Impulse zum 15. Sonntag Jahreskreis | Ego autem | B

Ego autem | Lektionar II/B, 308: Am 7,12–15 | Eph 1,3–14 (oder 1,3–10) | Mk 6,7–13

Wir sprechen gern von all den Möglichkeiten, die uns offen stehen und gerade in der aktuellen Zeit auch all den verwehrten Möglichkeiten. Dabei gehen wir wie selbstverständlich davon aus, dass eine wahrgenommene Möglichkeit das bringt, was sie zu versprechen scheint. Scheitern passt nicht in den Plan erfolgreichen Handelns.

Ganz anders ist es in der Beziehung mit Gott. Natürlich wollen wir in dieser Beziehung auch nicht scheitern, aber er nimmt unsere Grenzen an und schenkt immer wieder Mut von Neuem zu beginnen. Wichtig ist ihm nicht der Erfolg, sondern, dass wir mit ganzem Herzen dabei sind. So wollen wir ihm jetzt in Wort und Sakrament begegnen und als Kyrios preisen:

Kyrie

Herr Jesus Christus,
du sendest die Apostel aus: Kyrie eleison.
Du machst auch uns zu Boten deiner Freude: Christe eleison.
Durch Menschen bist du uns auch heute nah: Kyrie eleison.

Gloria | Tagesgebet | MB 225

Gott, du bist unser Ziel,
du zeigst den Irrenden das Licht der Wahrheit
und führst sie auf den rechten Weg zurück.
Gib allen, die sich Christen nennen, die Kraft,
zu meiden, was diesem Namen widerspricht,
und zu tun, was unserem Glauben entspricht.
Darum bitten wir durch Jesus Christus,
deinen Sohn, unseren Herrn und Erlöser,
der in der Einheit des Heiligen Geistes
mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit. AMEN.

Fürbitten

Gott selbst hat uns mit seinem Geist gesegnet und aus Liebe dazu bestimmt, seine Töchter und Söhne zu werden durch Jesus Christus. Ihn bitten wir:

  • Für die Kirche, dass sie bereit ist immer wieder neu aufzubrechen,
    zu den Menschen zu gehen
    und deine Liebe sichtbar und spürbar zu machen.
    ALLE Wir bitten dich, erhöre uns.
  • Für die Regierenden, die dazu berufen sind,
    sich für das Wohl aller einzusetzen,
    und gute Rahmenbedingungen zu schaffen
    für Frieden, Gerechtigkeit und für die Bewahrung der Schöpfung.
  • Für die Ärzte, Therapeuten, Psychologen und Berater,
    die dazu berufen sind, Leib und Seele zu heilen
    und die Gemeinschaft der Menschen zu stärken
  • Für die benediktinischen Gemeinschaften,
    die berufen sind aus der Regel Benedikts
    gelingende Lebensentwürfe zu fördern.
  • Für unsere Verstorbenen, die dazu berufen sind,
    in der Gemeinschaft der Heiligen mit dir in der Fülle zu leben
    und alle Trauernden, die dazu berufen sind
    aus der Dankbarkeit von Neuem das Leben zu gestalten.

Auch uns sendest du in diese Zeit als Zeugen der Frohbotschaft um die Gesellschaft in deinem Geist zu prägen, heute und in alle Ewigkeit. AMEN.

Schlussgebet | MB

Herr, unser Gott,
wir danken dir für die heilige Gabe.
Lass deine Heilsgnade in uns wachsen,
sooft wir diese Speise empfangen.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn. AMEN.

Hinführung zur ersten Lesung | Am 7,12–15

Heute hören wir vom ältesten Schriftpropheten der Bibel.
Amos tritt im 8. Jahrhundert vor Christus auf
und prangert soziale und religiöse Missstände an.
Wenige leben im Überfluss
auf Kosten Mehrheit der Menschen.
Beliebt macht er sich damit nicht,
aber auch nicht mundtot,
er bleibt Gottes Auftrag treu,
und ist in seiner Sozialkritik höchst aktuell.

Hinführung zur zweiten Lesung | Eph 1,3–14 (oder 1,3–10)

Die Welt ist undurchschaubar,
vieles erscheint uns Menschen unerklärlich und zufällig.
Der Brief an die Christen in Ephesus
betont, dass wir von Gott angesehen und beachtet werden,
ja, dass er uns vor der Erschaffung der Welt
erwählt und geliebt hat,
wie der Hymnus entfaltet.
In dieser Zuversicht gehen wir in unsere Welt
um Gottes Größe und Güte zu verkünden.

Lesehinweis

Amos | Ámos

Meditation

Die Kirche lebt nicht von der Macht,
sondern aus der Offenheit
für Menschen und ihre Nöte,
die sie vor Gott bringen.

Die Kirche lebt nicht von der Macht,
sondern vom Mut
in den Grenzen der Welt und des Lebens
Zeugen der Hoffnung zu sein.

Die Kirche lebt nicht von der Macht,
sondern vom Teilen
von Zeit, Geld und Leben,
um aus der Weite der Liebe zu leben.

Die Kirche lebt von der Liebe,
die aus dem Herzen kommt,
in dem der göttliche Funke
leuchtet und in die Welt strahlt.

Kirche ist lebendig
wenn die Liebe zu Macht
von der Macht der Liebe
überwunden wird.

Reinhard Röhrner

Meditation | Alternative

Machtspiele
wohin man schaut,
der Eine möchte stärker sein
als der Andere.

Macht muss Stärke zeigen,
muss sich immer neu beweisen
die eigene Macht unter Beweis stellen
um sich ihrer sicher zu sein.

Mit Macht kann ich durchdrücken,
was andere nicht wollen,
wozu sie freiwillig nicht bereit sind
oder sich dafür engagieren.

Mit Vollmacht und Liebe
verkündet Jesus seine Botschaft
den Menschen seiner Zeit
und auch uns.

Er ermutigt uns die Welt zu prägen
mit dem Engagement der Liebe,
das nachhaltig wirkt
in der Beziehung unter den Menschen.

Seine Liebe sprengt die Grenzen
und durch sie überwinde auch ich
meinen engen Horizont
und blicke neu in unsere Welt.

Reinhard Röhrner

Weitere Impulse
Meditation
21 B Jahreskreis – Sonntag 15 – Ego autem
21 B Jahreskreis – Sonntag 15 – Hinführung und Meditation

%d Bloggern gefällt das: