Meditation zum Fest des Apostels Matthäus

Wie glückverheißend ist dies Wort:
Christus der Herr kommt in die Welt,
zu retten all, die Sünder sind,
und die man für verloren hält.
Matthäus hört den Ruf des Herrn,
steht eilends von der Zollbank auf,
lässt Stellung und Beruf zurück
und ändert seinen Lebenslauf.

Die Sonne der Gerechtigkeit
dringt tief in seine Seele ein
und lässt sein geistig Angesicht
dem Bild des Meisters ähnlich sein.
Er lädt ins eigne Haus als Gast
den Herrn, dem er sein Leben weiht:
hält ihm, der Gott und Mensch zugleich,
ein zweifach edles Mahl bereit.

Ihr, die man Sünder, Zöllner nennt,
zum Mahl der Gnaden eilt herbei:
im Hause des Matthäus steht
beim Herrn euch volles Gastrecht frei.
Matthäus kündet aller Welt:
Der zu uns kam vom ew’gen Thron,
den man als Menschen Jesus nennt,
ist Abrahams, ist Davids Sohn.

Uns klingt im Evangelium
die Stimme des Apostels fort;
so wie den Herrn er dargestellt,
vernimmt man Jesu eignes Wort.
Dir, Jesus Christus, Lob und Dank,
dass du Matthäus uns geschenkt,
der Blut und Leben für dich gab
und der dein Wort ins Herz uns senkt.

Friedrich Dörr
nach O verbum fidelissimum (14. Jhdt.)
in: In Hymnen und Liedern Gott loben,
Verlag Friedrich Pustet, Regensburg 1983, Seite 147

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