Impulse zum 30. Sonntag im Jahreskreis A

Da pacem | Lektionar I/A, 322: Sir 27,30 – 28,7 | Röm 14,7–9 | Mt 18,21–35

Der Theologe Johann Baptist Metz (1928-2019) sagte einmal, die kürzeste Definition von Religion sei ‚Unterbrechung‘. Inmitten des Trubels des Alltags und all seiner Herausforderungen unterbricht Glaube und Religion den Lauf der Dinge, die uns oft genug zu überrollen drohen.
Wenn wir dabei den Blick auf unseren christlichen Glauben lenken, können wir ergänzen: ‚Unterbrechung, um auf Gottes Liebe zu antworten‘.
Das ist der Kern unseres Glaubens, dass wir uns als Menschen erfahren, die von Gott geliebt sind, ja, dass er die Liebe ist, die in uns wirkt und unserem Leben Sinn schenkt
Preisen wir unseren Herrn den Kyrios:

Kyrie | mit GL

Herr, Jesus Christus,
du verkündest den Gott der Liebe. Kyrie eleison.
Unser Liebe ist immer Antwort auf deine. Christe eleison.
Du willst, dass wir einander lieben. Kyrie eleison.

Gloria | Tagesgebet | MB 243

Allmächtiger, ewiger Gott,
mehre in uns den Glauben,
die Hoffnung und die Liebe.
Gib uns die Gnade,
zu lieben, was du gebietest,
damit wir erlangen, was du verheißen hast
Darum bitten wir durch Jesus Christus,
Deinen Sohn, unseren Herrn und Erlöser,
der in der Einheit des Heiligen Geistes
mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit. AMEN.

Fürbitten

Lieblosigkeit in der Welt erzeugt Hass, Trauer und Not. So rufen wir zum Gott, der uns mit seiner Liebe befähigt, diese Liebe in die Welt zu tragen:

  • Für die Menschen im Heiligen Land und ganzen Nahen Osten
    und den anderen Orten von Terror, Krieg und Gewalt,
    dass sich die Verantwortlichen für den Frieden einsetzen,
    und viele Menschen im Anderen Schwester und Bruder erkennen.
  • Für Papst Leo XIV.,
    dass er bald wieder genesen ist und die Kirche Christi leiten kann.
  • Für die Missionare, die den Glauben in die Welt tragen
    bei uns und überall auf unserer Erde,
    dass sie Andere begeistern und Sinn stiften können.
  • Für die Menschen, die den Alltag
    mit ihrer Liebe und Sorge erfüllen,
    dass sie andere stärken und ermutigen.
  • Für unsere Verstorbenen,
    die in der Hoffnung auf das Leben bei Gott
    in die Ewigkeit heimgekehrt sind.

Herr, unser Gott, du bist der Herr deiner Kirche hier und an allen Orten der Welt. Sei gepriesen heute und in Ewigkeit. AMEN.

Schlussgebet | MB

Herr, unser Gott,
gib, dass deine Sakramente
in uns das Heil wirken, das sie enthalten,
damit wir einst
als unverhüllte Wirklichkeit empfangen,
was wir jetzt in heiligen Zeichen begehen.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn. AMEN.

Hinführung zur ersten Lesung | Ex 22,20–26

Die Lebenserfahrung zeigt uns immer wieder,
dass sich Mächtige durchsetzen.
Gott ist anders.
Das Volk Israel macht im Auszug aus Ägypten
und im Bund mit Gott am Sinai
eine andere Erfahrung.
Gott ist auf der Seite der Schwachen
und deshalb sollen wir als sein Volk
auch die Schwachen in Kirche und Welt im Blick haben
und geschwisterlich und solidarisch handeln.

Hinführung zur zweiten Lesung | 1 Thess 1,5c–10

Man spürt die Begeisterung des Apostels Paulus
für die christliche Gemeinde in Thessaloniki.
Sein Dank bezeugt,
dass die Begeisterung für den Glauben
ansteckend sein kann
Und ist zugleich auch für uns Ermutigung
andere für den Glauben an Gott zu begeistern
und so die modernen Götzen hinter sich zu lassen.

Lesehinweis

Exodus – Betonung auf dem E

Meditation

Warum nur scheint es so schwer,
die anderen zu lieben,
wenn es nicht allgemein ist,
sondern ganz konkret?

Den anderen zu lieben,
heißt ihm zu antworten,
auf seinem Weg
die Fragen des Lebens zu stellen.

Lieben heißt antworten,
den anderen ernst zu nehmen
und ihm zu helfen
Sinn im Leben zu erfahren.

Die Liebe zum Nächsten bedeutet
die Grenze des Ich zu überwinden,
mein Leben mit dem der anderen zu verbinden
und miteinander zu wachsen
gemeinsam in Glaube und Zuversicht
Leben und Welt gestalten.

Reinhard Röhrner

Meditation | Alternative

Was ist das Wichtigste,
das der Mensch in dieser Welt
lernen und erkennen muss?

Es ist die Liebe,
die oft so sehr verdrängt wird,
dass man sie kaum wahrnimmt.

Beim Blick in die Welt
scheint sie ganz weit entfernt,
jenseits des Erwartbaren.

Da geht es um das Durchsetzen
eigener Interessen und Möglichkeiten
auch wenn der Mensch dabei auf der Strecke bleibt.

Es braucht den Mut,
nicht im Strom der Zeit zu treiben,
sondern sich in der Liebe dagegen zu stellen.

Es braucht den Glauben,
sich dem liebenden Gott anzuvertrauen
und so seine Liebe in die Welt zu bringen.

Es braucht Menschen,
die mutig im Glauben
seine Liebe im Alltag bezeugen.

Reinhard Röhrner

Weitere Impulse
26 A Jahreskreis – Sonntag 30 – Laetetur cor

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