Impulse zum Hochfest Fronleichnam

Lektionar III/C, 240: Gen 14,18–20 | 1 Kor 11,23–26 | Lk 9,11b–17 5

Unser tägliches Brot gib uns heute. So bitten wir im Vaterunser um alles, was wir zum Leben brauchen. Wir brauchen aber nicht nur das Brot für den Leib, sondern auch das Brot für die Seele. Wir brauchen nicht nur das Brot von der Erde, sondern auch das Brot vom Himmel. Im Hochfest des Leibes und Blutes Christi feiern wir dankbar unseren Herrn als das Brot des Lebens. Wie er den Fünftausend den hungernden Magen gefüllt hat, will er auch unsere hungernde Seele immer wieder füllen.
Brot macht satt, aber unser lebendiges Brot macht uns nicht satt und bequem, sondern es motiviert uns und lässt uns hinaus ziehen auf die Straßen unseres Dorfes, unserer Welt:

Kyrie [mit GL 156]

Herr Jesus Christus,
unser Licht, Kraft und Zuversicht.
Weg, der zum Vater führt, Wahrheit, die niemals irrt.
Brot, das uns ernährt, Heil, das ewig währt.

Gloria | Tagesgebet | MB 255

Herr Jesus Christus
im wunderbaren Sakrament des Altares
hast du uns das Gedächtnis deines Leidens
und deiner Auferstehung hinterlassen.
Gib uns die Gnade, die heiligen Geheimnisse
deines Leibes und Blutes so zu verehren,
dass uns die Frucht der Erlösung zuteil wird.
Der du in der Einheit des Heiligen Geistes
mit Gott dem Vater lebst und wirkst in alle Ewigkeit. AMEN.

Fürbitten

Jesus hat uns eingeladen zum Mahl der Gemeinschaft. Er selber ist das Brot des Lebens und der Wein der Freude. Als Gäste an seinem Tisch bitten wir:

  • Für alle, die hungern und dürsten nach Gerechtigkeit:
    Herr, hilf ihnen zu einem menschenwürdigen Leben
    und zum Anteil an den Gütern der Erde.
  • Für alle, die hungern und dürsten nach Frieden:
    Zeige den Politikern Wege zu Verständigung
    und friedlichem Miteinander der Völker.
  • Für alle, die hungern und dürsten nach Gemeinschaft im Glauben:
    Hilf das Trennende zwischen den Konfessionen überwinden
    und führe sie zusammen an deinen Tisch.
  • Für alle, die sich um eine würdige Gestaltung
    des Gottesdienstes mühen:
    Lohne ihren Dienst an deinem Tisch des Wortes und des Brotes.
  • Für unsere Verstorbenen:
    Stille ihren Hunger und Durst beim Gastmahl des ewigen Lebens
    und stärke alle Trauernden mit deiner Gegenwart.

Herr Jesus Christus, in deinem Mahl lässt du uns teilhaben an deinem Tod und an deiner Auferstehung. Dafür danken wir dir und loben dich in Ewigkeit. AMEN.

Schlussgebet

Herr Jesus Christus,
der Empfang deines Leibes und Blutes
ist für uns ein Vorgeschmack der kommenden Herrlichkeit.
Sättige uns im ewigen Leben
durch den vollen Genuss deiner Gottheit.
Der du lebst und herrschest in alle Ewigkeit. AMEN.

Hinführung zur ersten Lesung: Gen 14,18–20

Ein Urbild des gerechten Opfers
bringt der Melchisedek, der gerechte König von Jerusalem dar.
Er übergibt Abraham,
der sich ganz auf den Glauben eingelassen hat,
Brot und Wein,
Nahrung und Freude.
Im Opfer für Gott steht in der Tradition unseres Glaubens
immer die Lebensperspektive des Menschen.

Hinführung zur zweiten Lesung: 1 Kor 11,23–26

Wir feiern Fronleichnam am Donnerstag,
weil wir uns an den Gründonnerstag erinnern.
Wir erinnern uns an das letzte Abendmahl Jesu
und hören heute den ältesten Bericht
der uns im Neuen Testament überliefert ist.
Aufgrund von Mißständen
unter den Christen von Korinth
ermahnt Paulus alle, an der Überlieferung fest zu halten.
Gerade die gemeinsame Feier der Eucharistie
soll die sozialen und gesellschaftlichen Grenzen überwinden
und im Glauben zusammen führen.

 

Meditation

Brot und Wein,
es schmeckt nach Brot und Wein,
es riecht nach Brot und Wein
und sieht auch so aus.

Zeichen der Nähe,
Zeichen der Liebe,
hinter der sinnlichen Welt,
mehr als äußerlich wahrnehmbar.

Gott ist nahe,
er will mir nahe kommen
und mich verwandeln,
wie sich Brot und Wein
in Leib und Blut Christi verwandelten.

Wir zeihen hinaus,
mit Christi Leib in der Mitte
hinein in unsere Welt,
in der wir ihn verkünden
im Alltag.

⇒ Reinhard Röhrner

Brotvermehrung aus Miriam von Luise Rinser
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