Impulse zum 32. Sonntag im Jahreskreis A

Interet oratio | Lektionar I/A, 354: Weish 6,12–16 | 1 Thess 4,13–18 (oder 4,13–14) | Mt 25,1–13

Wir spüren die dunklen Abende und Nächte, zeitgleich kam der erste Nachtfrost. Von einem heißen Sommer verwöhnt spüren, dass es so nicht bleiben wird, die Gärten werden abgeräumt und alles für den Winter vorbereitet.
Auch in unserem Leben können wir manchmal den Eindruck bekommen, dass wir auf dem Rückzug sind. Dass wie immer wieder von liebgewonnen Menschen und Dingen Abschied nehmen müssen, der Blick auf die Kirche und die Entwicklung in der Zukunft scheint wenig von der Begeisterung wie nach dem zweiten vatikanischen Konzil zu haben.
Die Dunkelheit breitet sich auch in der Gesellschaft aus, Menschen ziehen sich zurück aus der Öffentlichkeit, sozialer Austausch vollzieht sich in social media, KI-Agenten werden zu Therapeuten und Lebensberatern.
Und doch kann die Dunkelheit auch der Kontrast sein, der uns das Licht Christi offenbart, zu ihm, unserem Kyrios, rufen wir:

Kyrie | mit GL

Herr, Jesus Christus,
du bist uns nahe in deinem Wort. Kyrie eleison.
Du schenkst dich uns im Sakrament. Christe eleison.
Du begleitest uns zur Fülle. Kyrie eleison.

Gloria | Tagesgebet | MB 246

Allmächtiger und barmherziger Gott,
wir sind dein Eigentum,
du hast uns in deine Hand geschrieben.
Halte von uns fern, was uns gefährdet,
und nimm weg, was uns an Seele und Leib bedrückt,
damit wir freien Herzens deinen Willen tun.
Darum bitten wir durch Jesus Christus,
deinen Sohn, unseren Herrn und Erlöser,
der in der Einheit des Heiligen Geistes
mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit. AMEN.

Fürbitten

Beten wir zu Jesus Christus, der uns aufruft, aufmerksam zu sein, damit wir sein Licht in der Dunkelheit der Welt voller Sorgen und Nöte erkennen. Zu ihm rufen wir:

  • Für die Menschen,
    die nur noch schwarzsehen und Angst vor der Zukunft haben. Schenke ihnen einen Blick für die Zeichen deiner Liebe
    Christus höre uns: | Christus, erhöre uns.
  • Für die Menschen,
    in den Kriegs- und Unruhegebieten unserer Tage.
    Lass Frieden und Versöhnung zwischen den Menschen wachsen.
  • Für die Menschen, die andere begleiten:
    Gib ihnen die Kraft Offenheit und Zuversicht
    Kreativität und Mut in den Menschen zu wecken.
  • Für die Menschen,
    die nach den Zeichen deiner Nähe Ausschau halten.
    lass sie andere für deine Botschaft begeistern.
  • Für die Menschen in Kliniken und Pflegeeinrichtungen:
    Stärke sie im Dienst an den leidenden und alten Menschen.
  • Für die Verstorbenen,
    die jetzt am himmlischen Hochzeitsmahl teilnehmen.
    Tröste die Trauernden in der Hoffnung.

Du bist bei uns, alle Tage unseres Lebens und ermutigst uns bereit zu sein für dich. Dafür danken wir dir jetzt und alle Tage bis Ewigkeit. AMEN.

Schlussgebet | MB

Wir danken dir, gütiger Gott,
für die heilige Gabe,
in der wir die Kraft von oben empfangen.
Erhalte in uns deinen Geist
und lass uns dir stets aufrichtig dienen.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn. AMEN.

Hinführung zur ersten Lesung | Weish 6,12–16

Weisheit ist die Innenseite der Gerechtigkeit.
Weisheit heißt,
die Verpflichtungen gegenüber Gott,
dem Mitmenschen und der menschlichen Gemeinschaft
zu erkennen und zu bejahen.
Weisheit ist der innere Anstoß zur Solidarität.
Hören wir, wie einfach diese Weisheit zu finden ist.
Sie ist strahlend schön.
Wer an sie denkt, ist von Sorgen frei.

Hinführung zur zweiten Lesung | 1 Thess 4,13–18 (oder 4,13–14)

Paulus ermutigt die Gemeinde in Thessaloniki
fest an die Auferstehung zu glauben,
Gottes Treue und Zusage an uns
ist unwiderruflich,
Lebende und Tote
werden einst in Gottes Pracht aufgenommen werden.

Lesehinweis

Ezechiel Betonung auf zweiten e, i-el getrennt sprechen

Meditation

Alle sitzen sie da
und warten,
warten auf die Erfüllung ihrer Sehnsucht.

Alle sitzen da,
aber nur die Hälfte ist bereit,
bereit für die Begegnung, die erfüllt.

Alle sind wir unterwegs
in unserem Leben, in der Welt,
aber nur die Hälfte ist bereit für die Erlösung.

Viele sind beschäftigt
mit den Geschäften der Welt,
sich endgültig einzurichten.

Bereit und offen sein
sind die Voraussetzungen
die Fülle des Lebens zu erfahren

Klug, wer nie vergisst,
die Erwartung des Bräutigams
wird größer als die eigene sein.
Die Fülle, mit der er kommt,
wird unfassbar sein.

Reinhard Röhrner

Meditation | Alternative

Die Geschichte von den Zehn rührt an,
die einen klug, die anderen töricht.

Klug, wer Öl mitnimmt, nicht nur die Lampen,
wer warten kann und mit der Zeit rechnet,
nicht alles gleich und sofort haben muss.

Klug, wer mit der Erwartung dessen rechnet,
der kommen soll,
und der sie mit brennenden Lampen zu finden hofft,
wenn er eintrifft.

Klug, wer mit dem Einbruch
von Nacht und Dunkelheit rechnet,
der Nacht in der Liebe,
der Nacht im Glauben,
der Nacht im Leben.

Klug, wer nie vergisst,
die Erwartung des Bräutigams
wird größer als die eigene sein.
Die Fülle, mit der er kommt,
wird unfassbar sein.

Reinhard Röhrner

Weitere Impulse
26 A Jahreskreis – Sonntag 32 – Intret oratio

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