Impulse zum Hirtenamt

Weihnachten | Hirtenamt | Lj A | 25. Dezember 2016
Texte: Am Morgen | Lektionar I/A, 30: Jes 62, 11-12 | Tit 3, 4-7 | Lk 2, 15-20

Wir feiern Weihnachten, wir feiern, dass Gott Mensch wurde, einst in Bethlehem, einem verschlafenen Hirtendorf nahe Jerusalems im Bergland Judäas, wie es uns der Evangelist Lukas berichtet. Also in einem ziemlich abgelegenen Winkel der Welt soll Gott Mensch geworden sein.

Warum? Musste das sein? Und dann unter diesen Umständen? Muss man alles immer aufs Äußerste, auf die Spitze treiben? – Ja, weil Gott ganz einer von uns werden wollte. Mitten in der Ohnmacht des einzelnen, der sich damals wie heute immer wieder wie ein Spielball zwischen den Mächtigen der Welt vorkommen mag. Gott lässt sich auf das Menschsein ein, um uns einen Weg zur Fülle des Lebens zu eröffnen. Einen Weg, der die widrigen Umstände und die persönliche Schuld überwindet und uns so befreit. Dieser Gott wurde Mensch, er ist es auch für uns geblieben.

So preisen wir Jesus Christus, den Mensch gewordenen Gottessohn als unseren Herrn und Kyrios:

Kyrie |

Herr Jesus Christus,
du Mensch gewordenes Wort Gottes. Kyrie eleison.
Du Sohn Gottes und der Jungfrau Maria. Christe eleison.
Du bist an Weihnachten unser aller Bruder geworden. Kyrie eleison.

Gloria | Tagesgebet | MB 40

Allmächtiger Gott,
dein ewiges Wort ist Fleisch geworden,
um uns mit dem Glanz deines Lichtes zu erfüllen.
Gib, dass in unseren Werken widerstrahlt,
was durch den Glauben in unserem Herzen leuchtet.
Darum bitten wir durch ihn, Jesus Christus,
deinen Sohn, unseren Herrn uns Erlöser,
der in der Einheit des Heiligen Geistes
mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit. AMEN.

Fürbitten

Im fleischgewordenen Wort wendet sich Gott auf einzigartige Weise dem Menschen zu. Darum wagen wir es, mit unseren Anliegen vor den Herrn zu treten und ihn zu bitten.

  • Herr, schenke den Menschen überall auf dieser Erde,
    die unter Gewalt, Terror und Krieg leiden,
    beständigen Frieden, der leben lässt.
  • Öffne die Herzen der Menschen
    für Sorgen und Nöte der Mitmenschen
    und schenke ihnen Bereitschaft, tatkräftig zu helfen.
  • Erbarme dich aller, die in irgendeiner Weise gescheitert sind,
    deren Leben mit Schuld belastet ist
    und die sich nach einer Perspektive für die Zukunft sehnen.
  • Steh denen bei, die gerade in diesen Tagen der Weihnacht
    krank oder einsam sind und manchmal an ihrem Leben verzweifeln.
  • Lass unsere Verstorbenen,
    die uns an diesem Weihnachtsfest besonders fehlen
    und die Opfer von Terror, Krieg und Gewalt,
    bei dir beheimatet sein in deinem Reich.

Alle Enden der Erde sehen Gottes Heil. Dafür sagen wir dir, unserem Herrn und Gott, in dieser Feier Dank und stimmen ein in den Lobpreis ohne Ende, heute und in Ewigkeit. AMEN.

Schlussgebet

Herr, unser Gott
die Menschwerdung deines Sohnes
erfülle uns mit Freude und Dank.
Lass uns dieses unergründliche Geheimnis
im Glauben erfassen und in tätiger Liebe bekennen.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn. AMEN.

Hinführung zur ersten Lesung | Jes 62, 11-12

Über alle vier Adventssonntage
hat uns der alttestamentliche Prophet Jesaja begleitet.
Er hat uns auf die bevorstehende Ankunft
eines Friedensreiches und seines Königs vorbereitet.

Heute kommt dieser Weg nun an sein Ziel:
Der Herr kehrt nach Jerusalem zurück
und bringt Trost und Erlösung für sein Volk.

Der Advent, die Ankunft des Herrn, ist endlich geschehen!

 

Hinführung zur zweiten Lesung | Tit 3, 4-7

Bewusst oder unbewusst
geht es im Leben immer wieder darum,
Dass wir uns etwas verdienen müssen,
Wenn wir etwas erreichen wollen.
Gottes Logik ist völlig anders,
er verschenkt sich in seinem Sohn an die Menschen,
das versucht Paulus
seinem Schüler Titus klar zu machen.

 

 

Meditation

Ich bin Deine Freude –
fürchte Dich also nicht,
froh zu sein!

Ich bin in Deiner Not;
denn ich habe sie selbst erlitten.
Ich bin in Deinem Tod;
denn heute, als ich geboren wurde,
begann ich mit Dir zu sterben.

Ich gehe nicht mehr weg von Dir.
Was immer Dir geschieht,
durch welches Dunkel Dein Weg
Dich auch führen mag –
glaube, dass ich da bin!

Glaube,
dass meine Liebe unbesiegbar ist!
Dann ist auch Deine Nacht
Heilige Nacht.

Dann zünde getrost die Kerzen an –
sie haben mehr recht
als alle Finsternis.

⇒ nach Texten von Karl Rahner
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