Impuls zum 4. Fastensonntag laetare | A

laetare | Lektionar I/A, 79: 1 Sam 16,1b.6–7.10–13b | Eph 5,8–14 | Joh 9,1–41

Wieviel Menschen es doch gibt, die uns die Welt erklären wollen, die uns sagen, was richtig ist und wie wir uns verhalten sollen oder gar müssen. Dabei ist es meistens vor allem ihre eigene Sicht der Welt und der Men-schen, die sie uns dabei erzählen und nahe bringen.
Ein guter geistlicher Begleiter erklärt die Welt nicht, aber er gibt Hinweise und Zeichen, wie wir die Welt verstehen und für uns begreifen können, wie wir unseren Weg durch das Dickicht der Welt finden und wahrlich le-ben können. Das verlangt vom Anderen, dass er bereit ist sich darauf ein-zulassen. Der bedeutende deutsche Philosoph der Aufklärung, Immanuel Kant, würde uns sagen: Hab Mut, dich deines Verstandes zu bemühen.
Dabei spricht er, was auch Jesus seinen Zuhörern und noch mehr der reli-giösen Elite seiner Zeit zumutet. Er macht Mut die Welt mit eigenen Au-gen im Lichte Gottes zu sehen und zu bestaunen. Rufen wir zu unserem Herrn und Kyrios und preisen sein Erbarmen:

Kyrie | mit GL

Herr Jesus Christus,
du heilst die Blindheit der Menschen. Kyrie eleison.
Du öffnest uns die Augen für die Welt. Christe eleison.
Du zeigst uns wie wir im göttlichen Licht unser Leben sehen. Kyrie eleison.

Tagesgebet | MB 93

Herr, unser Gott,
du hast in deinem Sohn
die Menschheit auf wunderbare Weise mit dir versöhnt.
Gib deinem Volk einen hochherzigen Glauben,
damit es mit froher Hingabe dem Osterfest entgegeneilt.
Darum bitten wir durch Jesus Christus,
deinen Sohn, unseren Herrn und Erlöser,
der in der Einheit des Heiligen Geistes
mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit. AMEN.

Fürbitten

Gott heilt die Blindheit der Augen und die Blindheit des Herzens. Zu ihm rufen wir in der Not unserer Tage:

  • Wir beten für die Menschen, die blind sind und nichts oder nur sehr wenig sehen können.
    Öffne ihnen Zugänge zur Schönheit und Vielfalt der Welt.
  • Wir beten für die Menschen,
    die blind sind für die Not anderer Menschen.
    Zeige ihnen wie sie durch ihr Engagement
    deine Gegenwart in der Welt erfahrbar werden lassen.
  • Wir beten für die Menschen,
    die in der Vielfalt der Reize in der Welt
    keinen Weg mehr für sich sehen.
    Hilf ihnen ihren eigenen Weg zu finden und zu gehen.
  • Wir beten für die Menschen,
    die nur noch sich selbst sehen
    und alles an ihren eigenen Bedürfnissen ausrichten.
    Öffne ihnen den Blick für die Gemeinschaft.
  • Wir beten für die Menschen, die verstorben sind,
    unsere Angehörigen und Freunde und alle, die uns wichtig waren.
    Lass sie die Freude deiner Gegenwart erleben.

Heile, Herr Jesus Christus, auch in unsere eigene Blindheit und mach uns durch die Erfahrung deiner Gegenwart froh, heute und in alle Ewigkeit. AMEN.

Schlussgebet | MB

Allmächtiger Gott,
dein ewiges Wort ist das wahre Licht,
das jeden Menschen erleuchtet.
Heile die Blindheit unseres Herzens,
damit wir erkennen, was vor dir recht ist,
und dich aufrichtig lieben.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn. AMEN

Hinführung zur ersten Lesung | 1 Sam 16,1b.6–7.10–13b

Wenn wir einem Menschen zum ersten mal begegnen,
werden äußere Eindrücke überwiegen.
Der Prophet Samuel wird nach Bethlehem gesandt
in das Haus des Isai
um einen seiner Söhne zum König zu salben.
Gott erwählt im Blick auf das Herz
und Samuel spürt dem nach
ehe er den jüngsten Sohn,
den Hirtenjungen David, zum König salben wird.

Hinführung zur zweiten Lesung | Eph 5,8–14

Der Brief an die Christen in Ephesus
ist wohl ein Rundbrief an die Christen Kleinasiens,
der mit der Autorität des Apostels geschrieben wurde.
Die Unterscheidung von Gut und Böse
kann verführerisch erscheinen.
Wenn es jedoch konkret wird,
ist es oft nicht leicht.
Als Christen leben wir
im Geiste des Evangeliums
und suchen in der Welt das Gute,
das von Gott zeugt, auch wenn es uns nicht immer gelingt.

Meditation

Herr, öffne meine Augen,
damit ich dich
und deine Werke erkenne
und dich preise.

Herr, öffne meine Augen,
damit ich dich sehe
in meinen Schwestern und Brüdern
und da bin,
wo sie meine Hilfe brauchen.

Herr, öffne meine Augen,
damit ich auf mein Leben blicke
mit dem Mut kritisch mit mir zu sein,
meine dunkeln Seiten anzunehmen
und Versöhnung zu erfahren.

Herr, öffne meine Augen,
damit ich hinter meinen Grenzen
das Land der Verheißung erblicke
und mit Zuversicht
dir entgegen gehe.

⇒ Reinhard Röhrner

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