Impulse 2. zum Sonntag im Jahreskreis A | omnis terra

Omnis terra | Lektionar I/A, 241: Jes 49,3.5–6 | 1 Kor 1,1–3 | Joh 1,29–34

Wann haben sie zum letzten Mal jemand von ihrem Glauben erzählt? Davon, was für sie der Grund ist für das Leben und wie aus dem Vertrauen auf Gott das eigene Leben gelingen kann?
Gott ist in der Welt und will uns nahe sein, mit seiner Güte und seinem Erbarmen, er will uns helfen, dass unser Leben gelingen kann. Dazu brauchen wir ein Gespür für die Zeichen seiner Gegenwart. Manchmal ist es uns ganz einfach zugänglich, oft aber sind es andere, die als Boten Gottes in unserem Leben wirken.
Heute hören wir wie Johannes der Täufer auf Jesus hinweist, aufmerksam macht, dass in ihm Gott zu uns kommt. So weist Johannes nicht nur seine Jünger, sondern auch uns hin auf den, der das Lamm Gottes ist und uns als Kyrios sein Erbarmen schenkt:

Kyrie | mit GL

Herr, Jesus Christus,
von Johannes im Jordan getauft. Kyrie eleison.
Du bist wahrhaft Gottes Sohn. Christe eleison.
Du bist unser Bruder und Erlöser geworden. Kyrie eleison.

Gloria | Tagesgebet | MB

Allmächtiger Gott,
du gebietest über Himmel und Erde,
du hast Macht über die Herzen der Menschen.
Darum kommen wir voll Vertrauen zu dir;
stärke alle die sich um die Gerechtigkeit mühen,
und schenke unserer Zeit deinen Frieden.
Darum bitten wir durch Jesus Christus,
deinen Sohn, unseren Herrn und Erlöser,
der in der Einheit des Heiligen Geistes
mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit. AMEN

Fürbitten

Lasst uns zu Jesus Christus rufen, der für uns als Lamm Gottes unser Erlöser ist:

  • Für alle, die von Gott erzählen,
    durch Worte und Taten andere auf ihn hinweisen
    und so Anstöße zum Glauben geben.
    Lamm Gottes, höre uns | Lamm Gottes, erhöre uns
  • Für alle, die auf der Suche nach Sinn und Glück sind,
    sich nach einem gelingenden und erfüllenden Leben sehnen,
    dass sie im Glauben Antwort auf ihre Sehnsucht finden.
  • Für alle Familien und Partnerschaften,
    Die aus dem Glauben und Vertrauen das Miteinanders pflegen
    und daraus Kraft für die Herausforderungen des Alltags schöpfen.
  • Für alle in den Kriegs- und Krisengebieten der Welt,
    um Einsicht der Mächtigen
    Wege der Versöhnung und des Friedens zu gehen.
  • Für die Verstorbenen.
    Schenke ihnen die Erfüllung ihrer Hoffnung
    in deiner bleibenden und erfüllenden Gegenwart.

Herr Jesus Christus, du hast uns erlöst von unseren Sünden. Du willst uns das Leben in seiner ganzen Fülle schenken, dafür danken wir dir jetzt und in alle Ewigkeit. AMEN.

Schlussgebet | MB

Barmherziger Gott,
du hast uns alle
mit dem einen Brot des Himmels gestärkt.
Erfülle uns mit dem Geist deiner Liebe,
damit wir ein Herz und eine Seele werden.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn. AMEN.

Hinführung zur ersten Lesung | Jes 49,3.5–6

In seinem zweiten Lied vom Gottesknecht
erzählt der Prophet Jesaja
von seiner Berufung und seinem Auftrag für Israel und alle Völker.
In der Berufung zeigt Gott,
dass er ihm zutraut viel zu bewirken,
auch wenn die Menschen sich verweigern.
Gott lässt ihn jedoch nicht scheitern,
sondern gibt ihm
– gleichsam zum Trotz –
neue Aufgaben und neuen Mut.

Hinführung zur zweiten Lesung |  1 Kor 1,1–3

Die christliche Gemeinde in Korinth
lebt in einem engen Verhältnis zum Apostel Paulus.
Im ersten Brief an die Gemeinde
um die Mitte des ersten Jahrhunderts
spricht er sie als „Geheiligt in Christus Jesus“ an.
Auch wenn nicht alles eitel Sonnenschein ist,
so ist doch jeder, der das Evangelium annimmt heilig,
unabhängig von Herkunft und Beruf,
er gehört zu Gott!

Lesehinweis

Sósthenes – Betonung auf dem o

Meditation

Welche Größe
zeigt dieser Täufer Johannes,
wenn er auf Christus weist?

Er stellt nicht sich selbst
oder seine Verkündigung
in den Mittelpunkt.

Er weiß,
dass Gott es ist,
der seinem Leben Sinn schenkt.

Im eigenen Bezeugen
des Gottessohnes in der Welt
beginnt sein Leben zu gelingen.

Er macht mir Mut
auf Jesus hinzuweisen
in meinem Alltag.

Als Zeuge für Christus
meine Begegnungen zu prägen
und so selbst Erfüllung, ja Sinn zu finden.

Reinhard Röhrner

Meditation | Alternative

„Seht, das Lamm Gottes,
das die Sünde der Welt
hinwegnimmt.“ (Joh 1,29b)

Der alle Macht
in sich trägt
kommt als unschuldiges Tier.

Der mit Gewalt
alles verändern könnte
trägt und nimmt auf sich.

Alle Sünde der Welt,
aller Egoismus und alle Machtspiele,
werden durch seine Liebe entlarvt.

Wer bereit ist, sich einzulassen
auf diesen liebenden Gott,
muss selbst ein Liebender werden.

Er muss seine Botschaft
mit Freude und Zuversicht
hineintragen in alle Welt, zu allen Menschen.

So nimmt er die Schuld der Welt
von uns und unserem Leben,
so verändert sich die Welt
im Lichte Gottes.

Reinhard Röhrner

Meditation | Alternative

Ein Frommer bat einmal Gott darum,
Himmel und Hölle sehen zu dürfen.
Gott erlaubte es ihm
und gab ihm den Propheten Elija als Führer mit auf den Weg.

Elias führte den Frommen zuerst in einen großen Raum,
in dessen Mitte auf einem Feuer ein Topf
mit einem köstlichen Gericht stand.
Rundum saßen Menschen mit langen Löffeln
und schöpften alle aus dem Topf.
Aber sie sahen blass, mager und elend aus.
Es herrschte eine eisige Stille.
Denn die Stiele ihrer Löffel waren so lang,
dass sie das herrliche Essen
nicht in den Mund bringen konnten.

Als die beiden Besucher wieder draußen waren,
fragte er den Propheten,
welch ein seltsamer Ort das gewesen sei. Es war die Hölle.

Daraufhin führte Elija den Frommen in einen zweiten Raum,
der genauso aussah wie der erste.
In der Mitte brannte ein Feuer und kochte ein köstliches Essen.
Die Menschen hatten auch alle lange Löffel in der Hand.
Aber sie waren alle gut genährt, gesund und glücklich.
Sie unterhielten sich angeregt.
Sie versuchten nicht, sich selbst zu füttern,
sondern benutzten die langen Löffel,
um sich gegenseitig zu essen zu geben.
Dieser Raum war der Himmel.

Erzählungen der Chassidim

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