Impulse zum Hochfest der Aufnahme Mariens in den Himmel

In assumptione beatae Mariae virginis | Lektionar I/A, 406:
Offb 11,19a; 12,1–6a.10ab | 1 Kor 15,20–27a | Lk 1,39–56

“Den Glauben feiern, die Freude umarmen!“ – so steht es auf dem Plakat zum diesjährigen Patrozinium. Den Glauben kann man feiern, aber kann man Freude umarmen? Zuerst können wir Menschen umarmen, die sich mit uns freuen. Die Erfahrung der Gemeinschaft und gemeinschaftlicher Freude verstärkt die Freude in uns. Damit wird ein Aspekt des Festgeheimnisses angesprochen. Wir feiern an Maria, was wir für uns alle erhoffen, grenzenlose Freude in Gottes Gegenwart.
Das ist das Ziel des Glaubenden, dass er einst von Gottes Freude getragen ist, ja sich von ihr umarmt weiß und aus dieser Zuversicht sein Leben in der Welt gestaltet.
Preisen wir Jesus Christus, der seine Mutter im Himmel aufnahm:

Kyrie | mit GL

Herr, Jesus Christus,
Sohn der Jungfrau Maria. Kyrie eleison.
Als Mensch bist du unser Bruder geworden. Christe eleison.
Du vollendest das Leben der Gläubigen. Kyrie eleison.

Gloria | Tagesgebet | MB 748

Barmherziger Gott,
was kein Auge geschaut und kein Ohr gehört hat,
hast du denen bereitet, die dich lieben.
Gib uns ein Herz,
das dich in allem und über alles liebt,
damit wir den Reichtum deiner Verheißungen erlangen,
der alles übersteigt, was wir ersehnen.
Darum bitten wirB durch Jesus Christus,
Deinen Sohn, unseren Herrn und Erlöser,
der in der Einheit des Heiligen Geistes
mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit. AMEN.

Fürbitten

Aufgenommen in den Himmel erfährt Maria Gottes absolute Gegenwart. Mit ihr rufen wir in den Nöten unserer Tage zu Gott:

  • Maria sprach ihr Ja zu Gott.
    Für alle, die zu Gott Ja sagen
    und mit ihm das Leben gestalten,
    dass sie begeisternd die Frohbotschaft in die Welt tragen.
  • Maria war an der Seite der Notleidenden.
    Für alle, unter Krieg und Terror sowie
    den Folgen von Naturkatastrophen leiden,
    dass die Hilfe ankommt und Versöhnung wachsen kann.
  • Maria begegnet Elisabeth ganz offen.
    Für alle, die sich für Gemeinschaft und Miteinander einsetzen
    und so die Gesellschaft bereichern.
  • Maria ist das Urbild des Glaubenden
    Für alle, die in unserer Pfarrei an den vielfältigen Aufgaben mithelfen,
    dass dein Reich unter uns lebendig wird.
  • Im Tod wurde Maria in den Himmel aufgenommen.
    Für alle, die dem Tod entgegengehen und unsere lieben Verstorbenen.
    Lass sie wie Maria teilhaben am himmlischen Hochzeitsmahl.

Mit Vertrauen und Glauben kommen wir zu dir, denn du bist der Grund unserer Hoffnung. Dir sei Lob und Dank in alle Ewigkeit. AMEN.

Schlussgebet | MB

Barmherziger Gott,
im heiligen Mahl
schenkst du uns Anteil am Leben deines Sohnes.
Dieses Sakrament
mache uns auf Erden Christus ähnlich,
damit wir im Himmel
zur vollen Gemeinschaft mit ihm gelangen,
der mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit. AMEN.

Hinführung zur ersten Lesung | Offb 11,19a; 12,1-6a.10ab

Das Ringen mit dem Bösen begleitet jeden Menschen.
In der Bildsprache der Offenbarung
stellt uns die heutige Lesung,
eine anschauliche Vision dar,
die in der Mitte des Buches zu finden ist:
Das Böse in Gestalt des Drachen steht der Frau gegenüber, der Personifikation der Gemeinde.
Im Vertrauen auf Gott, schwindet die Gefahr,
Gott schenkt Leben.

Hinführung zur zweiten Lesung | 1 Kor 15,20-27a

Das Bekenntnis an die Auferstehung
prägt die Verkündigung des Apostels Paulus.
So schreibt er es auch in seinem ersten Brief
an die Christen in Korinth
und macht Mut in aller Ohnmacht vor dem Tod,
auf die Kraft der Auferstehung Christi zu vertrauen.

Lesehinweis

Zacharías – Betonung auf dem i

Zur Vision aus der Offenbarung
vgl. Hochaltar der Spitalkirche, Kelheim
und das linke Glasfenster der Stadtpfarrkirche

Meditation

Gott ist da,
nicht irgendwann,
er ist immer da.

In der Welt,
in den alltäglichen Aufgaben
verlieren wir den Blick auf ihn.

Schon im brennenden Dornbusch
sprach Gott zu Mose:
Ich bin der „Ich bin da“.

Maria ist angekommen
im Dasein Gottes
ganz im Jetzt seines Daseins.

Auf unserem Weg
blicken wir zu Gott
und wissen Maria an unserer Seite,
die uns hilft
in seiner Gegenwart ganz anzukommen.

Reinhard Röhrner

Meditation | Alternative

In den offenen Fragen,
in den angefangenen Dingen,
in den angedachten Erkenntnissen,
in den vielen Brüchen des Lebens
sehne ich mich nach Ganzheit.

In der Vorläufigkeit der Entscheidungen,
in der Unsicherheit menschlichen Tuns,
in der Beliebigkeit des Willens,
in der Vergänglichkeit der Welt
sehne ich mich nach Endgültigkeit.

In der Hilflosigkeit des Alltags,
in der Gehässigkeit von Beziehungen,
in der Schnelligkeit des Lebens,
in der eigenen Ohnmacht,
sehne ich mich nach Vollendung.

Du schenkst Ganzheit,
endgültig und vollendet,
dem, der dir vertraut,
in deiner liebenden Ewigkeit.

Reinhard Röhrner

Meditation | Alternative II

Maria,
aufgenommen in den Himmel,
von Gott ganz angenommen.
In ihr verehren wir,
was wir von uns allen erhoffen
und glaubend erwarten.

Selig, erlöst ist Maria,
weil sie geglaubt hat,
weil sie ganz bereit war,
Gott in ihrem Leben aufzunehmen
sich von ihm erfüllen zu lassen.

Gotterfüllt
hat sie der Welt den Erlöser geboren
die Gnadenfülle, die sie erfuhr,
musste sie weitergeben
an die Menschen.

Wie der brennende Dornbusch
ein Wegweiser zu Gott war,
ist Maria ein Hinweis für alle,
die Gott im Leben suchen.

Wie Maria ganz von Gott angenommen wird,
mit ihrem Sehnen und Fühlen,
mit ihren Erfahrungen und Schmerzen
so glauben auch wir
ganz von Gott angenommen zu werden.

Reinhard Röhrner

Weitere Impulse
26 A Jahreskreis – Mariä Himmelfahrt – in assumptione BMV

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