Impulse zum 3. Sonntag im Jahreskreis C

Lektionar III/C, 254: Neh 8,2–4a.5–6.8–10 | 1 Kor 12,12–31a (oder 12,12–14.27) | Lk 1,1–4; 4,14–21

Manchmal liegt es förmlich in der Luft, dass etwas großes passiert, dass man bei einem außergewöhnlicher Moment dabei sein kann. Oft merkt man es auch erst hinterher und fast immer prägt sich diese Erfahrung tief in uns ein.

Aufmerksamkeit und ein feines Gespür sind notwendig und die nötige Offenheit für Neues. Andernfalls kann es leicht geschehen, dass das Besondere abgelehnt wird oder als vermeintlich unrecht abgestempelt.

Für die Menschen in Nazareth mag so die Aussage Jesu, das sich das Schriftwort des Jesaja erfüllt habe, so ähnlich gewesen sein. Die Prophezeihung aus längst vergangener Zeit wird unmittelbar wirklich, spürbar und greifbar. Dieser Jesus möchte auch uns nahe sein und preisen wir ihn als Herrn und Kyrios in unserer Mitte:

Kyrie [oder GL]

Herr Jesus Christus,
du kündest die frohe Botschaft.
Du schenkst den Gefangenen Freiheit.
Du öffnest die Gnade für die Menschen.

Gloria * Tagesgebet [MB 70]

Allmächtiger, ewiger Gott,
lenke unser Tun nach deinem Willen
und gib,
dass wir im Namen deines geliebten Sohnes
reich werden an guten Werken.
Darum bitten wir durch ihn, Jesus Christus,
deinen Sohn, unseren Herrn und Gott,
der in der Einheit des Heiligen Geistes
mit dir lebt und liebt in alle Ewigkeit. AMEN.

Fürbitten

Voll Zuversicht rufen wir zu unserem Herrn Jesus Christus, der allen Menschen die frohe Botschaft brachte:

  • Wir beten für alle, die abgelehnt werden,
    wegen ihrer Herkunft oder Äußerlichkeiten,
    dass sie im Glauben Halt und Geborgenheit finden.
  • Wir beten für alle, die unter den Gebrechen des Körpers leiden,
    dass sie guten Pflegern und Ärzten begegnen
    und Menschen, die sie trotz ihrer Leiden annehmen.
  • Wir beten für die Einheit der Christen,
    dass Gottes Heiliger Geist sie alle in Christus zusammen führe.
  • Wir beten für alle, die missverstanden werden,
    denen andere mit misstrauen und Ablehnung begegnen,
    dass sie der Wahrheit und Zuversicht des Glaubens treu bleiben.
  • Wir beten für alle Sterbenden, dass sie deinen Beistand spüren
    und die Verstorbenen, dass sie in deiner Gegenwart sein dürfen.

Denn du bist der eine Gott in dreigestaltiger Vielfalt und willst die Menschen zur Einheit in Glaube und Liebe führen bis wir alle einst in deiner Gegenwart leben in Ewigkeit. AMEN.

Schlussgebet

Allmächtiger Gott,
in deinem Mahl
schenkst du uns göttliches Leben.
Gib, dass wir dieses Sakrament
immer neu als dein großes Geschenk empfangen
und aus seiner Kraft leben.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn. AMEN.

Hinführung zur ersten Lesung: Neh 8,2–4a.5–6.8–10

Um aus dem Glauben heraus leben zu können,
müssen wir vor allem wissen,
was den Glauben an Gott ausmacht.
Nach der Rückkehr aus dem Exil
ist der Glaube für viele Israeliten unklar.
Da lässt der Statthalter Nehemia
den Priester Esra das Gesetz des Mose
öffentlich verlesen und verkünden,
damit das Volk weiß,
worauf es sich im Glauben verlassen kann.
Voller Freude feiern sie sieben Tage,
weil sie sich Gott  ganz nah fühlen.

 

Hinführung zur zweiten Lesung: 1 Kor 12,12–31a (oder 12,12–14.27)

Welt und Menschen sind vielfältig,
gleichzeitig ordnet der Mensch gerne ein.
Mit den Christen in Korinth fühlt sich
der Apostel Paulus eng verbunden.
Dort gibt es verschiedenste Charaktere,
die sich unterschiedlich entfalten.
Im Bild des Leibes macht er deutlich,
dass es bei aller Vielfalt wichtig ist,
die Einheit im Geist zu wahren.

 

 

Meditation

Den Armen eine gute Nachricht bringen,
den Gefangenen die Entlassung verkünden,
den Blinden das Augenlicht schenken
und die Zerschlagenen in Freiheit setzen.
Ein Gnadenjahr des Herrn ausrufen.

Ein hoher Anspruch,
den Jesus an seine Verkündigung stellt,
die er erfüllt
mit Wort und Tat.

Ein Gnadenjahr der Herrn erleben
heißt für die Menschen
wieder hören und sehen können,
wieder gehen und in Gemeinschaft sein können.

Lebendig und vielfältig,
facettenreich und unmittelbar,
still und offen
den eigenen Weg zu Gott finden.

 

ð Reinhard Röhrner

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