Impulse zum 10. Sonntag im Jahreskreis A

Dominus illuminatio | Lektionar I/A, 271: Hos 6,3–6 | Röm 4,18–25 | Mt 9,9–13

In den Auseinandersetzungen unserer Tage werden unzählige Menschen geopfert, weil sich Mächtige durch Krieg einen Vorteil versprechen. Aber auch den Altären des Fortschritts und der Wirtschaft werden Menschen geopfert, weil der Fortschritt nicht aufzuhalten sei.
Papst Leo XIV. hat in seiner Enzyklika „Magnifica humanitas“ die großarti-ge Menschheit auf die Missstände hingewiesen. In Erinnerung an die erste kirchliche Sozialenzyklika „rerum novarum“ vom 15. Mai 1891 von Papst Leo XIII., also vor 135 Jahren, geht es ihm darum, dass der Mensch in den Umbrüchen unserer Zeit nicht verloren geht und auf den Altären der Welt unserer Tage geopfert wird.
So ermahnt schon der Prophet Hosea im 8. vorchristlichen Jahrhundert das Volk Gottes mit dem Wort des Herrn, dass er Barmherzigkeit wolle, nicht Opfer. So wenden wir uns an unseren Herrn und Erlöser, unseren Kyrios und preisen wir ihn für sein Erbarmen:

Kyrie | mit GL

Herr, Jesus Christus,
du lebst Gottes Barmherzigkeit. Kyrie eleison
Mit deinem Opfer hast du uns erlöst. Christe eleison.
Du führst uns auf den Weg des ewigen Lebens. Kyrie eleison.

Gloria | Tagesgebet | MB 218

Gott, unser Vater,
alles Gute kommt allein von dir.
Schenke uns deinen Geist,
damit wir erkennen, was recht ist
und es mit deiner Hilfe auch tun.Darum bitten wir durch Jesus Christus,
deinen Sohn, unseren Herrn und Erlöser,
der in der Einheit des Heiligen Geistes
mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit. AMEN.

Fürbitten

Herr Jesus Christus, du hast uns gesagt: „Nicht die Gesunden brauchen den Arzt, sondern die Kranken“. So kommen wir in den Sorgen und Krankheiten unserer Tage zu dir:

  • Schenke allen, die an Leib oder Seele krank sind,
    bei dir Geborgenheit und Zuversicht.
    Christus höre uns. | Christus erhöre uns.
  • Gib allen, die auf Irrwege geraten sind,
    Vertrauen auf dich und Mut zur Umkehr.
  • Zeige allen, die von ihrer eigenen Gerechtigkeit überzeugt sind,
    deine Liebe und Barmherzigkeit.
  • Gib den Völkern, die unter den Folgen des Krieges leiden,
    Frieden und Wege der Versöhnung.
  • Rufe zum Fest ohne Ende in dein Reich
    unsere Verstorbenen und tröste die Trauernden mit der Hoffnung.

Gott, unser Vater, du hast deinen Sohn in unsere Welt gesandt, um zu retten und zu heilen. Dafür danken wir dir und preisen dich, jetzt und in Ewigkeit. AMEN.

Schlussgebet | MB

Barmherziger Gott,
die heilende Kraft dieses Sakramentes
befreie uns von allem verkehrten Streben
und führe uns auf den rechten Weg.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn. AMEN.

Hinführung zur ersten Lesung | Hos 6,3–6

Der Prophet Hosea
tritt im 8. Jahrhundert vor Christus
im Nordreich Israels auf.
Wie ein roter Faden durchzieht das Buch Hosea der Vorwurf,
Israel habe Gott vergessen.
Zwar nehmen die Heiligtümer und die prunkvollen Opferfeiern zu,
doch die innere Beziehung zu Gott selbst ist verloren gegangen,
genauso wie die Liebe zu den Menschen.
Wir hören ein Bußgebet des Volkes Israel,
auf das Gott offen und kritisch
aus seiner Perspektive antwortet.

Hinführung zur zweiten Lesung | Röm 4,18–25

Der Apostel Paulus legt im Römerbrief
der Gemeinde von Rom seinen Glauben dar.
Ein entscheidendes Vorbild für ihn und für jeden Christen
sieht er in Abraham, der sich auch in schwieriger Lage,
angesichts von nicht erfüllten Verheißungen,
mit seinem Glauben an Gott bindet.

Lesehinweis

Hosea – Betonung auf offenem o

Meditation

Geht und lernt,
was es heißt:
Barmherzigkeit will ich,
nicht Opfer! (Mt 13,9a)

Schnell
verlieren sich Opfer
im Spiel
der Macht.

Macht ohne
Barmherzigkeit
wird brutal
und menschenverachtend.

Barmherzigkeit
verwandelt das Miteinander
der Menschen,
nimmt alle ernst.

Gott wird erlebbar,
wo wir aus seiner Barmherzigkeit
das Leben
mit Gott und Menschen gestalten.

Reinhard Röhrner

Meditation | Alternative

Barmherzigkeit willst du, Herr,
nicht Opfer!

Ich wäre doch bereit
Opfer zu bringen,
Verzicht zu üben,
offen mit allen anderen.

Aber Barmherzigkeit,
auch dem gegenüber, mit dem ich nicht einer Meinung bin,
den verstehen wollen, der nicht so wie denkt ich,
Offenheit zeigen, wo meine Grenzen gesprengt werden.

Liebe schenken,
wo Unsicherheit sich verbreitet.

Ja, ich begreife
wo ich Barmherzigkeit lebe,
zeigt sich dein Evangelium,
der Anbruch deines Reiches

Reinhard Röhrner

Weitere Impulse
26 A Jahreskreis – Sonntag 10 – Dominus illuminatio

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