Impulse zu Allerheiligen

Allerheiligen | Jahreskreis A | Lesejahr A
Sollemnitas omnium sanctorum
Lektionar I/A, 414: Offb 7,2–4.9–14 | 1 Joh 3,1–3 | Mt 5,1–12a

Inmitten einer unheilvollen Welt feiern wir Allerheiligen. Beinahe trotzig kann uns dieses Fest in diesem Jahr vorkommen. Seit Monaten werden wir durch die Coronapandemie in Atem gehalten. Vieles, was zu unserem Leben wie selbstverständlich gehörte ist in diesem Jahr nicht möglich oder gar zerbrochen.
Die Nachrichten halten uns auf dem Laufenden und wir feiern Gottes Heiligkeit, die sich im Leben von Menschen widerspiegelt? – Inmitten der Unruhe der Welt, der Verlorenheit des Menschen zeigt Gott sein Heil, nicht mit Gewalt, aber überwältigend für den, der offen ist für den Zuspruch Gottes. Das feiern wir in diesem, ja in jedem Gottesdienst, gerade deshalb feiern wir seine Nähe und preisen seinen Sohn Jesus Christus, unseren Herrn, den Kyrios:

Kyrie

Herr Jesus Christus,
du bist der Heilige Gottes. Kyrie eleison.
Du rufst auch uns zu einem heiligen Leben. Christe eleison.
Du führst uns in das Reich deines Vaters. Kyrie eleison.

Gloria | Tagesgebet | MB 823

Allmächtiger, ewiger Gott,
du schenkst uns die Freude,
am heutigen Fest die Verdienste
aller deiner Heiligen zu feiern.
Erfülle auf die Bitte so vieler Fürsprecher
unsere Hoffnung und schenke uns dein Erbarmen.
Darum bitten wir durch Jesus Christus,
deinen Sohn, unseren Herrn und Erlöser, der in der Einheit des Heiligen Geistes
mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit. AMEN

Fürbitten

Gott ist der Quell aller Heiligkeit. In Gemeinschaft mit allen Heiligen, die in ihm schon vollendet sind, beten wir:

  • Herr, unser Gott,
    schenke deiner Kirche vorbildliche Hirten,
    die den Gläubigen auf dem Weg zur Heiligkeit vorangehen.
  • Schenke den Völkern der Erde Eintracht und Frieden
    und gib denen, die sie regieren,
    Einsicht zu rechten Entscheidungen.
  • Schenke allen, die wegen ihres Glaubens verfolgt werden,
    Hoffnung und Kraft zum Durchhalten.
  • Schenke den Kranken, den Leidenden und den Trauernden
    Menschen, die ihnen helfend und tröstend zur Seite stehen.
  • Schenke unseren Verstorbenen
    die Freude des Himmels in der Gemeinschaft aller Heiligen.

Gott, wir danken dir für das Geschenk deiner Heiligen. Mit ihnen loben und preisen wir dich in Ewigkeit. AMEN

Schlussgebet | MB

Gott, du allein bist heilig,
dich ehren wir, wenn wir der Heiligen gedenken.
Stärke durch dein Sakrament
in uns das Leben der Gnade
und führe uns auf dem Weg der Pilgerschaft
zum ewigen Gastmahl,
wo du selbst die Vollendung der Heiligen bist.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn. AMEN

Hinführung zur ersten Lesung | Offb 7,2–4.9–14

Glücksratgeber, Erfolgsrezepte,
ja scheinbar grenzenloses Glück ist machbar,
zumindest scheint es der Werbung nach so zu sein.
Im letzten Buch des Neuen Testaments
schenkt der Seher Johannes
in seiner Offenbarung einen anderen Trost.
Nicht, dass der Gläubige
von Leid und Tod verschont ist,
aber dass sein Ziel in Gott liegt
und er so der Spitze des Leids,
ja sogar des Todes, die Schärfe nimmt.

Hinführung zur zweiten Lesung | 1 Joh 3,1–3

Kinder versuchen oft bewusst oder unbewusst
den Eltern nachzueifern.
Johannes betont in der heutigen Lesung,
dass wir Kinder Gottes sind
und so in unserem Ursprung von Gott stammen
und unsere Zukunft sich dort vollenden wird,
so können wir jetzt in Zuversicht seine Liebe,
die wir erfahren, weiterschenken

Lesehinweis

Meditation

Unheil und Grauen,
Verlorenheit der Welt,
Angst vor dem Verderben
drängt in den Alltag der Menschen.

Hoffnung und Zuversicht,
Sicherheit aus dem Glauben
an Gottes heilende Gegenwart
hellt das Leben auf.

Im Anbruch des Heiligen
spüre ich den Keim,
Der auch in mir angelegt ist
und die Not der Welt überwindet.

Gottes Heiligkeit will sich auch in mir,
in meinem alltäglichen tun widerspiegeln
um ein Bild zu werden
für Gottes erlösende Botschaft.

Allerheiligen feiern
heißt hinter der Not der Welt,
Gottes Heiligkeit zu ahnen
und in ihr geborgen zu sein

Reinhard Röhrner

Meditation | Alternative

Ich feiere Allerheiligen,
alle Heiligen, ja alle Seelen,
die mir in Güte und Liebe begegnet sind,
die mein Herz berührt haben.

Ich feiere mein Allerheiligen der Freude,
auch wenn sich Trauer einmischt,
weil ich so manchen noch gerne bei mir hätte,
den ich feiere, weil er bei Gott lebt.

Ich feiere ein Allerheiligen der Stille,
stiller Anbetung und stiller Freude.
Nicht der lauten Töne,
sondern der Regungen meines Innern.

Ich feiere ein Allerheiligen des Glaubens,
das die Grenzen überwindet,
die ich nicht sprengen kann
und mir so ein Vorgeschmack
meiner Erlösung wird

Reinhard Röhrner

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