Impulse zum Apostelfest Petrus und Paulus

Isti sunt | Lektionar I/A, 396: Apg 12,1–11 | 2 Tim 4,6–8.17–18 | Mt 16,13–19

Im Gewirr der Welt im Großen wie oft auch im Kleinen, sehnen wir uns nach Harmonie und Ruhe. Nicht selten ist hinter der äußeren scheinbar ruhigen Fassade so Manches, das brodelt und nicht so weit in Ordnung ist, wie wir es uns wünschen. Wenn wir die beiden ansehen, deren Hochfest wir feiern, die Apostel Petrus und Paulus, dann ist das ganz ähnlich. Für sich und ihre Beziehung zu Jesus sind beide vorbelastet. Petrus, der erste der Jünger, der zu feige ist, sich in der entscheidenden Stunde zum Herrn zu bekennen, obwohl er nur Stunden vorher eine große Lippe ris-kiert hat. Oder Paulus, dessen erklärtes Ziel es ist die Gemeinschaft der Freunde Jesu zu vernichten und sich damit in religiösen Fanatismus hinein verliert.
Beide sind große Männer der frühen Kirche, beide fanden den Weg wieder zurück zum Herrn, den wir jetzt in unserer Mitte grüßen:

Kyrie | mit GL

Herr, Jesus Christus,
menschliches Gegenüber aus Gottes Fülle. Kyrie eleison
Ewiges Wort des Vaters, Gott. Christe eleison.
Mit dem Vater und dem Geist bist du uns nahe. Kyrie eleison.

Gloria | Tagesgebet | MB

Herr, unser Gott,
am Hochfest der Apostel Petrus und Paulus
haben wir uns in Freude versammelt.
Hilf deiner Kirche,
in allem der Weisung deiner Boten zu folgen,
durch die sie den Glauben
und das Leben in Christus empfangen hat,
der in der Einheit des Heiligen Geistes
mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.. AMEN.

Fürbitten

Petrus und Paulus fanden in Jesus Christus ihren Mittel- und Haltepunkt. So rufen wir voll Vertrauen zu ihm, der auch uns Wege zum Leben zeigen will:

  • Für alle, die nach Sinn im Leben suchen,
    dass sie aus der Begegnung mit Gott
    Gemeinschaft und Sinn erleben.
    Christus, höre uns | Christus, erhöre uns.
  • Für die Kirche als große Gemeinschaft der Glaubenden,
    dass es ihr gelingt die Botschaft der Liebe
    in eine aufgehetzte Welt zu bringen.
  • Für die Kleriker und die Laien,
    die Gottes Botschaft im Alltag verkünden,
    dass sie selbst Kraft im Glauben finden und davon erzählen.
  • Für die Stadtpfarrer bischöflich geistlichen Rat Reinhard Röhrner, der mit Freude und Überzeugungskraft die Frohbotschaft verkündet,
    dass er noch viele Jahre mit Zuversicht und Freude
    den für den Glauben übernehmen kann.
  • Für alle, die einen ihnen wertvollen Menschen trauern,
    dass sie neuen Mut zum Leben und Trost durch kleine Zeichen
    der Aufmerksamkeit und Zuwendung erfahren.

Wir gehen unseren Weg durch die Welt und Zeit in deinem Namen, großer Gott. Dir sei Lobpreis und Ehre, heute und alle Zeit bis in Ewigkeit. AMEN.

Schlussgebet | MB

Herr, unser Gott,
du hast uns durch das heilige Sakrament gestärkt.
Gib, dass wir im Brotbrechen
und in der Lehre der Apostel verharren
und in deiner Liebe ein Herz und eine Seele werden.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn. AMEN.

Hinführung zur ersten Lesung | Apg 12,1–11

Petrus ist der führende unter den Freunden Jesu
in der Urgemeinde von Jerusalem.
Er tritt mutig und mit Leidenschaft
für die Botschaft Jesu ein,
nicht alle sind darüber erfreut.
Unter König Agrippa I. beginnt seine Verfolgung,
in der Not erfährt er Gottes Hilfe.

Hinführung zur zweiten Lesung | 2 Tim 4,6–8.17–18

Bei Fußballspielen werden oft Statistiken
über vergangene Spiele befragt.
Entscheidend ist aber der Einsatz in der Gegenwart.
Paulus blickt auf sein Leben zurück,
er hat alles gegeben
und war erfolgreich, weil er nicht alles gewinnen musste,
sondern Gott selbst sein Werk krönen wird
wie er seinem Schüler Timotheus schreibt.

Lesehinweis

Nazoräers – sprich Na-zo-rä-ers
Timótheus– Betonung auf dem O, sprich: Ti-mo-the-us

Meditation

An Gott glauben
heißt nicht eine Theologie anerkennen
oder Glaubenssätze verinnerlichen,
sondern antworten.

Gott kommt mit seiner Liebe
dem Menschen entgegen,
der ihm mit dankerfüllter Liebe
im Glauben antwortet.

Glauben heißt lieben.
Offen sein für den liebenden Zuspruch,
bereit sein für das Geschenk
und in dieser Liebe antworten

Glauben ist Leben,
mehr als Dasein in der Welt,
sondern aus der Tiefe
Kraft und Zuversicht schöpfen.

Glauben lebt,
wo Menschen sich einlassen
auf das Geheimnis Gottes,
der uns liebend entgegenkommt.

Reinhard Röhrner

Meditation | Alternative

Petrus der Fels,
auf dem ER seine Kirche bauen will.
Ein Fels mit Rissen,
ein Fels, der zu bröckeln droht,
ein Fels der trägt,
weil Petrus den Herrn nie aus dem Blick verliert.

Vom Saulus zum Paulus,
der SEINE Kirche vernichten will,
in blinder Wut und Raserei,
wird zum feurigen Verkünder,
er erkennt in der Krise
die Botschaft des Herrn.

Zwei ganz verschiedene
und doch innig verbunden
in der tiefen Überzeugung
für Jesus Christus alles einzusetzen.
Zwei, die uns Mut machen,
mit dem Herrn unser Leben zu gestalten.

Reinhard Röhrner

Weitere Impulse
26 A Jahreskreis – Peter und Paul

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