Reminiscere | Lektionar I/A, 69: Gen 12,1–4a | 2 Tim 1,8b–10 | Mt 17,1–9
Da denkt man, dass man einen Menschen kennt – vielleicht schon seit vielen Jahren – und mit einem Mal entdeckt man eine ganz neue Seite an ihm, nimmt etwas wahr, das man ihm gar nicht zugetraut hätte, ist plötzlich beeindruckt, welche Talente im Anderen schlummern, oder wir bisher noch nicht erkannt haben.
Dann gewinnt man einen völlig neuen Blick auf einen Menschen, ja das persönliche Verhältnis kann sich nachhaltig verändern, der Horizont wei-ten. Das erleben drei Freunde von Jesus wortwörtlich bei ihrer Bergtour auf den Tabor, der sie eine österliche Erfahrung machen lässt, die sie zu diesem Zeitpunkt noch nicht einordnen können, aber sie spüren, dass es wichtig ist und sie schweigen, weil sie so den Zauber und das Geheimnis bewahren können.
Rufen wir zu Christus, dem Sohn Gottes, unserem Kyrios
Kyrie | mit GL
Herr, Jesus Christus,
Glanz der Herrlichkeit. Kyrie eleison.
Gipfelpunkt des Lebens. Christe eleison.
Du bist unser Erlöser. Kyrie eleison.
KEIN Gloria | Tagesgebet | MB 83
Gott, du hast uns geboten,
auf deinen geliebten Sohn zu hören.
Nähre uns mit deinem Wort
und reinige die Augen unseres Geistes,
damit wir fähig werden,
deine Herrlichkeit zu erkennen.
Darum bitten wir durch Jesus Christus, deinen Sohn, unseren Herrn und Erlöser,
der in der Einheit des Heiligen Geistes
mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit. AMEN
Fürbitten
Rufen wir zu Gott, der uns einlädt mit ihm über die Sorgen und Nöte des Alltags hinaus zu blicken:
- Aufgaben und Verpflichtungen können das Leben einengen.
Lass alle Christen aus der Weite deiner Liebe leben
und sie an andere weitergeben. - Krankheit, Unglücksfälle und das Alter verändern das Leben.
Hilf allen, die mit den Folgen zurechtkommen müssen
auf dem Weg zum Leben. - Krieg und Terror zerstört Leben und Lebensraum.
Schenke Wege zu Frieden und Versöhnung. - Die deutsche Bischofskonferenz hat einen neuen Vorsitzenden.
Stärke die Einheit der Hirten und aller Gläubigen
ein lebendiges Zeichen deiner Gegenwart zu sein. - Der Tod reißt liebe Menschen aus unserer Mitte.
Nimm sie auf in deine grenzenlose Liebe
und tröste die Trauernden in der Hoffnung.
Denn du bist der Gott, der uns begleitet, in den Höhen und Tiefen des Lebens und unser Leben gelingen lässt bis in alle Ewigkeit. AMEN.
Schlussgebet | MB
Herr, du hast uns im Sakrament
an der Herrlichkeit deines Sohnes Anteil gegeben.
Wir danken dir,
dass du uns schon auf Erden teilnehmen lässt
an dem, was droben ist.
Durch Christus, unseren Herrn. AMEN.
Hinführung zur ersten Lesung | Gen 12,1–4a
Der Weg des Menschen mit Gott
beginnt immer mit dem Vertrauen des Menschen
auf Gottes Zusage.
Nur so kann Gott seine Treue beweisen.
Auf Gottes Wort hin
bricht Abraham ins Ungewisse auf.
Die einzige Sicherheit ist für ihn
das Vertrauen auf denjenigen,
der ihm Segen verheißt.
So zeigt er sich als Urvater der Glaubenden.
Hinführung zur zweiten Lesung | 2 Tim 1,8b–10
Gerne hätten wir eine perfekte Welt,
aber weder die Welt noch wir selbst
genügen diesem Anspruch.
Wir können auch weder uns
noch die Welt perfekt machen,
aber wir können Gottes Ruf
und seine Zusage annehmen.
Die Bibel nennt das Gnade,
weil wir es uns nicht verdienen müssen.
Lesehinweis
Timotheusbrief: Betonung auf dem o,
e und u werden getrennt gesprochen.
Meditation
Verwandelt vor den Augen,
in ein neues Licht gesetzt
ganz neu gesehen.
Wo Gottes Licht
in den Alltag der Menschen kommt,
ändert sich alles.
Wer vom göttlichen Licht getroffen wird,
spiegelt es wider
hinein in seine Welt.
Strahlt von jener Liebe,
die den Menschen befreit
ohne ihn einzuengen.
Schafft dieses Vertrauen
auf dem sich das Leben aufbauen lässt
in frohen und dunklen Stunden.
Er ist wahrhaft Gottes Sohn
vor den Augen der Jünger
in den Herzen der Gläubigen.
Reinhard Röhrner
Meditation | Alternative
Petrus, Johannes und Jakobus,
drei der Freunde Jesu
steigen mit ihm auf den Berg Tabor.
Sie erleben mit Jesus
eine Sternstunde ihres Lebens,
getragen von der Liebe Gottes.
Wertvolle Erfahrungen
gehen unter die Haut,
dringen ins Herz.
Von dort können sie strahlen
in den Alltag des Lebens,
Halt schenken in der Unsicherheit.
Petrus, Johannes und Jakobus
begleiten Jesus
in die Nacht von Gethsemane.
Gestärkt von der Erfahrung
auf dem Berg Tabor
und der Hoffnung auf Auferstehung.
Ohne es genau zu wissen,
spüren sie sich getragen
von Gottes Liebe, die Jesus verkündet.
Reinhard Röhrner
