leicht in einer Zeit,
die sich durch Geld- und Machtstreben auszeichnet,
den Blick auf Gott zu lenken.
Und doch, wo Menschen auf ihn achten,
geschehen großartige Dinge.
Hinführung zur zweiten Lesung | Röm 6,3–4.8–11
Durch die Taufe, sind wir Menschen beschenkte.
Gott schenkt uns mehr, als wir
uns verdienen könnten einfach so.
Wir dürfen uns in Gottes Liebe
angenommen und erlöst wissen.
Paulus drückt das im Brief an die Christen in Rom
mit dem alten und neuen Menschen aus.
Lesehinweis
Elija – Betonung auf dem i, bei Elischa ebenso
Meditation
Ich möchte leben,
einfach leben,
glücklich mein Leben gestalten
im Frieden mit mir und anderen.
Oft ist das nicht einfach
viele kommen mit Ratschlägen
und erklären mir bewusst oder unbewusst
wie das Leben für mich gut wird.
Dabei muss ich es
immer selber wagen
und mein Leben ausrichten
an Vertrauen und Liebe.
Gott kommt mir entgegen
und lädt mich ein
ihm ganz zu vertrauen,
damit mein Leben gelingen wird,
getragen von seiner Liebe.
Reinhard Röhrner
Meditation | Alternative
Ich möchte glücklich leben,
nicht der Macht nachlaufen
und selber Spiele der Macht
ausspielen.
Ich möchte glücklich leben,
nicht dem Geld nachrennen
und meine Aufmerksamkeit schulen
es zu vermehren.
Ich möchte glücklich sein,
nicht in der Abhängigkeit anderer
und nicht andere für mein Glück
verantwortlich machen.
Ich möchte glücklich sein,
die Grenzen meines Horizontes weiten
und mehr und inniger leben,
ja lieben.
Ich werde glücklich sein,
wenn ich beginne mich anzunehmen
und mich dem anzuvertrauen,
der mich erschaffen und erlöst hat.
Glücklich, wer sich selbst loslassen kann
um nicht mehr in der Zeit zu leben,
sondern ganz in seiner
Gegenwart.
Reinhard Röhrner
Meditation | Alternative II
Das Leben wagen,
das Wagnis des Lebens annehmen,
ist einfach gesagt,
oft auch sehr verlockend.
Einfach leben, ohne alles abzuwägen,
sondern das Wagnis anzunehmen.
Und doch:
Ich spüre eine Angst,
eine tiefe Beklemmung
mich einfach so auf das Leben einzulassen,
nicht genau zu wissen,
ob ich erfolgreich sein kann.
Ich spüre deutlich:
Einlassen auf ihn, auf Gott,
mich fallen zu lassen,
in seine Hände zu springen,
schenkt mir jene Freiheit,
die er mir versprach,
als er mich als seine Tochter und seinen Sohn annahm.
Reinhard Röhrner nach Søren Kierkegaard
