Impulse zum 16. Sonntag im Jahreskreis

Lektionar III/C, 314: Gen 18,1–10a | Kol 1,24–28 | Lk 10,38–42  

Wir sehnen uns oft nach Stille und Ruhe in einer hektischen Zeit. Dann aber, wenn die Stille da ist, vertreiben wir sie nicht selten durch neue Tätigkeit. Das ist kein Phänomen unserer Tage, sondern es ist vielmehr eine uralte Spannung im Menschen, zwischen Aktion und Kontemplation, zwischen dem Tätigsein und der notwendigen Ruhe und Besinnung.

Oft reicht diese Spannung bis hinein in unsere gottesdienstliche Feier, wo in manchen Gottesdiensten viel los ist und andere wieder von Ruhe und Besinnung geprägt sind.
Jetzt dürfen wir da sein vor Gott, ihm zuhören und seine Nähe erfahren in Wort und Sakrament. Ihn wollen wir in unserer Mitte als Herrn und Kyrios preisen:

Kyrie | oder GL 155

Herr Jesus Christus,
mit Eifer und Leidenschaft hast du von Gott erzählt.
In der Stille warst du Gott ganz nahe.
Im Hören und im Verkünden folgen wir dir nach.

Gloria | Tagesgebet | MB 225

Herr, unser Gott, sieh gnädig auf alle,
die du in deinen Dienst gerufen hast.
Mach uns stark im Glauben,
in der Hoffnung und in der Liebe,
damit wir immer wachsam sind
und auf dem Weg deiner Gebote bleiben.
Darum bitten wir durch Jesus Christus,
deinen Sohn, unseren Herrn und Erlöser,
der in der Einheit des Heiligen Geistes
mit dir lebt und wirkt in alle Ewigkeit. AMEN.

Fürbitten

Herr, unser Gott, wir hören auf dich und dein Wort. Im Vertrauen auf deine Nähe und deinen Beistand rufen wir zu dir:

  • Die Hektik und Geschwindigkeit unserer Zeit
    führt Menschen an die Grenzen der Belastbarkeit.
    Zeige ihnen Wege zu Ruhe und Stille
    und der Begegnung mit Dir.
  • Bilder prägen unseren Geist.
    Lass alle Menschen aufmerksam Hörende werden,
    um auch die Nuancen zwischen den Zeilen zu verstehen.
  • Erwartungen anderer setzen Menschen unter Druck.
    Öffne den Blick für das Notwendige
    und schenke den Mut zu Ruhe und Entspannung.
  • Verantwortung und Sorgen des Alltags
    nehmen Menschen oft völlig in Beschlag.
    Lass Ruhe und Stille einkehren,
    wo Unrast und Geschäftigkeit herrschen.
  • Die Hoffnung auf ewigen Frieden und ewige Freude bei Gott
    prägte das Leben vieler Menschen.
    Nimm sie auf in deine liebende Gegenwart
    und tröste alle Trauernden mit der Hoffnung.

Du lädst uns ein auf dich zu hören und dir zu folgen, damit wir die Fülle und den Frieden erfahren. Dafür danken wir dir heute bis in Ewigkeit. AMEN.

Schlussgebet

Barmherziger Gott, höre unser Gebet.
Du hast uns im Sakrament
das Brot des Himmels gegeben,
damit wir an Seele und Leib gesunden.
Gib, dass wir
die Gewohnheiten des alten Menschen ablegen
und als neue Menschen leben.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn. AMEN.

Hinführung zur ersten Lesung: Gen 18,1–10a

Wie sich ein Mensch verhält,
wenn er sich unbeobachtet fühlt
oder für sich keinen Vorteil sieht,
verrät viel über seine Einstellung.
Abraham erweist den Fremden Gastfreundschaft,
er öffnet sich überschwänglich für die Fremden
und wird überreich beschenkt.
Wer sich öffnet und sein Herz weit macht,
wird von Gott selbst gesegnet.

Hinführung zur zweiten Lesung: Kol 1,24–28

Schon im jungen Christentum
gab es alle möglichen Irrlehren
und Versuche den Glauben
mit heidnischen Kulten zu vermischen.

Der Verfasser des Kolosserbriefes
wendet sich gegen diese Tendenzen.

Er spricht trotz aller Leiden in der Welt
von der Freude an Jesus Christus
und der tragenden Gemeinschaft im Glauben.

 

 

Meditation

Lass mich sein, Herr,
wie Maria,
die dir zuhört.

Lass mich aufmerksam sein
für die Zeichen im Leben,
die von dir künden.

Lass mich die Stille finden
und aus der Ruhe bei dir
Kraft schöpfen.

Hilf mir im Tun und Gestalten
im Blick auf dich
von dir Zeugnis zu geben.

Hilf mir, mich nicht
in die Geschäftigkeit zu verlieren,
sondern immer im Blick auf dich
zu leben.

⇒ Reinhard Röhrner

17. Juli 2016

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