Gebet für die Flutopfer

Der Herr, der leben spendet, sei mit Euch!

Schreckensmeldungen erreichen uns stündlich, neue und meist höhere Pegelstände an Donau, Inn, Ilz, Vils, Mangfall und vielen weiteren Flüssen in Bayern, Sachsen und Thüringen. Nicht irgendwo geschieht das Unheil, sondern direkt vor unserer Haustür. Und wir sehen wie machtlos wir uns mit allem technischen Gerät den Fluten entgegenstemmen.

Da kommt unweigerlich die Frage nach Gott ins Bewusstsein. Not lehrt beten, sagen wir und mit allen, die unter den Folgen der Flut leiden und allen Helfern wollen wir in dieser Stunden beten und zu unserem Herrn rufen:

Kyrie

Herr Jesus Christus,
Du hast die Naturgewalten gezähmt. Kyrie eleison.
Du hast den Jüngern Mut gemacht Dir zu vertrauen. Christe eleison.
Du bist in allen Stunden an unserer Seite. Kyrie eleison.

Tagesgebet [MB 1107]

Herr, unser Gott,
alle Kräfte der Erde
sind deiner Macht unterworfen.
Stille die Stürme, die uns bedrohen,
zähme die Naturgewalten, die uns schrecken,
damit wir deine Macht und Güte preisen.
Darum bitten wir durch Jesus Christus,
deinen Sohn, unseren Herrn und Erlöser,
der in der Einheit des Heiligen Geistes
mit dir lebt und wirkt in alle Ewigkeit.

Lesung 1 Thess 5,1-3.10

Lesung aus dem ersten Brief des Apostels Paulus
an die Christen in Thessalonich

Schwestern und Brüder,
wann das alles sein wird,
zu welcher Zeit und Stunde, brauche ich euch,
liebe Brüder und Schwestern, nicht zu schreiben.
2Ihr wißt ja selbst, dass jener große Tag,
der Tag des Herrn, so unerwartet eintreffen wird
wie ein Dieb in der Nacht.
3Wenn sich die Leute in Sicherheit wiegen und sagen werden:
„Überall ist Ruhe und Frieden,”
wird sie das Ende so plötzlich überfallen
wie die Wehen eine schwangere Frau.
Da gibt es kein Entrinnen mehr – für niemanden.

10Christus ist für uns gestorben,
damit wir zusammen mit ihm ewig leben –
ganz gleich, ob wir bei seinem Kommen
noch am Leben sind oder nicht.
11Vergeßt das nicht,
und tröstet euch mit dieser Hoffnung.
Macht euch gegenseitig damit Mut,
wie ihr es ja bisher schon getan habt.

Wort des lebendigen Gottes

Impuls

Mitten in der Sicherheit scheint alles wie ein Kartenhaus in sich zusammen zu brechen. Menschen sehen alle ihre Mühe in den Fluten untergehen und oft genug scheint ihnen jeder Mut genommen im Angesicht der Wassermassen.

Wo ist Gott? So kann man rufen!
Warum? Schreien nicht wenige in diesen Tagen und Stunden.

Die Nähe Gottes ist spürbar im Wissen, dass unsere Welt und unser eigenes Leben nicht katastrophensicher sind. Dass jede noch so sicher geglaubte weltliche Sicherheit der Brüchigkeit und Vorläufigkeit unterworfen ist. Alle Versuche uns in diesem Leben in Sicherheit zu wiegen ist ein Trugschluss.
Und doch rufen wir unsere Not hinaus zu unserem Gott. Schreien wir mit denen, die am Rande ihrer Existenz stehen zu unserem Erlöser, dass er uns in diesen Tagen beistehen möge.

„Wo die Not am größten, ist Gottes Hilfe am nächsten“. Bitten wir den Herrn, dass er dieses Wort wahr mache. Und bitten wir ihn, dass wir verstehen, was er uns zeigen und sagen will.

Wir sind gewohnt, dass sich Katastrophenmeldungen auf Orte beziehen, die weit weg liegen. Nun sehen wir uns ganz unmittelbar betroffen, vertraute Orte von den Fluten bedroht. Eine ganz neue Qualität bricht so in diesen Meldungen auf, eine ungeahnte Unmittelbarkeit.

Wasser ist ein Zeichen des Lebens, ohne Wasser ist kein Leben möglich. In diesen Tagen erleben wir die andere Seite des Wassers, die vernichtende und zerstörerische Seite, die Leben bedroht. Beide Seiten gehören zusammen und doch sind wir fassungslos, wenn wir mit den Gewalten so unmittelbar konfrontiert werden.

Fürbitten

Herr, unser Gott, großes Elend ist über viele Menschen gekommen. Wir suchen trotz vieler Fragen und trotz aller Klage unser Vertrauen bei dir und bitten dich um dein Erbarmen:

  • Für alle, die von den Wasserfluten
    unerwartet und unvorbereitet getroffen wurden,
    die schweren Schaden an Leib und Seele erlitten haben:
    Führe Menschen zu ihnen,
    die in der unmittelbaren Not fachgerecht helfen können.
    Schenke sowohl den äußeren wie den inneren Wunden Heilung.
  • Für alle die ihr Hab und Gut
    in den Fluten versinken sehen mussten
    und um ihre Existenz bangen,
    die nicht wissen wie es jetzt weitergehen soll:
    Schenke ihnen Menschen, die ihnen beistehen und helfen.
  • Für alle, die in den Flutgebieten Hilfe leisten:
    Stärke sie, damit der Schrecken nicht ihre Kräfte lähmt,
    schenke ihnen die Fähigkeit, das Rechte zu tun,
    und stehe ihnen bei, dass die Belastungen nicht zu groß werden.

Wir legen alle unsere Bitten für die Menschen in den Flutgebieten in das Gebet, das der Herr uns zu beten gelehrt hat:

Vater Unser

Unser beten verändert die Welt nicht mit einem Mal und nimmt die Not nicht einfach hinweg, aber es spannt eine Brücke hin zu den Menschen in Not und zu Gott. Beten und füreinander Eintreten ist ein Zeichen für die Nähe Gottes und den Anbruch des Reiches Gottes inmitten unserer Welt.

So beten wir:

Schlußgebet [nach MB 1106,36]

Allmächtiger Gott,
von dir kommt alles, was wir brauchen.
Schenke uns gutes und gedeihliches Wetter,
damit die Erde die Früchte bringen kann
und wir deinen Namen preisen.
Wir danken dir für deine Hilfe und deinen Beistand
für alle Helfer und alle, die in der Not zusammen stehen.
Darum bitten wir durch Jesus Christus, unseren Herrn.

Gebet für Flutopfer in Bayern 2013

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