Impulse zum 4. Advent

 Lektionar III/C, 15: Mi 5,1–4a; Hebr 10,5–10; Lk 1,39–45     

Es ist spannend Selbstbeschreibungen von Menschen zu lesen. Gerne werden dort Dinge groß und oft genug auch viel größer dargestellt, als sie in Wirklichkeit sind. Man muss schauen, dass man etwas darstellt und nicht vor anderen klein aussieht.
Heute begegnen uns im Evangelium zwei Frauen, die es umgekehrt machen, beide machen sich voreinander klein und doch geschieht das Größte. Gott wird Mensch in Maria, der Jungfrau, die Elisabeth begegnet, die entgegen menschlicher Erwartung mit Johannes dem Täufer schwanger ist.
Gott kann in die menschliche Wirklichkeit eintreten, wo wir uns nicht groß und größer machen, sondern bereit sind klein zu werden, damit Gott uns groß machen kann.

Preisen wir Christus, den Sohn der Jungfrau Maria, unseren Herrn und Kyrios:

Kyrie [oder GL 158]

Herr Jesus Christus,
komm in unsere Welt.
Brich ein in unsere Enge.
Lass uns die Weite deiner Liebe spüren.

Tagesgebet [MB 33]

Allmächtiger Gott,
gieße deine Gnade in unsere Herzen ein.
Durch die Botschaft des Engels
haben wir die Menschwerdung Christi,
deines Sohnes, erkannt.
Führe uns durch sein Leiden und Kreuz
zur Herrlichkeit der Auferstehung.
Darum bitten wir durch ihn, Jesus Christus,
deinen Sohn, unseren Herrn und Erlöser,
der in der Einheit des Heiligen Geistes
mit dir lebt und liebt in alle Ewigkeit. AMEN.

Fürbitten

Maria und Elisabeth, zwei Frauen, die aus der eigenen Gottesbegegnung der Welt Gott weiterschenken. Sie verändern die Welt in Demut. Wie die beiden öffnen wir uns für Gott und beten:

  • Oft scheitern menschliche Begegnungen.
    Hilf allen Menschen aufmerksam zu sein
    und offen und ehrlich aufeinander zu zu gehen.
    Komm, Herr Jesus, Maranatha – ALLE: Komm, Herr Jesus, Maranatha.
  • In der Hektik und Hetze geht vieles unter.
    Lass alle Menschen Ruhe finden
    und im Blick auf Dich das Leben gestalten.
  • Dein Wort hallt auch in unserer Zeit wider.
    Mach die Menschen aufmerksam für deinen Zuspruch
    und lass sie Kraft und Mut daraus schöpfen.
  • Krankheit und Schmerz lastet schwer auf vielen Menschen.
    Begleite alle Ärzte und Pfleger
    und schenke Heil und Genesung.
  • In der Trauer um einen lieben Menschen
    wird die Welt dunkel und düster.
    Nimm die Verstorbenen auf in dein Reich und tröste alle Trauernden.

Denn willst in unsere Welt kommen, mitten in unseren Alltag um uns mit der Freude deiner Gegenwart zu erfüllen, heute und in Ewigkeit. AMEN.

Schlussgebet

Allmächtiger Gott,
du hast uns in diesem Mahl das Heil zugesagt
und uns schon jetzt Anteil daran gegeben.
Lass uns das Kommen deines Sohnes
in Freude erwarten
und mache uns umso eifriger in deinem Dienst,
je näher das Fest seiner Geburt heranrückt.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn. AMEN.

Hinführung zur ersten Lesung: Mi 5,1–4a

Die Erfahrung zeigt immer wieder,
dass die Menschen mit Macht und Gewalt versuchen
über andere zu herrschen und zu bestimmen.
Mitten in den Untergang des Reiches Israel
verkündet der Prophet Micha einen neuen Anfang.
Wie damals bei David kommt neue Hoffnung auf,
diesmal aber soll der Herrscher auch Hirte sein
und alle Menschen zur Freude führen.
Daran erinnert uns der Prophet kurz vor Weihnachten.

 

Hinführung zur zweiten Lesung: Hebr 10,5–10

Wenn Menschen unter Schuld leiden,
sind sie bereit Opfer zu bringen
um die Schuld zu lösen.

Das kann aber langfristig nicht helfen.
Versöhnung wird geschenkt,
weil Gott zu uns kommt
und uns aus aller Schuld erlöst.

 

Meditation

 

Gott kommt,
er kommt an
in unserer Welt,
in meinem Leben.

Ganz einfach und schlicht,
in seinem Wort
und seiner Freude
will er bei mir ankommen.

Gott kommt an
und verändert mich,
mein Herz
und meinen Geist.

Maria und Elisabeth
zwei von Gottes gutem Geist
veränderte Frauen
verändern die Welt.

Verändere auch ich
meine Welt
und bringe den Menschen
Christus?
ð Reinhard Röhrner

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