Impulse zum Palmsonntag | B

Palmsonntag| Fastenzeit B | Lesejahr B
palmarum | Lektionar II/B, 115: zum Einzug Mk 11,1-11
zur Meßfeier: Jes 50,4–7 | Phil 2,6–11 | Mk 14,1 – 15,47 (oder 15,1–39)

Palmweihe

Liebe Schwestern und Brüder!
Seit rund einem Jahr erleben wir eine Fastenzeit, eine Zeit des Verzichtes und der Entbehrung. Auch wenn ich nicht durch Infektion betroffen bin, so ist doch das ganze gesellschaftliche Leben betroffen, viele Bangen um die Existenz und sehen kein Ende. Fastenzeit ist immer auch die Neuausrichtung auf Gott, ein Weg der Erkenntnis, was wirklich wichtig für mich ist und was entbehrlich.
Heute aber sind wir zusammengekommen, um mit der ganzen Kirche in die Feier der österlichen Geheimnisse unseres Herrn einzutreten. Christus ist in seine Stadt Jerusalem eingezogen; dort wollte er alle Angst und Not der Menschen ertragen, Leiden und Tod auf sich nehmen, dort sollte er auch auferstehen. Mit Glauben und innerer Hingabe begehen wir das Gedächtnis seines Einzugs. Wir folgen dem Herrn auf seinem Leidensweg und nehmen teil an seinem Kreuz, damit wir auch Anteil erhalten an seiner Auferstehung und am ewigen Leben.

Dann spricht der Priester:

Allmächtiger, ewiger Gott,
segne + diese grünen Zweige,
die Zeichen des Lebens und des Sieges,
mit denen wir Christus, unserem König, huldigen.
Mit Lobgesängen begleiten wir ihn in seine heilige Stadt;
gib, dass wir durch ihn zum himmlischen Jerusalem gelangen,
der mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.

Er besprengt (ohne Begleitgebet) die Zweige mit Weihwasser
Evangelium Mk 11,1–11
Zur Prozession

Liebe Schwestern und Brüder!
Wie einst das Volk von Jerusalem Jesus zujubelte,
so begleiten auch wir jetzt den Herrn und singen ihm Lieder.

Prozession in der Kirche | mit Gesang und Sprechmotette

Einzug ohne Prozession

Seit rund einem Jahr erleben wir eine Fastenzeit, eine Zeit des Verzichtes und der Entbehrung. Auch wenn ich nicht durch Infektion betroffen bin, so ist doch das ganze gesellschaftliche Leben betroffen, viele Bangen um die Existenz und sehen kein Ende. Fastenzeit ist immer auch die Neuausrichtung auf Gott, ein Weg der Erkenntnis, was wirklich wichtig für mich ist und was entbehrlich.

Heute treten wir ein in die Feier der Heiligen Woche. Wir sehen den Herrn auf dem Kreuzweg und gehen mit ihm über Golgota und das Grab hin zum Ostermorgen – nicht als Schaulustige am Wegrand, sondern als die, die ihm nachfolgen und durch sein Leiden, Sterben und Auferstehen das Leben erlangen. Huldigen wir dem König in unserer Mitte und rufen wir ihn, unseren Herrn und Kyrios, um sein Erbarmen an:

Kyrie

Herr Jesus Christus,
eingezogen in die Stadt Jerusalem. Kyrie eleison.
Mit Jubel begrüßten dich die Menschen als ihren König. Christe eleison.
Mit dem Kreuz hast du sie wieder verlassen. Kyrie eleison.

Gloria | Tagesgebet | MB 123

Allmächtiger, ewiger Gott,
deinem Willen gehorsam,
hat unser Erlöser Fleisch angenommen,
er hat sich selbst erniedrigt
und sich unter die Schmach des Kreuzes gebeugt.
Hilf uns,
dass wir ihm auf dem Weg des Leidens nachfolgen
und an seiner Auferstehung Anteil erlangen.
Darum bitten wir durch Jesus Christus,
deinen Sohn, unseren Herrn und Erlöser,
der in der Einheit des Heiligen Geistes
mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit. AMEN.

Fürbitten

Jerusalem ist ein Sehnsuchtsort unzähliger Menschen. Rufen wir zu Jesus, der als Messias in seine Stadt einzog um die Menschen zu erlösen:

  • Du bist auf einem Esel in Jerusalem eingezogen,
    auf Augenhöhe mit den Menschen.
    Ermutige alle Menschen einander in Offenheit und Liebe zu begegnen.
    Christus, höre uns.
  • Mit dem roten Soldatenmantel wurdest du verspottet.
    Hilf allen gegen offene und verborgene Ungerechtigkeit und Spott
    aufzustehen und sich für Gerechtigkeit stark zu machen.
  • Mit einer Dornenkrone als Zeichen der Macht wurdest du verhöhnt. Erinnere alle Mächtigen sich für Frieden und Versöhnung einzusetzen,
    in Syrien und den vielen anderen Orten
    von Krieg und Gewalt in unserer Welt.
  • Das Kreuz wurde dein Thron in unserer Welt.
    Mach uns stark gegen Gewalt aufzustehen
    und wie du an der Seite der leidenden Menschen zu sein.
  • Die Botschaft der Liebe stirbt nicht.
    Stärke alle, die um Verstorbene trauern,
    aus dem Glauben an die Auferstehung zu leben.

Jesus Christus, dein Königtum hat auf ewig Bestand. Deshalb preisen wir dich heute und bis in Ewigkeit. AMEN

Schlussgebet | MB

Allmächtiger Gott,
du hast uns
das Sakrament der Einheit geschenkt.
Lass uns immer lebendige Glieder Christi bleiben
dessen Leib und Blut wir empfangen haben.
Darum bitten wir durch ihn, Christus, unseren Herrn. AMEN.

Hinführung zur ersten Lesung | Jes 50,4–7

In der Verbannung des Volkes Israel in Babylonien
entstanden die vier Gottesknechtslieder.
Der Gottesknecht wird von den Menschen
verworfen, geächtet und gequält;
aber Gott stellt sich hinter ihn.
Es ist eine Erfahrung, die Menschen immer wieder machen müssen
Gott zeigt seine Größe im Mitleiden mit den Leidenden.
Die Kirche hat von Anfang an
das Schicksal des Gottesknechtes
auf Jesus gedeutet.

Hinführung zur zweiten Lesung | Phil 2,6–11

Der Apostel Paulus
überliefert das älteste,
uns bekannte Christuslied der Urkirche.
Es beschreibt das Heilswerk Jesu Christi,
zuerst die Hingabe Jesu
bis zur Erniedrigung am Kreuz
und dann die Erhöhung Jesu zu Gott
sowie die Teilhabe an Gottes Herrschaft.

Lesehinweis

Babylon – sprich y wie ü

Meditation

Ausgerechnet ein Esel
sollte den Herrn tragen
bei seinem Einzug
in die Stadt Jerusalem.

Wie damals beim weisen Bileam,                             | Num 22
den der Esel davor bewahrte
sich zu verrennen
und am Ende alles zu verlieren.

Der Esel wusste gleich,
dass es nicht gelingen konnte,
die Lage zu verworren war
um heil aus ihr zu kommen.

Wie der Esel, den Jesaja nennt                                 | Jes 1,3
der bei allen Aufgaben
sich selbst nicht verliert,
sondern die Krippe seines Herrn kennt.

Nicht wie wir Menschen,
die sich in all den Chancen,
in all den Gelegenheiten
immer wieder verlieren.

Der Erlöser kommt auch zu uns
in unsere Stadt.
Er kommt auf einem Esel
um uns zur Erlösung zu führen.

Reinhard Röhrner

Meditation | Alternative

Da kommt er, der König,
mit Triumph zieht er ein
in seine Stadt Jerusalem,
wo alle den Messias als König erwarten.

Da zieht er ein, der Gottessohn,
der kommt die Sehnsucht der Menschen
in den Herzen zu erfüllen
und sie von innen zu verwandeln.

Er ist König von Gottes Gnaden,
er ist die Gnade Gottes selbst.
Er handelt nicht willkürlich,
sondern im Geiste Gottes.

Das ist zu viel für die Menschen,
die eine schnelle Lösung wollen.
Die den Umsturz von außen
herbeisehnen und –zwingen wollen.

Gott geht ins Innere des Menschen,
Jesus will die Herzen entflammen
für seinen Weg der Liebe,
der die Welt verändern wird.

Der Preis ist sein Leben,
das er einsetzt um alle zu erlösen,
auch jene, die „kreuzige ihn“ rufen
und ihn ans Kreuz hängen.

Reinhard Röhrner

Weitere Impulse
Meditation
21 B Fastenzeit Sonntag 6 – palmarum
21 B Fastenzeit Sonntag 6 – Hinführung und Meditation

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