Impulse zu Weihnachten

 Weihnachten | Lesejahr B
Texte: Am Tag | Lektionar II/B, 34: Jes 52,7–10 | Hebr 1,1–6 | Joh 1,1–18

Vieles ist uns im Leben selbstverständlich und wir leben einfach so damit. Erst bei genauerem Hinsehen merken wir, dass es bei Weitem nicht so selbstverständlich ist, wie wir oft meinen. Wir feiern heute Weihnachten, wir feiern, dass Gott Mensch wurde, einst in Bethlehem, einem verschlafenen Hirtendorf nahe Jeru-salems im Bergland Judäas, wie es uns der Evangelist Lukas berichtet. Also in einem ziemlich abgelegenen Winkel der Welt soll Gott Mensch geworden sein.
Mag sein, was geht uns das an, ob es genau so war oder viel-leicht ein wenig anders. Hat das überhaupt etwas mit uns zu tun? Naja ein paar freie Tage springen dabei heraus, das ist schon mal nicht schlecht. Aber sonst? Manch einer mag sich fragen, ob Weihnachten oder gar Ostern wichtiger sei? Bei ge-nauem Hinsehen können wir erahnen, dass Weihnachten – mu-sikalisch gesprochen – ein Präludium, also der Vorklang für das Osterfest ist, ja es ist ein nach vorne verlängertes Osterfest, dass uns meint, jeden ganz persönlich, jenseits romantisieren-der Phantasien…
So preisen wir Jesus Christus, den Mensch gewordenen Got-tessohn als unseren Herrn und Kyrios:

Kyrie | mit GL 155

Herr Jesus Christus,
du Mensch gewordenes Wort Gottes. Kyrie eleison.
Du Sohn Gottes und der Jungfrau Maria. Christe eleison.
Du bist an Weihnachten unser aller Bruder geworden. Kyrie eleison.

Gloria | Tagesgebet | MB 40

Allmächtiger Gott,
du hast den Menschen
in seiner Würde wunderbar erschaffen
und noch wunderbarer wiederhergestellt.
Lass uns teilhaben an der Gottheit deines Sohnes,
der unsere Menschennatur angenommen hat.
Er, der in der Einheit des Heiligen Geistes
mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit. AMEN.

Fürbitten

Im fleischgewordenen Wort wendet sich Gott auf einzigartige Weise dem Menschen zu. Darum wagen wir es, mit unseren Anliegen vor den Herrn zu treten und ihn zu bitten.

  • Herr, schenke den Menschen überall auf dieser Erde,
    die unter Gewalt, Terror und Krieg leiden,
    beständigen Frieden, der leben lässt.
  • Öffne die Herzen der Menschen
    für Sorgen und Nöte der Mitmenschen
    und schenke ihnen Bereitschaft, tatkräftig zu helfen.
  • Erbarme dich aller, die in irgendeiner Weise gescheitert sind,
    deren Leben mit Schuld belastet ist
    und die sich nach einer Perspektive für die Zukunft sehnen.
  • Steh denen bei, die gerade in diesen Tagen der Weihnacht
    krank oder einsam sind und manchmal an ihrem Leben verzweifeln.
  • Lass unsere Verstorbenen,
    die uns an diesem Weihnachtsfest besonders fehlen
    und die Opfer von Terror, Krieg und Gewalt,
    bei dir beheimatet sein in deinem Reich.

Alle Enden der Erde sehen Gottes Heil. Dafür sagen wir dir, unserem Herrn und Gott, in dieser Feier Dank und stimmen ein in den Lobpreis ohne Ende, heute und in Ewigkeit. AMEN.

Schlussgebet

Barmherziger Gott,
in dieser heiligen Feier
hast du uns deinen Sohn geschenkt,
der heute als Heiland der Welt geboren wurde.
Durch ihn sind wir wieder geboren
zum göttlichen Leben,
führe uns auch zur ewigen Herrlichkeit durch ihn,
der mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit. AMEN.

Hinführung zur ersten Lesung | Jes 52,7–10

Über alle vier Adventssonntage
hat uns der alttestamentliche Prophet Jesaja begleitet.
Er hat uns auf die bevorstehende Ankunft
eines Friedensreiches und seines Königs vorbereitet.
Heute kommt dieser Weg nun an sein Ziel:
Der Herr kehrt nach Jerusalem zurück
und bringt Trost und Erlösung für sein Volk.
Der Advent, die Ankunft des Herrn, ist endlich geschehen.

Hinführung zur zweiten Lesung | Hebr 1,1–6

Seit es den Glauben an Jesus Christus gibt,
haben weise Menschen nicht aufgehört,
darüber nachzudenken,
wer und was dieser einzigartige Mensch war.
In hymnischen Versen
preist der Anfang des Hebräerbriefes
Jesus als Gottes Sohn.

Meditation

Verherrlicht ist Gott in der Höhe
und Friede auf Erden
den Menschen, die sich nach ihm sehnen.

Ich bin Deine Freude –
fürchte Dich also nicht,
froh zu sein!

Ich bin in Deiner Not;
denn ich habe sie selbst erlitten.
Ich bin in Deinem Tod;
denn heute, als ich geboren wurde,
begann ich mit Dir zu sterben.

Ich gehe nicht mehr weg von Dir.
Was immer Dir geschieht,
durch welches Dunkel Dein Weg
Dich auch führen mag –
glaube, dass ich da bin!

Glaube,
dass meine Liebe unbesiegbar ist!
Dann ist auch Deine Nacht
Heilige Nacht.

Dann zünde getrost die Kerzen an –
sie haben mehr recht
als alle Finsternis.

⇒ Reinhard Röhrner nach Texten von Karl Rahner

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