Impulse zum 22. Sonntag im Jahreskreis C

Lektionar III/C, 339: Sir 3,17–18.20.28–29 | Hebr 12,18–19.22–24a | Lk 14,1.7–14    

Papst Franziskus begeistert und macht manche misstrauisch. Ja er muss sich sogar den Vorwurf gefallen lassen seine Demut zu instrumentalisieren. Bei genauerem Hinsehen zeigt sich jedoch, dass er es ernst meint mit seiner Demut, die er auch schon in der Wahl des Namens durchscheinen lässt.

Seine einfache und schlichte Art und Weise Menschen zu sehen und zu begegnen fasziniert, weil sie ehrlich ist. Offenheit lebt er auch gegenüber seinem Vorgänger und dankt ihm öffentlich für seinen Dienst und seinen Mut. Aus seiner Perspektive kann die Kirche einen neuen Blick auf die Menschen und die Verhältnisse in der Welt lernen und damit wichtige Impulse wie Jesu Botschaft in unserer Zeit Wirklichkeit werden kann.
Rufen zu unserem  Herrn und Kyrios:

Kyrie | oder GL 155

Herr Jesus Christus,
Du bist uns nahe. Kyrie eleison.
Du schenkst uns Mut und Kraft. Christe eleison.
Du erfüllst uns mit Freude und Friede. Kyrie eleison.

Gloria | Tagesgebet | MB 233

Allmächtiger Gott,
von dir kommt alles Gute.
Pflanze in unser Herz
die Liebe zu deinem Namen ein.
Binde uns immer mehr an dich,
damit in uns wächst, was gut und heilig ist.
Wache über uns und erhalte, was du gewirkt hast.
Darum bitten wir durch Jesus Christus,
deinen Sohn, unseren Herrn und Erlöser,
der in der Einheit des Heiligen Geistes
mit dir lebt und wirkt in alle Ewigkeit. AMEN.

Fürbitten

Wir wollen gerne alles gleich und sofort, aber vieles zu kompliziert, zu groß zu unbegreiflich. So kommen wir und rufen mit unseren Bitten zu dir:

  • Für die Opfer des schweren Erdbebens in Mittelitalien, dass sie schnelle und effektive Hilfe bekommen und neuen Mut und Kraft schöpfen.
  • Für die Mächtigen in Politik und Gesellschaft, dass sie ihre Macht zum Wohle aller einsetzen und sich nicht auf Kosten anderer bedienen .
  • Für die Mächtigen in Medien, dass sie sich ihrer Verantwortung für die Menschen bewusst sind und sich der Wahrheit verpflichtet fühlen.
  • Für die Menschen, die vor schweren Entscheidungen stehen, dass sie eine gute Perspektive entdecken und den richtigen Weg gehen.
  • Für die ganze Pfarrgemeinde und alle Christen in unserem Land, dass wir unseren Glauben in die Gesellschaft tragen und an andere weitergeben können.
  • Für unsere Verstorbenen. Nimm sie auf in deine himmlische Pracht und Herrlichkeit.

Bleibe bei uns und stärke uns heute und alle Tage unseres Lebens bis in alle Ewigkeit. AMEN.

Schlussgebet

Allmächtiger Gott,
du hast uns gestärkt durch das lebendige Brot,
das vom Himmel kommt.
Deine Liebe,
die wir im Sakrament empfangen haben,
mache uns bereit,
dir in unseren Brüdern zu dienen.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn. AMEN.

Hinführung zur ersten Lesung: Sir 3,17–18.20.28–29

Schneller, höher, weiter, besser sind Schlagworte unserer Zeit,
Demut und Bescheidenheit scheinen dazu kaum zu passen.

Die weisheitliche Lesung aus dem Buch Jesus Sirach
verweist aber gerade
auf Bescheidenheit und Demut als Tugenden
und nennt die Gefahren, in die wir uns begeben,
wenn wir blind darauf verzichten.

Hinführung zur zweiten Lesung: Hebr 12,18–19.22–24a

Hoffnung heißt um eine große Zukunft zu wissen,
die schon meine Gegenwart prägt.
Mit großartigen Bildern beschreibt der Hebräerbrief,
dass wir uns ganz und gar
auf diese Wirklichkeit mit Gott einlassen dürfen.

 

 

Meditation

Und wenn niemand kommt,
der mich bittet,
nach vorne zu kommen?

Wenn ich mich
auf den letzten Platz setze
und dort vergessen werde?

Wenn ich mich erlebe
ohne Ansehen und Beachtung,
ohne Wert für andere?

Ohne Anerkennung ist es schwer an zu erkennen,
der Gedemütigte demütigt andere,
wer sich erhöht, fällt noch tiefer.

Er schaut mich an,
Gott sieht mich und meine Fähigkeiten,
er kennt mich und weiß um mich.

Er ruft mich und erhöht mich,
wo ich nicht gelten will,
sondern einfach vor ihm da bin.

Er bittet mich nach vorn,
wo ich den Egoismus überwinde
und frei bin für ihn und die Welt.

Im Glauben erfahre ich
neue Freiheit und tiefe Freude
ein Gerufener und Berufener zu sein.

Von Gott zu erzählen
und seine Größe zu preisen,
weil er auch mich einfachen Menschen liebt.

ð Reinhard Röhrner
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