Impulse zur Heiligen Nacht | B

Heilige Nacht| Weihnachten B | Lesejahr B
In nativitate 
Lektionar II/B, 29: Jes 9,1–6 | Tit 2,11–14 | Lk 2,1–14

In einer außergewöhnlichen Zeit und zu einer besonderen Uhrzeit feiern wir in diesem Jahr die Christmette. Wie vor 2000 Jahren geht es um Zahlen, damals die Volkszählung, heute Fall- und Inzidenzzahlen. Beides wirkt für viele bedrängend und bedrohend. Die leeren Straßen mit geschlossenen Geschäften und Gasthäusern wirken trostlos. In diese Situation hinein will Gott Mensch werden, in meiner Angst kommt Gott zur Welt, in meine Welt.
Wir feiern diese Heilige Nacht. Wir feiern, dass Jesus in Bethlehem geboren ist. Ein Ereignis vor langer Zeit, das auch in unserer Zeit prägend sein kann. Er ist das Licht für die ganze Welt, für alle Menschen. Er macht unsere Welt hell und unser Leben froh. Davon wollen wir in diesem Gottesdienst hören. Wir danken Gott, dass er seinen Sohn Jesus Christus als Licht der Welt zu uns kommen lässt. Auch in die Dunkelheit unserer Tage.
So preisen wir Jesus Christus, den Mensch gewordenen Gottessohn als unseren Herrn und Kyrios

Kyrie

Herr Jesus Christus,
geboren aus der Jungfrau Maria. Kyrie eleison.
Sohn Gottes aus Davids Stamm. Christe eleison.
Herr und Erlöser aller Menschen. Kyrie eleison.

Gloria | Tagesgebet | MB 38

Herr, unser Gott,
in dieser hochheiligen Nacht
ist uns das wahre Licht aufgestrahlt.
Lass uns dieses Geheimnis
im Glauben erfassen und bewahren,
bis wir im Himmel den unverhüllten Glanz
deiner Herrlichkeit schauen.
Darum bitten wir durch Jesus Christus,
deinen Sohn, unseren Herrn und Erlöser,
der in der Einheit des Heiligen Geistes
mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit. AMEN

Fürbitten

Gott hat seinen Sohn in die Welt gesandt, damit er sie erlöse. So rufen wir voll Zuversicht zu ihm:

  • Wir beten für die Menschen, die an diesem Weihnachtsfest
    für andere Dienst tun in Alten- und Pflegeheimen,
    in Kliniken und an zahlreichen anderen Orten,
    dass sie den Zauber der Heiligen Nacht spüren.
  • Wir beten für alle, die am Rande der Gesellschaft sind
    und sich nach Anerkennung und Wertschätzung sehnen
    wie die Hirten in Bethlehem,
    dass sie aufmerksamen Menschen begegnen.
  • Wir beten für Menschen wie Josef,
    die still und treu ihren Dienst erfüllen ohne ständig zu reden
    und sich in den Vordergrund zu spielen,
    dass sie Dankbarkeit erfahren.
  • Wir beten für alle, die wie Maria die gute Botschaft hören
    und an andere weiterschenken,
    dass ihr Dienst die Welt zum Guten wendet.
  • Wir beten für alle Familien,
    die gemeinsam die Herausforderungen unserer Zeit meistern,
    dass die Freude dieser Nacht das Miteinander prägt.
  • Wir beten für alle, die wir in diesen Tagen besonders vermissen,
    weil wir von ihnen getrennt sind
    oder sie uns in die Herrlichkeit vorausgingen, dass wir Trost erfahren.

Als kleines Kind bist du in die Welt gekommen um uns allen nahe zu sein, hilf uns die Kleinen zu beachten und groß zu sein im Vertrauen auf deinen Beistand, heute und in alle Ewigkeit. AMEN.

Schlussgebet | MB

Herr, unser Gott,
in der Freude über die Geburt unseres Erlösers
bitten wir dich:
Gib uns die Gnade, ihm unser ganzes Leben zu weihen,
damit wir einst Anteil erhalten
an der ewigen Herrlichkeit deines Sohnes,
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn. AMEN

Hinführung zur ersten Lesung | Jes 9,1–6

Ein Leben im Finstern,
drückende Lasten auf den Schultern
und mit dem Stock des Treibers angetrieben wie ein Lasttier,
den Klang dröhnender Soldatenstiefel in den Ohren
und blutbefleckte Mäntel vor Augen.
Die Worte Jesajas
gehen noch immer unter die Haut.
Sein visionärer Traum vom Frieden,
der kein Ende nimmt,
ist geprägt von großem Gottvertrauen –
allem Augenschein, aller Realität zum Trotz.
Es ist Wirklichkeit:
Gott wird Mensch!

Hinführung zur zweiten Lesung | Tit 2,11–14

Was Jesaja erhofft
– das Ende von Unterdrückung und Unfrieden –
wird nicht ohne uns Wirklichkeit.
Die Gnade Gottes will uns bewegen,
besonnen, gerecht und fromm zu leben.
„Wär‘ Christus tausendmal in Bethlehem geboren,
aber nicht in dir –
du wärest ewiglich verloren.“

Lesehinweis

Meditation

Als kleines Kind,
wehrlos und hilfsbedürftig
kam ER in die Welt.

Dem alle Macht gehört,
der unsagbar groß ist
macht sich klein für uns.

Ein Gott,
der uns den Weg zeigt
wie wir zueinander finden.

Den Weg der Liebe,
die achtsam ist für den anderen
und offen für Gottes Wort.

So klein wollte ER werden,
dass wir den Mut haben
im Kleinen Gottes Größe zu ahnen.

Reinhard Röhrner

Meditation | Alternative

Verherrlicht ist Gott in der Höhe
und Friede auf Erden
den Menschen guten Willens.

Friede auf Erden!
Keine wirkliche Beschreibung
unserer Welt und unserer Zeit.

In der großen weiten Welt,
herrscht an vielen Orten Krieg und Unfrieden
bis hinein in unsere Familien und Gemeinschaften.

Frieden auf Erden,
den Menschen guten Willens,
die bereit sind sich dafür einzusetzen.

Es ist keine leichte Aufgabe,
sie beginnt bei mir selbst
und verlangt, dass ich mich öffne.

Dort wo ich die Grenzen um mich durchbreche,
kann Friede, Versöhnung und Gemeinschaft wachsen,
prägt mein guter Wille zum Frieden
das Miteinander.

Es ist heilige Nacht,
bergende Nacht der Gottesbegegnung,
die mich aus meiner Enge
in die Weite seiner Liebe ruft.

Reinhard Röhrner

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20 B Weihnachten – Christmette – Hinführung und Meditation


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