Exaudi Domine | Lektionar I/A, 274: Ex 19,2–6a | Röm 5,6–11 | Mt 9,36 – 10,8
Der Traum vom Fliegen begleitet die Menschheit seit sie sich ihrer selbst bewusst ist und die Leichtigkeit des Vogelflugs beobachtet. Spielerisch tänzelnd bewegen sich die Vögel in der Luft, alles Schwere scheint ihnen fern zu sein.
Eine ganz ähnliche Erfahrung macht das Volk Gottes auf seinem Weg in die Freiheit. Im Rückblick erkennen die Israeliten am Berg Sinai, dass der Aufbruch in Ägypten, der Durchzug durchs Schilfmeer und die Wüstenwanderung bei allen Strapazen im Kern doch so war, als wären sie von ihrem Gott in die Freiheit getragen worden, wie auf Adlerflügeln, wie ein Adler seine Jungen trägt und birgt. Auch wir dürfen uns immer ähnlich von Gott getragen wissen.
Gott ist an unserer Seite und will auch uns immer wieder in seiner Liebe in die Freiheit führen. Zu ihm rufen wir voll vertrauen:
Kyrie | mit GL
Herr, Jesus Christus,
Mensch unter Menschen, Gott-mit-uns: Kyrie eleison.
Hirt deiner Herde, voll Mitleid und Sorge: Christe eleison.
Heiland der Armen, du heilst unsre Leiden: Kyrie eleison.
Gloria | Tagesgebet | MB 219
Gott du unsere Hoffnung und unsere Kraft,
ohne dich vermögen wir nichts.
Steh uns mit deiner Gnade bei,
damit wir denken, reden und tun was dir gefällt.
Darum bitten wir durch Jesus Christus,
deinen Sohn, unseren Herrn und Erlöser,
der in der Einheit des Heiligen Geistes
mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit. AMEN.
Fürbitten
Jesus sendet seine Jünger in die Welt, um den Menschen in aller Not und Sorge das Reich Gottes zu verkünden. So bitten wir ihn:
- In unserer Welt und Zeit braucht es Menschen,
die mutig deine frohe Botschaft verkünden.
Christus, höre uns | Christus, erhöre uns - In Krankheit und Leid sind Menschen bedrängt.
Schenke Heilung und Heil für Leib und Seele
den kranken Menschen und hilf allen, die für sie sorgen. - Immer mehr Menschen wenden sich von der Kirche ab.
Sende Menschen, die im Alltag von dir erzählen
und die Botschaft durch das Handeln im Alltag verkünden. - Terror und Krieg zerstört Leben und Hoffnung.
Stärke die Bemühungen um Frieden und Versöhnung
wo Hass und Feindschaft herrschen. - Nimm unsere Verstorbenen auf in dein himmlisches Reich
und tröste alle Trauernden mit der Hoffnung.
Denn dir wird der Vater das Reich übergeben, die Vollmacht und Herrlichkeit in Ewigkeit. AMEN.
Schlussgebet | MB
Herr, unser Gott,
das heilige Mahl ist ein sichtbares Zeichen,
dass deine Gläubigen in dir eins sind.
Lass diese Feier wirksam werden für die Einheit der Kirche.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn. AMEN.
Hinführung zur ersten Lesung | Ex 19,2–6a
Zeit des Lebens sind Menschen unterwegs,
die Bibel beschreibt uns Gott
als einen der mit uns unterwegs ist.
„Wie auf Adlerflügeln habe ich dich getragen.“
werden wir in der heutigen Lesung
vom Auszug aus Ägypten in die Freiheit hören.
Auch wir dürfen auf diesen Beistand vertrauen
und so zuversichtlich in die Zukunft gehen.
Hinführung zur zweiten Lesung | Röm 5,6–11
Mit dem wohl letzten Brief des Apostels Paulus
an die Christengemeinde in Rom
fasst er seinen Glauben zusammen.
Gott liebt uns nicht aufgrund eigener Leistung,
sondern er liebt uns um unserer selbst willen.
Wir sind versöhnt mit Gott
über den Tod hinaus in seine Pracht.
Lesehinweis
Sinai – Betonung auf erstem i, am Ende werden a und i getrennt sprechen
Meditation
„Ihr habt gesehen,
was ich den Ägyptern angetan habe,
wie ich euch auf Adlerflügeln getragen
und zu mir gebracht habe.“ (Ex 19,4)
Gott nimmt uns
unter seine Fittiche,
damit wir nicht untergehen
im Meer der Aufgaben das Alltags.
Wie auf Adlerflügeln
trägt uns der Herr,
dass wir den weiten Blick
auf Welt und Menschen nicht verlieren.
Er führt uns auf dem Weg,
der in die Freiheit führt
und uns Sinn und Zuversicht
für unser Leben schenkt.
Gott begleitet uns
im Dickicht des Alltags
um den Weg zu ihm
zu finden.
Reinhard Röhrner
Meditation | Alternative
Jesus sendet die Jünger aus,
er sendet auch uns
als Boten seiner Liebe
in unsere Welt.
Er sendet, um zu verkünden,
die Botschaft des Himmelreiches
an andere weiterzusagen
und von Gottes Nähe zu erzählen.
Er sendet, um Kranke zu heilen,
den ganzen Menschen zu sehen
mit Leib und Seele
Freiheit und Heil erfahrbar machen.
Er sendet, um Tote zu erwecken,
nicht wiederbeleben,
sondern daran erinnern,
dass Leben Beziehung ist
und wir auch zu den Toten Beziehungen aufbauen können,
weil sie in Gott Leben.
Reinhard Röhrner
Meditation | Alternative 2
Du, Herr ermutigst uns zu verkünden:
Das Himmelreich ist nahe!
Wir aber sehen um uns herum
Streit und Neid
Betrug und Missgunst.
Aber Dein Himmelreich?
Dein Himmelreich ist da,
wo sich Menschen aufeinander einlassen,
miteinander Wege suchen und gehen,
einander fördern
und miteinander reifen.
Du hast Recht,
Dein Himmelreich ist nahe,
wo ich, wo wir
es in Wort und Tat verkünden.
Reinhard Röhrner
Weitere Impulse
26 A Jahreskreis – Sonntag 11 – Exaudi Domine
